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Alemannia Aachen: Marco Müller und die „Generation Handy“

Alemannia Aachen : Marco Müller und die „Generation Handy“

Alemannias Kapitän ist vor dem anstehenden Nachbarschaftsduell gegen den 1. FC Düren zu Gast im Podcast „You never talk alleng“.

Im Herbst will Marco Müller seine Prüfung zum Sportbetriebswirt an der Fernuni ablegen. Die Abschlussprüfung hat sich schon etwas verzögert, weil noch ein paar andere Prüfungen bewältigt werden mussten. Der Abstiegskampf hat die berufliche Weiterbildung ein wenig nach hinten verschoben.

Der neue Kapitän am Tivoli hat sein Thema bereits gefunden: Er untersucht die „Corona-Lage bei Alemannia Aachen“. Da gibt es einiges zu erzählen, Müller hat mit den Kollegen komplett verwaiste Stadien erlebt, aber auch Spielorte, in denen die Stimmung wieder zurückgekehrt ist. Und damit zurück in die Gegenwart. Am Sonntag steht Alemannia erstes Heimspiel an. Terminiert ist das einzige Nachbarschaftsduell, der 1. FC Düren schaut vorbei. „Ich hoffe auf 7000 bis 8000 Zuschauer“, sagt der Abwehrspieler. Müller ist der nächste Gast beim Alemannia-Podcast „You never talk alleng“.

Zu besprechen gab es da einiges, die unglückliche Niederlage zum Auftakt in Oberhausen hallt noch nach. „Das ist schade, sehr, sehr schade , dass wir so ein Spiel mit so einer Leistung, mit so einem Aufwand verloren haben“, sagt der Abwehrspieler.

Nicht nur beim ersten Heimspiel, sondern fortan dauerhaft muss Müller auf einen Kollegen verzichten. Ergün Yildiz hat am Dienstagmorgen seinen Vertrag nach etwa 200 gemeinsamen Tagen schon wieder aufgelöst. Der Stürmer wollte mehr Spielzeit erhalten, sein Trainer Fuat Kilic wollte da keine Zusagen machen. Im neuen Kader sind inzwischen weitere Stürmer wie Dimitry Imbongo oder Exaucé Abdzouana aufgenommen, der Konkurrenzkampf hat sich verschärft.

Yildiz wollte nicht in die Warteschleife, wurde erst vom Training und nun vom Arbeitsvertrag befreit. Sein Ex-Kapitän bedauert den schnellen Abgang. „Ich bin schon traurig, denn es war ja nicht nur ein Arbeitskollege, sondern auch ein Freund, mit dem man tagtäglich zusammen war.“ Müller bringt Verständnis für die „Flucht“ auf. „Er will wie wir alle Spaß haben, will Fußball spielen.“

Sein sportlicher Leiter hat einen differenzierten Blick auf den Vorgang. Helge Hohl sagt, er sei grundsätzlich ein Anhänger davon, dass „Spieler auch Widerstände und schwierige Phasen überstehen. Wenn sich jeder dem entziehen will, der aktuell hintendran ist, hätten wir bald keine Spieler mehr“. Im aktuellen Fall aber legte der Verein dem abwanderungswilligen Stürmer keine Steine in den Weg. „Einen so unzufriedenen Spieler zu behalten, macht wenig Sinn, weil wir in dieser Saison auch über die Stimmung und das Kollektiv kommen wollen.“

Alemannia spart nun ein paar Gehälter ein, für den Klub entstehen keine Kosten durch die Vertragsauflösung. Innerhalb weniger Tage wurden nun die Arbeitsverhältnisse von Yildiz und zuvor auch Matti Cebulla vorzeitig beendet. Beide Spieler gehörten nicht zu den Topverdienern, ein signifikanter neuer finanzieller Spielraum ist durch die Abschiede nicht entstanden. Es könne durchaus sein, dass bis zum Ende der Transferperiode kein Spieler mehr verpflichtet werde, sagt Hohl.

Sein Kapitän traut der Mannschaft auch ohne weiteren Zuwachs eine Menge zu in dieser Spielzeit. Auch darum geht es in dem Podcast und um die „Generation Handy“, wie Marco Müller sie nennt. Zu hören ist die neue Podcast-Folge ab Mittwoch, 16 Uhr, auf den Internetseiten von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten sowie auf Spotify, bei Apple und bei Amazon Music.

Zu Wort kommt dann auch David Pütz, der jahrelang in beiden Klubs gespielt hat, die sich am Sonntag messen. Der 25-Jährige ist im Sommer mit Düren aufgestiegen, aber im gleichen Moment hat er seine Karriere beendet, um sich verstärkt seinem Medizinstudium zu widmen.