Aachen: Laufen Alemannia die letzten Stürmer weg?

Aachen: Laufen Alemannia die letzten Stürmer weg?

Aimen Demai hat sich mit seinem schicken Treffer gegen Hansa Rostock auf den zweiten Platz verbessert. Vor dem Neuzugang liegt somit nur noch der erwartete Tabellenführer Benjamin Auer. Dann folgt schon Alemannias neuer Rechtsverteidiger. Die Crux dabei: Zwei Tore reichen für die Position.

Elf Tore in zwölf Spielen ist Alemannias bescheidene Ausbeute, so dass Trainer Michael Krüger einen „robusten Stürmer” auf seinen Wunschzettel geschrieben hat.

Der Verein ist klamm, und der Manager hat erst einmal andere Ideen. Andreas Bornemann sieht „interne Lösungen” zur Stärkung der Offensive, denkt an Hervé Oussalé und Szilard Nemeth.

Sechs Angreifer...

In Wahrheit ist die Lage dann doch komplizierter. Sechs Stürmer hat der Klub in den eigenen Reihen, Markus Daun hat sich bereits kniegeplagt von der Saison verabschieden müssen. Abdul Özgen fehlt ebenfalls mit Knieproblemen seit Monaten. Zudem soll der junge Türke behutsam an die 2. Liga herangeführt werden.

Bleibt Hervé Oussalé, der bei seinen Einsätzen bislang selten den Eindruck vermittelte, dass er diesen Sport als Mannschaftsspiel begreift. Zuletzt hatte Trainer Michael Krüger den Mann aus Burkina Faso aus dem Kader genommen. Der bullige Angreifer reagierte patzig wie ein frisch gezüchtigter Teenager. Oussalé hat seinen Berater alarmiert. „Er will spielen und nicht auf der Bank sitzen”, sagt Nick Neururer.

Und deswegen ließ der Österreicher seinen Schützling am Wochenende mit Genehmigung der Alemannia beim Zweitligisten SC Austria Lustenau vorspielen. „Der Klub würde ihn sofort nehmen. Aber Hervé würde lieber für Aachen auflaufen”, sagt Neururer, der Aachens Spiel in Koblenz nun aufmerksam verfolgen will. Ausgeliehen werden kann Oussalé nicht, sein im Sommer auslaufender Vertrag müsste aufgelöst werden.

Beim Afrikaner hat Bornemann noch nicht die Hoffnung aufgegeben, „dass wir seine unstrittigen Qualitäten noch in die richtige Bahn lenken können. Er liefert in der Trainingsarbeit null Kritikpunkte.”

Ein vorzeitiges Ende seiner Aachener Zeit kann sich inzwischen auch Szilard Nemeth vorstellen. Für Alemannia reicht es fast nur noch zu Kurzeinsätzen oder Freundschaftsspielen. Im Sommer läuft sein Vertrag aus, eine Verlängerung gilt als ausgeschlossen. Zuletzt stand der Slowake gegen St. Pauli im August in der Startformation. Der 32-Jährige ist gefrustet.

Sein Berater Lars-Wilhelm Baumgarten kündigt an, das Gespräch mit dem Verein in den nächsten Tagen zu suchen.

Bornemann ist eher verwundert, „weil er seine angebliche Unzufriedenheit bei mir nicht hinterlegt hat”. Aber auch Aachens Manager ist mit einem seiner teuersten Spieler nicht einverstanden. „Unsere Erwartungen sehen anders aus.” Zuletzt habe sich Nemeth bei den unterschiedlichen Trainern nicht aufgedrängt.

Bleibt Babacar Gueye, teurer Transfer vom FC Metz. Der gelernte Stürmer wird allerdings gerade zum linken Mittelfeldspieler umgeschult, weil sich hier nach dem Holtby-Weggang erwartungsgemäß eine Lücke ergeben hat. Es sieht so aus, dass Alemannia nicht nur zu wenige Stürmer hat, die treffen, sondern zu viele Stürmer, die höchst unzufrieden sind.