Aachen: Kilic: „Wir müssen eine Runde weiterkommen — egal wie“

Aachen : Kilic: „Wir müssen eine Runde weiterkommen — egal wie“

Fuat Kilic ist als Trainer und Kaderplaner in diesen Tagen ein gefragter Mann am Tivoli. Am Pfingstmontag stehen bisher keine dienstlichen Termine an. Der Übungsleiter von Alemannia Aachen hätte aber mit Sicherheit nichts dagegen, wenn sich das ändern würde. Sollte sich der Fußball-Regionalligist am Mittwochabend (19.30 Uhr) im Halbfinale des Mittelrhein-Pokals beim TSC Euskirchen durchsetzen, spielt die Alemannia am 21. Mai im Bonner Sportpark Nord um den Einzug in den DFB-Pokal.

Da der Traum von der Meisterschaft begraben werden musste, wurde die Zielsetzung für die Rest-Saison angepasst. Oder wie Kilic es vor dem Duell mit dem Mittelrheinligisten formuliert: „In unserer jetzigen Situation sind die Pokalspiele den Ligaspielen übergeordnet.“ Der 44-Jährige warnt aber davor, schon jetzt über das Finale zu sprechen, wenn das Halbfinale noch nicht gespielt ist. „Es hat schon einen Grund, dass sich Euskirchen unter den besten vier Teams des Wettbewerbs befindet.“ Im Achtelfinale schaltete der ETSC Alemannias Ligakonkurrenten Bonner SC mit 5:4 im Elfmeterschießen aus. Und es ist keine zwei Wochen her, dass die Schwarz-Gelben sich ihrerseits dem Sport-Club mit 2:4 geschlagen geben mussten.

Der zweite externe Zugang für die neue Saison: Sebastian Schmitt (links) wechselt von Wormatia Worms nach Aachen. Foto: imago/Thomas Frey

Zuletzt sind die Euskirchener aber ein wenig aus der Spur geraten: Die Generalprobe am Sonntag gegen Mittelrheinliga-Schlusslicht FC Pesch endete nur remis (2:2), seit drei Spielen wartet der Turn- und Sport-Club auf einen Sieg. Die Aachener reiten derzeit allerdings auch nicht auf einer Welle des Erfolgs, im Ligabetrieb setzte es zwei Niederlagen in Folge, ein Novum in dieser Saison. „Wir müssen schauen, dass wir wieder besser gegen den Ball arbeiten und eine höhere Effektivität an den Tag legen“, fordert Kilic, der im Gegensatz zu den vorherigen Pokalrunden nicht die Rotationsmaschine anwerfen wird.

Verzichten muss Alemannias Trainer weiter auf Karim Kucharzik und Matti Fiedler, hinter dem Einsatz von Ilias Azaouaghi (Adduktorenprobleme) steht ein Fragezeichen. „Wir müssen eine Runde weiterkommen — egal wie“, sagt Kilic. „Da zählen keine Ausreden.“ Die Vorbereitung auf das Halbfinale verlief seriös, der eine Klasse tiefer spielende Gegner wurde in den vergangenen Wochen mehrfach beobachtet. „Die Euskirchener verteidigen sehr tief und haben ihr Spiel auf Konter ausgelegt“, hat Kilic erfahren.

Für den Gastgeber stellt das Pokal-Halbfinale den Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte dar, und die Euskirchener gehen durchaus offensiv in das Spektakel. Dietmar Butzke, der Sportliche Leiter des ETSC, sagt: „Ich bin froh, dass wir keinen Kölner Verein zugelost bekommen haben — weil wir jetzt keinen Kölner Verein rausschmeißen müssen.“ Im anderen Halbfinale trifft Regionalligist Viktoria Köln auf Drittligist Fortuna Köln — allerdings erst am 8. Mai.

Kilic lassen die forschen Töne kalt. Er sagt nur: „Wir dürfen es nicht zu einem Kampfspiel machen. Sollte es das aber werden, müssen wir den Kampf auch annehmen.“ Das Erreichen des Pokal-Finales ist nicht nur sportlich reizvoll, auch finanziell ist es lukrativ: 18.000 Euro werden bei einem Halbfinalsieg in die Vereinskasse gespült. Und am 21. Mai könnte sich der Betrag um ein Vielfaches erhöhen: Der Pokalsieger erhält 115.000 Euro, weitere Einnahmen durch die Teilnahme an der ersten Runde des DFB-Pokals sind garantiert.

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