Dortmund: „Jung-Alemannia“ bleibt ungeschlagen

Dortmund: „Jung-Alemannia“ bleibt ungeschlagen

Das war bestimmt ein Zufall, aber es passte. Neben der Zweiten des VfB Stuttgart besetzen die U 23 von Borussia Dortmund und neuerdings Alemannia Aachen die Kategorie der Frischlinge in der Dritten Liga; der DFB hatte zum schwarz-gelben Nachholspiel dann auch gleich Sven Jablonski geschickt, den jüngsten Schiedsrichter, der im deutschen Profifußball pfeift.

Der 22-Jährige war zwar nicht immer auf der Höhe des Geschehens, entschied oft kleinlich gegen Aachen, er beeinflusste aber nicht das Resultat.

Die „neue Alemannia“ bleibt ungeschlagen und ohne Gegentor, 0:0 endete der zweite Auftritt im jungen Gewand. „Wir hatten die besseren Chancen, deshalb ist es ärgerlich, dass wir hier nicht gewonnen haben“, sagte Kapitän Sascha Herröder nach einem „ziemlich ausgeglichenen Spiel, in dem beide Abwehrreihen gut gestanden haben“.

Von der Idee, die erste Elf unverändert zu lassen, musste sich René van Eck kurzfristig verabschieden. Timmy Thiele war mit Rückenproblemen angereist, den Härtetest vor dem Anpfiff bestand der Mittelstürmer nicht, Marcel Heller rückte ins Team. Dann meldete sich auch noch Timo Brauer nach einem Pferdekuss beim Warmmachen ab, Robert Wilschrey verteidigte rechts. Unverhofft kam auch das: keine Spur von trostloser Atmosphäre in Deutschlands Stadion-Monument, die 3100 Zuschauer in der 80.000-Mann-Arena verbreiteten ordentlich Stimmung.

Erst einmal die Lage peilen

Alemannia peilte zehn, 15 Minuten lang die Lage gegen eine ebenfalls an spielerischen Lösungen interessierte Mannschaft. Der „kleine BVB“ durfte zunächst eine leichte optische Hoheit übernehmen, das sah auch technisch gut aus, doch weiter als bis zum Strafraum kam Dortmund nicht. Von Minute zu Minute schob Aachen das Spiel weiter nach vorne, hatte einen besseren Zugriff auf den Gegner und entwickelte die Entschlossenheit, vor der Südtribüne für Gefahr zu sorgen.

Oguzhan Kefkir leitete den ersten richtig guten Angriff durch Balleroberung ein, Robert Leipertz flankte auf Sascha Marquet, der an Keeper Alomerovic scheiterte (25.). Sechs Minuten später schlug Kefkir den Ball auf Leipertz, Alemannias Zehner verpasste knapp. Die Gäste kamen nur durch eigene Nachlässigkeit in die Bredouille, nach 35 Minuten vertändelte Mario Erb gegen Bakalorz, Mark Flekken musste erstmals beherzt eingreifen.

Der Nachschuss von Bajner hätte nur im American Football als Field Goal was gebracht. Auf der anderen Seite glänzte Kefkir erneut als Mann mit Auge, der Linksaußen leitete die beste Chance der ersten Halbzeit ein. Doch mit einem Schuss aus der Drehung hatte Marquet Pech — der Ball klatschte an den Pfosten (40.). Es war nach dem 2:0 gegen Saarbrücken erneut eine bemerkenswert unerschrockene Partie, die Alemannia am Mittwochabend hinlegte.

Die Mannschaft hielt weitgehend ihre Ordnung und die Abstände zwischen Viererkette, Mittelfeld und Angriff klein und kam mit dem erkennbaren Willen aus der Kabine, aus einem Punkt drei Zähler zu machen. Arie van Lent, Trainer des nächsten Gegners Kickers Offenbach und Beobachter auf der Tribüne, sah zum Beispiel einen enorm quirligen Kefkir, über den fast jede offensive Aktion lief. Allerdings: Aachen kam nicht mehr in die „rote Zone“, wer für Datenbanken die Zahl der Torschüsse dokumentieren sollte, der musste schon viel Phantasie entwickeln, um darunter was durchgehen zu lassen.

„Wir haben den Ball gut laufen lassen, aber die Löcher in Dortmunds Defensive nicht gefunden“, sagte René van Eck, bemängelte „zu wenig Durchschlagskraft“, stellte aber zufrieden fest: „Wieder zu null gespielt.“ Der Trainer suchte mit einer Umstellung — Heller auf den rechten Flügel, Marquet ins Zentrum — nach mehr Punch, brachte Norikazu Murakami für Robert Leipertz. Dortmund setzte immer wieder Nadelstiche, war an diesem Abend jedoch auch ohne Munition unterwegs. Und in der Schlussminute hielt Mark Flekken gegen Bakalorz den Punkt für Alemannia fest.