Hahn: Inde Hahn selbstbewusst: „Am Samstag holen wir uns die Krone“

Hahn: Inde Hahn selbstbewusst: „Am Samstag holen wir uns die Krone“

Heute Vormittag wird Trainer Oliver Heinrichs die Mannschaft noch einmal zu einer kurzen Einheit bitten, damit sie die zum Stadion ausgebaute Anlage schon vor dem Anpfiff (14 Uhr) beschnuppern kann. Erste Runde im Mittelrhein-Pokal, Alemannia Aachen kommt an den Kitzenhausweg: Auch für Kevin Klinkenberg (25), Kapitän und „Sechser“ des ambitionierten Fußball-Bezirksligisten FC Inde Hahn, das bislang größte Spiel.

Was war der erste Gedanke, als Sie vom Pokallos erfahren haben?

Klinkenberg: Geil — wir spielen auf dem Tivoli! Aber wir sind nicht enttäuscht, dass daraus nichts wurde, im Gegenteil. Die Atmosphäre wird für unser Spiel von Vorteil sein.

Was machen Sie eigentlich, wenn Sie nicht Fußball spielen?

Klinkenberg: Ich bin Steuerfachangestellter. Wir haben viele Studenten in der Mannschaft, von Maschinenbau bis BWL, zwei Physiotherapeuten, Handwerker — und drei Japaner, die sich das Land angucken. Da blickt keiner so richtig dahinter, was die machen.

Sind Sie — außer am Samstag natürlich — Alemannia-Fan?

Klinkenberg: Ich kann mit Ale- mannia gar nix anfangen. Das rührt von der Jugendzeit her. Ich habe 15 Jahre für Germania Dürwiß gespielt, da war immer eine Rivalität. Aber wir haben in der Mannschaft einige, die mal bei Alemannia waren. Wir ziehen uns gegenseitig auf.

Oberstes Saisonziel von Inde Hahn ist der Aufstieg . . .

Klinkenberg: . . . wir müssen aus dieser Liga raus . . .

. . . aber das Pokallos zeigt doch sicher seine Wirkung auf das Tagesgeschäft.

Klinkenberg: Die Stimmung hat sich gewaltig geändert. Alle Spieler sind beim Training, mehr als 20 Mann. Alle sind total fokussiert, da ist richtig Power drin. Jeder will in die erste Elf. Wahnsinn, was hier los ist.

Hat Oliver Heinrichs Elemente in die Vorbereitung eingebaut, die man vorher nicht kannte?

Klinkenberg: Wir haben nichts anderes gemacht als vor anderen Spielen auch. Das ziehen wir durch. Unser Platz ist klein, wir wollen auch gegen Alemannia auf engem Raum schnell spielen. Der Trainer hat versucht, uns zu bremsen, weil er gemerkt hat, dass wir sonst explodieren.

Zwischen dem FC Inde Hahn und Alemannia liegen immer noch drei Klassen, die Rollen sind also klar verteilt.

Klinkenberg: Aber auf dem Platz werden es keine drei Klassen sein. Sicher gibt es einen Qualitäts-Unterschied, alleine in Sachen Physis und Fitness. Wir trainieren zwei Mal die Woche, Alemannia auch zwei Mal am Tag. Doch ich traue uns durchaus zu, eine Überraschung zu landen.

Was spricht denn dafür?

Klinkenberg: Wir werden von der Kulisse so getragen, dass wir die Beine auch ab der 70. und in der 120. Minute nicht spüren. Ich denke, das Spiel wird im Kopf gewonnen. Ich glaube nicht, dass die Alemannia-Akteure — wenn sie in unserer schäbigen Kabine sind und sich dann noch zwei auf den Boden setzen müssen — viel Lust auf das Spiel haben. Und sie müssen Glück haben, dass die Duschen noch warm sind, wenn das Spiel vorbei ist.

Sie glauben wirklich an den Pokal-Coup?

Klinkenberg: Wir gehen nicht mit dem Gedanken raus, dass die Niederlage ja nicht zu hoch ausfällt. Wir haben gegen Hertha Walheim die Stadtmeisterschaft geholt und das Kreispokal-Finale gewonnen und sagen: Es gibt nur noch einen einzigen Verein, der über uns gestellt ist. Und am Samstag holen wir uns die Krone. Das wird ein Spektakel!

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