Wuppertal: In Nachspielzeit: Alemannia erkämpft einen Punkt in Wuppertal

Wuppertal : In Nachspielzeit: Alemannia erkämpft einen Punkt in Wuppertal

Der gute alte Westschlager zwischen dem Wuppertaler SV und Alemannia Aachen war angekündigt. Als das 2:2 im Stadion am Zoo feststand, war der Slogan schnell gefunden. Die Partie war der „Tag der Verteidiger“. Nicht nur, weil drei der vier Treffer von Spielern erzielt wurden, die eher für das Toreverhindern eingeteilt waren.

Diese Partie lebte von Zweikämpfen bis zum Rande des Erlaubten, von vielen Zweikämpfen, von zuweilen hitzigen Duellen. „Harte Arbeit wurde belohnt“, packte Fuat Kilic zufrieden seine Sachen ein. Seine Mannschaft hat zwar schon spielerisch bessere Tage erlebt, „den Punkt haben wir für unsere Leidenschaft verdient“, fasste Zweikampf-Fan Maurice Pluntke zusammen.

Aachens Trainer hatte seine Startelf dann trotz des Ärgers über eine verrutschte Trainingseinheit nur sanft verändert. Torjäger Mergim Fejzullahu und Kai Bösing durften statt Manuel Konate-Lueken und David Pütz (gesperrt) beginnen. Schon nach kurzer Zeit war erkennbar, dass sich da unten auf dem Acker zwei Teams gegenüberstehen, die ihre Aufgaben gut gemacht hatten. Pass- und Laufwege waren dechiffriert, es gab wenig Überraschungen in diesem Spiel, das von seiner Intensität lebte. „Das war heute Vollgas, mit viel Leidenschaft, vielen harten Zweikämpfen. Es hat Spaß gemacht“, fasste der überragende Peter Hackenberg den Ausflug zusammen.

Das erste Drittel ging an die Gastgeber, die erstmals seit fast fünf Monaten wieder ein Heimspiel austrugen. Der Versuch von Semir Saric vom Strafraumeck kullerte knapp am Aachener Tor vorbei (14.). Kurz danach brauchte Alemannias Keeper Mark Depta erstmals seine Handschuhe. Gino Windmüller war aus 18 Meter unbedrängt zum Abschluss gekommen (18.).

Der WSV-Spielmacher hatte in dieser Szene seinen Schattenmann Pluntke abgehängt, der später seine 10. Gelbe Karte und damit seine zweite Spielsperre erhielt. Die Aachener befreiten sich zu selten aus der Umklammerung, ihr Passspiel war nicht sauber genug. Umso überraschender fiel der Führungstreffer. Alexander Heinze verlängerte den Freistoß von Meik Kühnel aufs Tor, Kollege Matti Fiedler staubte mühelos ab (30.), nachdem Schlussmann Joshua Mroß den Ball nur abklatschen ließ. Das 1:0 währte nur Sekunden.

WSV-Kapitän Silvio Pagano entwischte Gegenspieler Ilias Azaouaghi, um unbedrängt aus zehn Metern Entfernung den Ausgleich zu erzielen (31.). Das unterhaltsame „Jede-Minute-ein-Treffer-“ hätte Azaouaghi fortführen können, sogar müssen. Nach einer feinen Kombination über den agilen Kai Bösing und Joy-Slayd Mickels konnte er sechs Meter vor dem Tor zwischen ein paar Varianten für den Torschuss wählen. Der Stürmer drosch den Ball über den Kasten, ein kolossaler Fehltritt (32.).

Die Gastgeber gingen in Führung, weil der Ex-Aachener Dennis Dowidat aus 22 Metern den Ball gekonnt in den Winkel zirkelte (48.). Streng gemessen war das schon der letzte ernsthafte Torschuss der Wuppertaler, die sich ein bisschen in der eigenen Hälfte verschanzten und fortan ihre Konter regelmäßig verdaddelten. Schiedsrichter Alexander Busse entschied sich, plötzlich fast jede Aktion mit einer Gelben Karte zu ahnden, nachdem er den ersten Durchgang eher pazifistisch geleitet hatte. Die Gäste erhöhten das Risiko, Fejzullahu und Bösing behinderten sich nach einem klugen Mickels-Rückpass (59.). Aachens Angreifer bekam die nächste Großchance, drei Meter vor dem Tor köpfte er eine Winter-Flanke auf statt ins Netz (81.).

Hackenberg feuerte seine Mitspieler an, als die ersten Wuppertaler am Ende ihrer englischen Woche Krämpfe bekamen. „Die haben keine Körner mehr.“ Die Nachspielzeit tickte schon, Aachens Torwart Mark Depta rückte erstmals mit auf, als Kühnel den letzten Eckball des Spiels vors Tor bugsierte. Alexander Heinze lief ein und köpfte das 2:2 (91.). Daniel Grebe konnte den Ball erst hinter der Torlinie klären. „Wir haben dieses Selbstvertrauen, dass wir immer zurückkommen können“, fasste der Torschütze den späten Punktgewinn am Tag der Abwehrspieler zusammen.

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