2:0-Auswärtssieg: Imbongo trifft nach einem halben Jahr wieder

2:0-Auswärtssieg : Imbongo trifft nach einem halben Jahr wieder

Mit dem ersten Pfiff des Schiedsrichters setzte pünktlich der Regen ein. Das wurde vorübergehend etwas ungemütlich, aber das ließ sich aus Aachener Sicht locker verkraften, denn Alemannia gewann das Nachholspiel beim SC Wiedenbrück mit 2:0. Trainer Fuat Kilic war mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem Vortrag zufrieden. „Das war unnötig nervenaufreibend.“

Kilic hatte seine Mannschaft nach der ungewollt langen Wettkampfpause etwas ummodelliert. Matti Fiedler kehrte nach seiner Sperre zurück, dafür fand sich Kapitän Peter Hackenberg auf der Bank wieder. Manuel Glowacz ersetzte den angeschlagenen Robin Garnier, für Marcel Kaiser und Mahmut Temür fand sich kein Platz im Kader.

Die ersten Minuten gehörten den giftigen Gastgebern, sie waren nicht an einem geordneten Fußballspiel interessiert, sie verwickelten die Gäste lieber intensiv in Zweikämpfe. Der Ball war viel unterwegs in der Abendluft, was angesichts des strammen Windes selten eine gute Idee war. Planvolle Angriffe waren vorerst die Ausnahme. David Hüsing prüfte Aachens Torwart Niklas Jakusch aus der Ferne (3.), die beste Chance für die Wiedenbrücker ergab sich nach Alemannias erstem Eckball. Am Ende des flotten Konters hätte Oliver Zech aus 14 Metern vollenden können, er verzog deutlich (10.).

Die Hausherren hatten sich erst einmal ausgetobt, Alemannia warf langsam  die Kombinationsmaschine an. Ein Fernschuss von Stipe Batarilo in der alten Heimat sauste noch weit am Ziel vorbei (12.). Alemannia gelang dennoch die Führung, der Zufall führte erkennbar Regie. Der Ball flipperte durch den Strafraum, bis er bei Dimitry Imbongo vorbeischaute. Aachens Mittelstürmer kullerte die Kugel aus kurzer Entfernung ins Tor (16.). Das 0:1 war sein erster Ligatreffer seit fast einem halben Jahr.

Die Treffer zeigte Wirkung, die Fehlerquote der Wiedenbrücker wurde größer. Am stärksten profitierte Vincent Boesen davon. Er erahnte einen Rückpass von André Wallenborn zu seinem Torwart. Der Rest war Formsache, Boesen umkurvte problemlos Marcel Hölscher und schob munter zum 0:2 (26.) ein. Der Favorit kam auf Touren, es begann eine Phase, in der Alemannia vorzeitig die Drei-Punkte-Beute sichern konnte. Ein halbes Dutzend ruhender Bällen brachten kaum Gefahr, ein Drehschuss von  Blendi  Idrizi wurde noch abgelenkt (30.). So erlahmte Wiedenbrücks Widerstand nicht vollends, Schüsse von Zech und Kamil Bednarski flogen noch vor dem Seitenwechsel knapp am  Aachener Tor vorbei – Warnschüsse für die Gäste.

Überlegene Partie: Aachens David Pütz (rechts) im Zweikampf mit Daniel Brinkmann. Foto: Jérôme Gras

Der nächste sachdienliche Hinweis kam gleich nach der Pause - und er kam akustisch:  Daniel Schaal peilte den Pfosten des Aacheners Tores an (47.). Es wurde noch ein turbulenter Abend: Die Partie war sechs Minuten lang unterbrochen. Nach einem Zweikampf mit Marco Müller schied Tristan Duschke mit einer Gesichtsverletzung aus. Der Verteidiger bekam noch mit, wie Schiedsrichter Exner bei einem Zweikampf zwischen Fiedler und Wallenborn ein Foulspiel entdeckte. Daniel Brinkmann, vor zehn Jahren selbst für die Alemannia am Ball, schoss den Strafstoß an den Pfosten (63.).

Die Gastgeber erhöhten das Risiko, gaben Räume frei, aber Alemannia war nicht zielstrebig genug, eine Reihe Überzahlmöglichkeiten versandeten. „Wir haben nicht gut in den Umschaltmomenten gespielt, waren häufig zu lange mit dem Ball unterwegs“, monierte Kilic.

So blieb es eine unruhige Partie bis zum letzten Pfiff des Abends.  „Das war ein dreckiger Arbeitssieg, nicht mehr, aber auch nicht weniger“, ging Matti Fiedler zufrieden in den Feierabend.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alemannia fährt mit 2:0-Sieg zurück nach Aachen

Mehr von Aachener Nachrichten