Drei Siege in neun Tagen: Imbongo schießt die Alemannia zum Sieg gegen Essen

Drei Siege in neun Tagen : Imbongo schießt die Alemannia zum Sieg gegen Essen

Die Abstände zwischen den Aachener Abwehrspielern stimmten nicht mehr. Die Viererkette rückte ganz dicht zusammen. Alexander Heinze, Matti Fiedler, Peter Hackenberg und Patrick Salata klatschten sich begeistert ab.

Das Quartett brauchte keine taktischen Vorgaben mehr zu erfüllen, der Job war erledigt, Rot-Weiss Essen mit 1:0 bezwungen. Das lag auch an den vier Recken in der Abwehr, die eine menschliche, gleichsam unüberwindbare Mauer gebildet hatten. „Zu Null gespielt, in Essen vor 10.000 Zuschauern gewonnen, mehr geht nicht“, stellte der umsichtige Innenverteidiger Alexander Heinze zufrieden fest, als der letzte Zweikampf gewonnen war.

Am Ende der englischen Woche stehen drei Siege in neun Tagen. Seitdem der Trainer auf die Viererkette umgestellt hat, fällt die Punkteernte üppig aus. „Jetzt haben wir die ganze Scheiße hinter uns gelassen“, atmete Fuat Kilic auf „und wollen uns im vorderen Mittelfeld festsetzen.“ Seit acht Spielen ist sein Team nun nach einem ausgewachsenen Fehlstart ohne Niederlage, als kleine Belohnung gab es zwei Tage dienstfrei.

Ziemlich viel Testosteron war am Start, als der alte Westschlager angepfiffen wurde. Die ersten Minuten gab es alle 3,7 Sekunden einen Zweikampf, ohne dass der gesetzliche Rahmen übertreten wurde. Essen wollte sich resolut Respekt verschaffen, Aachen hielt entschlossen dagegen. Kilic hatte drei Wechsel nach dem Kantersieg gegen Herkenrath vorgenommen. David Pütz kehrte für Mohamed Redjeb zurück, Kai Bösing ersetzte Manuel Glowacz, Marco Müller verdrängte Blendi Idrizi. „Wir wollten noch mehr Frische und Präsenz haben“, sagte der Trainer.

Die Gäste wehrten sich, nach etwa zehn Minuten übernahmen sie langsam die Spielkontrolle. Stipe Batarilo steckte durch für Dimitry Imbongo. Und Aachens Mittelstürmer lupfte den Ball vorbei an Essens Torwart Lukas Raeder zum 0:1 (22.). Imbongos viertes Tor in dieser Woche war ein ziemlicher Wirkungstreffer für die Essener Mannschaft, die nach formidablen Saisonstartgerade ein bisschen unrund unterwegs ist. Aachen setzte nach. Matti Fiedler legte auf für Robin Garnier, der Rotschopf jagte den Ball aus ziemlich spitzen Winkel übers Tor (24.).

Nicht so resolut

Vielmehr passierte nicht mehr bis zur Pause. Die angeknacksten Gastgeber hatten keine Idee mehr, und auch die Aachener bespielten die angebotenen Räume nicht so resolut. So spielte sich das Geschehen weitgehend zwischen den Strafräumen ab.

Niklas Jakusch hatte einen sonnigen Nachmittag, die ersten 45 Minuten hätte er in einer Hängematte in seinem Tor verbringen könnte, er wurde nicht benötigt. Das änderte sich wenig überraschend grundlegend. Schon kurz nach dem Wechsel fischte Aachens Keeper einen Kopfball von Philipp Zeiger weg (47.), das war noch nicht mal seine beste Tat.

Einen Volleyschuss von Enzo Wirtz lenkte er gedankenschnell um den Pfosten (64.). „Wir hatten einen überragenden Torwart, der in den letzten Wochen immer stärker geworden ist“, sagte sein Trainer nach Spielende. Jakusch selbst faustete alle Komplimente weg wie vorher die Essener Flanken. „Es fühlt sich einfach gut an, hinter so einer Abwehr mit diesen Riesen zu stehen“, lobte er seine Viererkette.

Jakusch war unbezwingbar in dieser Phase, in der die Hausherren den Druck mächtig erhöhen. „Das Spiel hätte kippen können“, reklamierte RWE-Trainer Karsten Neitzel später enttäuscht. Der Hinweis war berechtigt, aber auch Kilic konnte unwidersprochen darauf verweisen, dass die Spannung völlig unnötig. Seine großgewachsene Mannschaft ist bei ruhenden Bällen zu ungefährlich. In Essen wurden etliche Überzahlsituationen nicht präzise verwertet.

Die beste Gelegenheit hatte Kai Bösing, den David Pütz bravourös freigespielt hatte. Bösing scheiterte bei seiner Großchance an Essens Torwart Lukas Raeder (75.). So blieb es bis zum intensiven Schlagabtausch bis zur letzten Sekunde, ehe die Feierlaune ausbrach. „Für solche Spiele haben wir mal angefangen Fußball zu spielen“, hatte Hackenberg vorher in der Kabine gesagt. Nach dem Sieg war dann eher der starke Abwehrkollege Matti Fiedler gefragt - als Kabinen-DJ. „Das gibt jetzt Mallorca-Mucke auf die Ohren“, kündigte er fröhlich an.

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