Aachen: Hyballa: „Manche wissen nicht, wie gut sie sind”

Aachen: Hyballa: „Manche wissen nicht, wie gut sie sind”

Das „Kopf-an-Kopf-an-Kopf-Rennen”, wie Alemannia Aachens Trainer Peter Hyballa den Dreikampf um die Torwart-Position zwischen Thorsten Stuckmann, David Hohs und Thomas Unger beschreibt, ist in der Wade entschieden worden.

Genauer: Thorsten Stuckmann, in der vergangenen Saison noch unumstrittene Nummer eins zwischen den Pfosten, fällt mit einem Muskelfaserriss verletzt aus.

Aus dem Dreikampf war ein Zweikampf geworden, den eindeutig David Hohs für sich verbuchen konnte. „Ich hätte das Ding lieber komplett auf dem Platz für mich entschieden”, strahlt der 22-Jährige die Ruhe und Zuversicht aus, die sein Trainer von ihm auch auf dem Platz erwartet. „Ich habe immenses Vertrauen in David Hohs”, bescheinigte Hyballa dem 22-Jährigen, dass er nicht nur aufgrund der Stuckmann-Wade vorläufig den Stammplatz im Tor bekommen hat.

„Er ist ein Pokerface und hat es absolut verdient im Tor zu stehen”, sang der 34-Jährige das hohe Lied auf den ehemaligen A-Jugend-Meister von Bayer Leverkusen. Hohs gehört zweifelsohne in die Kategorie der jungen Spieler von Alemannia Aachen, die der Trainer wie folgt beschreibt: „Sie arbeiten gut, sie sind gut, manche wissen überhaupt nicht, wie gut sie eigentlich sind.”

Die persönlichen Qualitäten, die Hyballa seiner neuen Nummer eins bescheinigt („David Hohs ist fußsicher, spielt gut mit, zeigt Präsenz auf dem Platz und kann das Spiel beschleunigen”) waren - soweit es der strömende Regen zuließ - auch beim Pokalerfolg über Schwarz-Weiß Essen kaum zu übersehen: Die Abwehrreihe und die defensiven Mittelfeldspieler nutzten den Torwart als zusätzliche Anspielstation, wenn der defensiv eingestellte Gegner die Räume für ein Abspiel nach vorn mal wieder komplett zugestellt hatte. Der beidfüßige Torwart schaltete sich immer wieder ins Aufbauspiel ein und zeigte auch beim Herauslaufen keine Schwächen.

Zupass kommt Hohs, der in der vergangenen Saison Stuckmann bereits dreimal vertreten hat, bei der neuen Interpretation der Torwartrolle sicherlich auch die Systemumstellung weg von der Doppelsechs hin zu einem Mittelfeld mit Raute, bei der die Spieleröffnung weniger über einen der zwei defensiven Mittelfeldspieler läuft und einen flexibleren Aufbau ermöglicht. „Gegen Leverkusen ist der Ball 14 Mal auf den Torhüter zurückgespielt”, erinnert sich Hohs an den Sieg im Derby Cup über seinen früheren Verein.

Einen Vorteil bringt die Position als Nummer eins auch bei der täglichen Arbeit auf dem Platz mit sich: „Das Training ist mehr auf die Wünsche und Besonderheiten des Stammtorhüters ausgerichtet”, meint Hohs, der trotz des immensen Konkurrenzdrucks auch auf der Torwart-Position zwischen den menschlichen und sportlichen Aspekten unterschiedet: „Das kann man immer trennen, und wir unterhalten uns ganz normal”, beschreibt der 22-Jährige das Betriebsklima unter Kollegen. „Was würde es auch bringen, wenn ich die anderen beiden beschimpfe oder beleidige? Überhaupt nichts.”

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