Hackenberg bleibt auch in den nächsten Jahren Kapitän der Alemannia

Alemannia Aachen : Hackenberg – ein Kapitän auch für die nächsten Jahre

Zum ersten Mal von Peter Hackenberg gehört hat Fuat Kilic Ende 2015, und der Kontext war eher unerfreulich. Kilic verhandelte mit dem damaligen sportlichen Leiter Alexander Klitzpera über sein Engagement bei Alemannia Aachen.

Mitgeliefert wurde die Information, dass er auf drei kurz zuvor suspendierte Spieler – darunter auch Kapitän Hackenberg – nicht mehr setzen dürfe.

Ein paar Tage später nahm der Trainer die Arbeit auf, vergeblich versuchte er, sich für noch einmal für Hackenberg und den ebenfalls aussortierten Torwart Frederic Löhe stark zu machen. Der Fall war erledigt, es wirkte wie eine unehrenhafte Entlassung.

Kilic kam durch die Vordertür, durch die Hintertür verließen die Spieler den Klub, ohne dass es überhaupt ein Gespräch mit dem neuen Coach gegeben hatte.

Nach seinem Aachen-Abschied wechselte Hackenberg damals zu KAS Eupen, kehrte später erst einmal zum Tivoli zurück, um sich fitzuhalten. Und dann, im letzten Winter, meldete er sich endgültig wieder in die Kabine zurück. Kilic hat ihn kennen- und schätzen gelernt und darum gekämpft, dass er wieder ein Alemanne wird. Die Vorurteile von damals sah er schnell widerlegt, das Gespräch, das Kilic und Hackenberg Ende 2015 nicht mehr führen konnten, wird heute beinahe täglich nachgeholt. Kilic sagt: „Peter ist ein Muster-Profi, und von seiner ganzen Persönlichkeit her ein Anführer. Auf und neben dem Platz.“ Die hohe Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit, das verbindet sie längst.

Alemannia spielt am Samstag, 14 Uhr, gegen den finanziell durchgeschüttelten Wuppertaler SV. Kilic wird Hackenberg wieder aufstellen, der sich Anfang des Jahres eine Risswunde am Schienenbein zugezogen hatte. Deswegen hat er ein paar Spieltage auf der Ersatzbank gesessen. Die Abwehr blieb sattelfest, so dass es keinen Anlass für Veränderungen gab. Doch nun ist Matti Fiedler gesperrt, und Hackenberg kehrt in die Zentrale zurück.

Der Verteidiger, der als ziemlich kommunikativ gilt, will über die alten Zeiten nicht mehr viele Worte machen. „Ich bin einfach glücklich, dass ich durch meine Leistung den guten Ruf wieder erarbeitet habe.“

Vor ein paar Tagen hat der 30-Jährige seinen Vertrag am Tivoli für zwei Jahre (plus Option für ein Jahr) verlängert, es waren keine schwierigen Gespräche. „Ich fühle mich einfach wohl in diesem Verein und dieser Stadt“, hat er mitgeteilt und unterschrieben. Die Kette mit den vier Abwehrriesen bleibt zusammen. „Man sollte auch mal zu schätzen wissen, was man hier hat“, sagt er. Langzeit-Trainer Kilic war ein wichtiger Grund für seine Unterschrift. „Ich habe im Laufe der Jahre schon ein paar Trainer mitbekommen, aber noch keinen, der so pflichtbewusst und professionell von morgens bis abends unterwegs ist“, sagt Hackenberg.

Kilic macht keinen Hehl daraus, dass sein Abwehrorganisator auch der Anführer in den nächsten Jahren bleiben wird. „Er ist der geborene Kapitän.“ Dessen Aufgaben hatte Hackenberg auch schon bei seinen Ex-Klubs Cottbus, Magdeburg oder Eupen übernommen. „Ich helfe gerne und übernehme gerne Verantwortung“, sagt er. Das wird auch so bleiben unter seinem Trainer. Kilic und Hackenberg gehören längst zum Inventar des Viertligisten.

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