Ehemaliger Alemannia-Trainer: Guido Buchwald will Präsident des VfB Stuttgart werden

Ehemaliger Alemannia-Trainer : Guido Buchwald will Präsident des VfB Stuttgart werden

Der eine Weltmeister hat dem VfB Stuttgart vor einer Woche einen Korb gegeben, der andere will nun Präsident werden: Guido Buchwald hat seine Kandidatur öffentlich gemacht – Aachener Fußballfans noch als kurzzeitiger Trainer der Alemannia in Erinnerung.

Der 1990er-Weltmeister Guido Buchwald will Präsident des VfB Stuttgart werden und den Zweitligisten zurück zu alter Größe führen. Eine Woche nach der Absage seines Freundes Jürgen Klinsmann, der als Vorstandsvorsitzender nicht mehr zur Verfügung steht, machte der 58-Jährige seine Kandidatur am Donnerstag öffentlich.

„Vor der Verantwortung habe ich mich noch nie gedrückt. Ich stehe zu meinem Wort, dem VfB Stuttgart zu helfen, wenn er Hilfe benötigt“, hieß es in der Mitteilung. „Ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen und mich den Mitgliedern, dem obersten Gremium des Vereins, in einer demokratischen und fairen Wahl zu stellen.“

Einen Präsidenten Guido Buchwald fände der ehemalige Bundestrainer Klinsmann toll, wie er schon am Sonntag gesagt hatte: „Er wäre der Richtige, weil er Ahnung vom Fußball hat und er eine Legende ist. Er hat eine große Reichweite, so einen Club zu führen und zu repräsentieren. Ich wäre begeistert, wenn Guido Präsident werden würde.“ Sich selbst hatte er aus dem Rennen genommen, weil ihm die Kommunikation mit dem Fußball-Club „nicht zielführend und ohne jede Dringlichkeit“ vorgekommen war.

Buchwald selbst war vor sieben Monaten noch gekränkt und enttäuscht von seinem Amt als Aufsichtsrat zurückgetreten. Grund dafür war ein Wortgefecht mit seinem Aufsichtsratskollegen Wilfried Porth.

In Aachen blieb die Episode Buchwald als glücklos in Erinnerung. Hier der Trainer im Juni 2007 auf dem alten Tivoli. Foto: ZVA/Harald Krömer

Neben Buchwald haben sich bislang auch der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer sowie der Unternehmer Claus Vogt öffentlich zu ihren Ambitionen geäußert. Maximal zwei der Kandidaten werden vom Vereinsbeirat den Mitgliedern zur Wahl vorgeschlagen. „Da der VfB Stuttgart noch immer ein Sportverein ist, bin ich der Auffassung, dass auch ein „Sportler“ an der Spitze des Vereines stehen sollte“, schrieb Buchwald.

Der VfB Stuttgart ist seit dem Rücktritt von Wolfgang Dietrich auf der Suche nach einem neuen Präsidenten. Die Bewerbungsfrist endet am 15. September, drei Monate vor der Mitgliederversammlung im Dezember.

Was die Popularität unter den Stuttgarter Fans angeht, wäre Buchwald seinen beiden Mitbewerbern gegenüber klar im Vorteil. Ob er aber auch der richtige wäre, das komplizierte Präsidenten-Amt beim Traditionsclub zu übernehmen, darüber grübeln selbst die Fans.

Buchwalds größter Moment: Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann er 1990 die Fußball-WM in Italien. Von links: Andreas Brehme, Pierre Littbarski, Jürgen Klinsmann, Bodo Illgner und Jürgen Kohler (beide Hintergrund), Rudi Völler, Thomas Häßler, Guido Buchwald und Thomas Berthold. Das Team hatte im Finale die Argentinier mit 1:0 bezwungen. Foto: Frank Kleefeldt

Das Netzwerk des Schwaben ist unbestritten, die bisherige Karriere als Funktionär verlief aber alles andere als schillernd. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er zunächst als Sportdirektor des Karlsruher SC, dann für die Stuttgarter Kickers, anschließend erfolgreich als Trainer in Japan, danach erfolglos im Jahr 2007 bei Alemannia Aachen, wieder für die Kickers, und ab 2015 schließlich als VfB-Scout und später als Aufsichtsratmitglied.

Seither war Buchwald in erster Linie wieder Fan seines VfB und litt beim Abstieg aus der Bundesliga. Den angestrebten Aufstieg im kommenden Sommer würde er gerne als Präsident feiern.

(dpa)
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