Grlic ist Alemannias Herr der Freistöße

Grlic ist Alemannias Herr der Freistöße

Aachen (an-o) - Nach dem 2:1-Sieg bei LR Ahlen zeigte Jörg Berger äußerlich kaum Emotionen. Kontrolliert und sachlich nahm der Aachener Coach den ersten Auswärtserfolg seiner Elf in dieser Saison zur Kenntnis.

Großen Anteil an dem Dreierpack hatte Mittelfeldspieler Ivica Grlic. Denn der 27-Jährige bereitete nicht nur den Ausgleichstreffer von Edwin Bediako per Freistoß vor, er erzielte auch vier Minuten vor dem Abpfiff mit einem gekonnten Lupfer über Ahlens Keeper Bernd Meier den 2:1-Endstand.

"Mein erster Gedanke war, den lupfst du jetzt, und so habe ich es auch gemacht", erinnert sich Ivo (so wird er von Mitspielern und Freunden gerufen) Grlic an das spielentscheidende Klassetor.
"Mit Selbstvertrauen spielt man besser", nennt der im Mittelfeld flexibel einsetzbare Profi einen Grund für seinen Aufschwung, schränkt aber direkt ein: "Ich betone immer, dass nicht meine Leistung, sondern die der Mannschaft entscheidend ist. Wenn das Team erfolgreich ist, geht es meist allen gut."
So will er auch nichts von seiner besten Partie in der Fremde wissen: "Es war unser bestes Auswärtsspiel. Wir haben 65 Minuten gut gespielt und nach einem Rückstand noch verdient gewonnen."

Keine Regelmäßigkeit

Somit haben die von ihrem Trainer in Ahlen auf den Prüfstand gestellten Schützlinge eigentlich unter Beweis gestellt, dass die 1:4-Schlappe in Trier nur ein Ausrutscher war. "Im Laufe einer Saison hat jede Mannschaft - auch Bayern München - zwei, drei ganz schwache Spiele. Wichtig ist, dass sie auswärts nicht zur Regelmäßigkeit werden. Und genau das haben wir in Ahlen widerlegt", formuliert der Experte für Standardsituationen.

Neben der guten Vorbereitung, der "Geborgenheit" auf dem Tivoli und dem besseren Kader als im Vorjahr hebt der sehr selbstkritische Alemanne auch das konzentrierte Üben von Standards als Grundlagen des Aufwärtstrends hervor: "Es ist sehr gut, dass wir intensiv und regelmäßig Freistöße trainieren. In Ahlen beispielsweise sind von meinen fünf Standards vier gut angekommen, und normal müssen wir daraus zwei Tore und nicht nur eins machen."

Für Coach Berger resultierte auch die "größere Ballsicherheit und das gefährliche Konterspiel der Mannschaft aus der guten Trainingsarbeit". Und wenigstens einmal huschte so etwas wie ein Lächeln über des Trainers strenges Gesicht: als er nämlich seinem Spieler Grlic eine "überragende Partie" attestierte.

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