Aachen: Gelingt David Pütz gegen Erndtebrück sein Premierentreffer?

Aachen: Gelingt David Pütz gegen Erndtebrück sein Premierentreffer?

Der Platz war eher ungünstig gewählt. David Pütz, umgeben von Anhängern des Wuppertaler SV, war bewusst, dass er sich keine Freunde machen würde, als er am Samstag den Ausgleichstreffer seines Vereinskollegen Alexander Heinze in der Nachspielzeit (2:2) bejubelte.

„Emotionen gehören dazu“, sagt Alemannia Aachens Mittelfeldspieler, der den intensiv geführten Westschlager im Stadion am Zoo gelbgesperrt verpasst und von der Tribüne verfolgt hatte. Am Mittwochabend (19 Uhr) steht am Tivoli das Nachholspiel gegen Aufsteiger TuS Erndtebrück an, und man kann getrost davon ausgehen, dass Pütz (21) wieder das Mandat für die Startelf erhält.

Das ergibt sich allein schon aufgrund der personellen Situation, denn Maurice Pluntke ist nach seiner zehnten Gelben Karte der nächste Gesperrte. Mittlerweile hat sich Pütz aber ohnehin einen Stellenwert im Aachener Team erarbeitet, der vermuten lässt, dass man als Trainer nur ungern auf ihn verzichtet. Fuat Kilic sagt über den ehemaligen Juniorennationalspieler: „Er ist sehr robust, ballsicher und verhält sich im Zweikampf sehr geschickt.“ Pütz ist im zentralen Mittelfeld ein erfolgreicher Balljäger und ein wichtiges Bindeglied zwischen Angriff und Abwehr geworden.

„Und er hat eine zu einhundert Prozent professionelle Einstellung“, lobt Kilic seinen Schützling. Was Pütz bisher noch abgeht: „Er muss torgefährlicher werden.“ Unfreiwillig hat er den Titel des ungefährlichsten Akteurs im Team von Kapitän Nils Winter geerbt, der seinen Premierentreffer im 75. Spiel im Alemannia-Dress (gegen Borussia Dortmund II) feierte.

Am Mittwoch wäre ein guter Zeitpunkt für einen Torerfolg von Pütz. Er könnte dabei helfen, die noch offene Rechnung mit Erndtebrück zu begleichen. Im Hinspiel lieferten die Aachener die laut Kilic „schlechteste Saisonleistung“ ab (0:2), der Turn- und Sportverein überzeugte mit Effektivität.

„Zwei Chancen, zwei Tore“, erinnert sich der Trainer. Diesmal ist die Ausgangslage eine andere, seine Spieler sind in der Fußball-Regionalliga zuletzt als Jäger der Spitzenteams gesichtet worden. Oder wie Pütz es formuliert: „Wir haben im Vergleich zur Hinrunde ein besseres Gefühl für Spielsituationen.“

Die bevorstehenden englischen Wochen bereiten dem Medizinstudenten kein Kopfzerbrechen. Im Gegenteil: „Wenn wir abends spielen oder trainieren, habe ich tagsüber mehr Zeit zu lernen.“ Die aktuelle Lektüre: Neuroanatomie. Der Fokus liegt aber auf dem Sport.

Pütz ist nicht der einzige Akteur, der am Mittwochabend Abend wieder auf dem Spielerbogen auftauchen wird: Der lange verletzte Junior Torunarigha befindet sich ebenfalls im Kader. Ob der Angreifer Einsatzzeit erhält, ließ Kilic offen.

Mögliche Aufstellung: Depta - Heinze, Hackenberg, Fiedler - Pütz - Fejzullahu, Kühnel, Lippold, Azaouaghi - Mickels

Schiedsrichter: Robin Delfs (Bottrop)

Bilanz: 3 Spiele/1 Sieg/1 Remis/1 Niederlage/ 4:5 Tore

Mehr von Aachener Nachrichten