Aachen: Gegen Union: Kapitän Benny Auer will drei Punkte

Aachen: Gegen Union: Kapitän Benny Auer will drei Punkte

Nur 27 Tage Pause liegen zwischen dem letzten Spieltag der Hinrunde der Zweiten Liga und dem heutigen Auftakt zur Rückrunde. Vor dem Auftritt bei Union Berlin sprach unser Redakteur Roman Sobierajski mit Kapitän Benjamin Auer.

War das Aufstehen heute Morgen sehr schmerzhaft?

Auer: Nein, alles ist in Ordnung. Warum?

Sie sind 30 Jahre alt geworden. Ein Fan hat Ihnen gratuliert und geschrieben: Der alte Rüde nullt...

Auer:... und ich schaue jetzt jeden Morgen in den Spiegel, ob ein neues graues Haar dazugekommen ist.

Das 2:2-Unentschieden in der Hinrunde war das erste Spiel unter Trainer Peter Hyballa, Sie waren verletzt nicht dabei. War dieses Spiel so etwas wie die Matrix für die komplette Hinserie?

Auer: Ich habe auf der Tribüne mitgelitten. Für den Saisonstart war das Spiel recht ordentlich, aber wir haben angesichts unserer Überlegenheit zwei Punkte verschenkt. Es stimmt, wir haben in der Hinrunde zu wenig Punkte geholt, aber das werden wir in der Rückrunde ändern und in Berlin damit anfangen.

Obwohl die Erfolge gegen Union ziemlich überschaubar sind...

Auer: Das stimmt, erst das 1:4, dann die beiden Unentschieden. Die liegen uns also nicht unbedingt. Aber vom Potenzial und vom Kader her sind wir einfach besser und haben zuletzt im Pokal sehr gute Leistungen gezeigt.

Apropos Pokal: Inwieweit schwirrt das Bayern-Spiel in den Köpfen herum, und wie sehr ist die Konzentration auf die Liga gerichtet?

Auer: Der Trainer hat das ganz gut gemacht und überhaupt nicht über das Pokalspiel geredet. Klar wird in der Kabine darüber gesprochen, denn das ist ein Highlight für die Spieler und für den Verein. Aber bis dahin sind sechs Punkte zu vergeben, und wir werden richtig Gas geben. Vergeigen wir den Anfang, dann wird es eine ziemlich langweilige Saison.

Der Fokus ist also eher auf die sieben Punkte Abstand zum Relegationsplatz als auf die acht zur Abstiegszone gerichtet?

Auer: Definitiv. Wir sind einfach zu stark, um noch weiter nach unten abzurutschen.

Berlins Trainer Uwe Neuhaus hat gesagt, dass die Alemannia an einem guten Tag zu allem fähig ist.

Auer: Das kennen wir, dass uns der Gegner über den grünen Klee lobt. Aber wir sind gut beraten, uns nur auf uns selbst zu konzentrieren.

Aachens Trainer Peter Hyballa meinte, dass die Mannschaft ihre Probleme in den beiden Strafräumen hat. Bei 24 Gegentreffern nachvollziehbar, aber mit 25 eigenen Toren hat Aachen den drittstärksten Angriff der Zweiten Liga.

Auer: Wir machen ja auch in jedem Spiel unsere Tore. Aber klar ist auch, wir spielen uns viele Chancen heraus und verpassen es dann, die Begegnungen frühzeitig deutlich zu entscheiden. Wir sind immer noch nicht clever und abgezockt genug, das ist ein Lernprozess, der noch andauert.

Und ausgerechnet gegen Union Berlin hat Aachens erfolgreichster Torschütze noch nie getroffen, der alte Rüde hat also bislang genullt.

Auer: Danke, dass Sie mich daran erinnern. Aber egal, ob der Torschütze Auer heißt oder nicht: Wichtig ist nur, dass wir die drei Punkte zum Auftakt holen.

Marco Höger hat zuletzt gegen Frankfurt einen Elfmeter verschossen. Sollte es dazu kommen, werden Sie dann an den Punkt gehen?

Auer: Ich werde ihm tief in die Augen schauen, wenn ich ein Zittern darin entdecke, dann schnapp ich mir den Ball.