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FVM-Pokalfinale 2020: Der Weg von Alemannia Aachen ins Endspiel

FVM-Pokalfinale 2020 : Alemannias Weg ins dritte Endspiel in Folge

Zum dritten Mal in Folge steht die Alemannia im FVM-Pokalfinale. Das Endspiel findet aufgrund der Corona-Krise nicht nur sehr spät, sondern auch unter besonderen Bedingungen statt. Dafür winkt mit einem Sieg nicht nur die Teilnahme am DFB-Pokal, sondern ein Erstrundenspiel gegen Bayern München. Wir blicken zurück auf den Weg der Aachener in den Bonner Sportpark.

Aller guten Dinge sind drei. So sagt man. Das scheint auch für Alemannia Aachen zu gelten, denn die Tivoli-Kicker stehen nach 2018 (0:2 nach Verlängerung gegen Viktoria Köln) und 2019 (3:1 gegen Fortuna Köln) zum dritten Mal in Folge im Finale des FVM-Pokals. Das findet aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der zwischenzeitlichen Unterbrechung des Wettbewerbs so spät statt wie noch nie: Am Samstag, 22. August 2020, trifft die Alemannia ab 16:45 Uhr im Sportpark Nord in Bonn auf den 1. FC Düren und will den Titel unter dem neuen Trainer Stefan Vollmerhausen verteidigen. Mit einem Sieg winkt nicht nur ein weiterer Pokal für den Trophäenschrank, auch die Teilnahme an der ersten Runde im DFB-Pokal wäre wieder geschafft. Und da wartet niemand geringeres als der Deutsche Rekordmeister und -pokalsieger FC Bayern München.

Bis dahin ist aber für die Schwarz-Gelben noch ein Sieg notwendig. Vier gab es in dieser Pokalrunde bereits. Wir blicken zurück auf die absolvierten Etappen.

1. Runde: DJK Rasensport Brand – Alemannia Aachen 0:5

Die Alemannia startete mit einem echten Stadtderby in den FVM-Pokal. In der ersten Runde musste das Team vom Tivoli auswärts bei Raspo Brand antreten – und das auf dem eigenen Rasen. Das Spiel zwischen David und Goliath wurde aufgrund der zu erwartenden Zuschauer von Sportanlage Wolferskaul, die maximal 3000 Zuschauer fasst, auf den zehnmal größeren Tivoli an der Krefelder Straße verlegt. 2600 Menschen verfolgten am Ende an diesem Halloweenabend ab 19.30 Uhr das Duell zwischen dem Titelverteidiger aus der Regionalliga und dem Herausforderer aus der Bezirksliga.

Für die Alemannia gab es am Ende kein böses Erwachen. Durch Treffer von Patrick Salata (39. Minute), Vincent Boesen (73. Minute) und einem Hattrick von Jonathan Benteke (42., 83. und 84. Minute) siegten die Schwarz-Gelben unter Trainer Fuat Kilic souverän 5:0 und sorgten so für ein „Happy Halloween“ für alle Alemannia-Anhänger.

Auch die Brander waren zufrieden mit der gezeigten Leistung. Trainer Daniel Formberg sagte nach dem Spiel: „Wir haben es gut gemacht, insbesondere defensiv in den ersten 40 Minuten. Ein 0:3 wäre am Ende auch möglich gewesen, aber das 0:5 ist für uns als Bezirksligist auch völlig okay. Der Stolz überwiegt heute.“

Alemannia mit 5:0-Erfolg über Rasensport Brand

2. Runde: Alemannia Aachen – SV Bergisch Gladbach 3:1

In der zweiten Runde konnte die Alemannia wieder auf dem Tivoli antreten, dieses Mal auch als Gastgeber. Die Schwarz-Gelben empfingen am Samstagnachmittag des 23. Novembers ab 14 Uhr den Ligakonkurrenten SV Bergisch Gladbach.

Rund zwei Wochen vorher trafen beide Vereine bereits im Rahmen der Regionalliga West aufeinander. 3:0 siegten die Schwarz-Gelben. Dennoch blickte Bergisch-Gladbach Trainer Helge Hohl, der zuvor beim Fußball-Landesligisten Hertha Walheim unter Vertrag stand, optimistisch auf das FVM-Pokalachtelfinale und sagte: „Der Pokal hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze. Wir trauen uns schon zu, Alemannia an einem besonderen Tag zu schlagen.“.

Doch die Alemannia ließ auch beim erneuten Aufeinandertreffen mit dem Aufsteiger keine Zweifel aufkommen und behielt nach 90 Minuten mit 3:1 die Oberhand. Rund 2000 Zuschauer verfolgten das Spiel vor Ort und konnten aus Aachener Sicht Treffer von André Wallenborn (31. Minute), Jonathan Benteke (34. Minute) und Florian Rüter (67. Minute) bejubeln, die die Mission Titelverteidigung am Leben hielten.

Nach dem Spiel war die Alemannia nicht nur Titelverteidiger, sondern auch der letzte verbliebene Regionalligist und damit das klassenhöchste Team. „Auch wenn wir nun der klassenhöchste Klub im laufenden Wettbewerb sind, wird dieser kein Selbstläufer für uns. Aber natürlich ist die Wahrscheinlichkeit jetzt höher, wieder ins Finale zu kommen und dem Verein und den Fans erneut besondere Momente zu schenken“, kommentierte Trainer Fuat Kilic die besondere Situation.

Drittligist Viktoria Köln hatte sich bereits in der ersten Runde gegen den FC Hennef 0:1 geschlagen geben müssen. Und genau der wartete im Viertelfinale auf die Schwarz-Gelben.

Alemannia spielt sich in nächste Pokalrunde

Viertelfinale: FC Hennef – Alemannia Aachen 0:2

Am Aschermittwoch 2020 führte der FVM-Pokal die Alemannia im Rahmen des Viertelfinals nach Hennef. Da sollte aber nach Möglichkeit noch nicht alles für die Aachener vorbei sein. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen konnte: Es war für rund ein halbes Jahr lang die vorerst letzte Pokalpartie und die letzte für Trainer Fuat Kilic im Alemannia-Dress. „Wir haben einen souveränen Pokalauftritt hingelegt. Wir hätten nur die eine oder andere Chance noch besser ausspielen müssen.“, sagte er nach dem Spiel.

Immerhin zwei Chancen wurden wie gewünscht an diesem Mittwochabend gut ausgespielt: Innenverteidiger Alexander Heinze brachte seine Mannschaft in der 13. Minute mit einem Abstauber nach einem Eckball in Führung, in der 25. Minute erhöhte Stipe Batarilo zum 2:0. Das war nach 90 Minuten auch der Endstand vor 850 Zuschauern und so stand der Titelverteidiger aus der Kaiserstadt im Halbfinale.

Halbfinale: FC Pesch – Alemannia Aachen 1:2

Nach der coronabedingten Zwangspause nahm der FVM-Pokal erst Mitte August 2020 seinen Betrieb wieder auf. Der Wettbewerb und seine Paarungen waren noch aus der vergangenen Saison, die Mannschaften und Trainer wurden aber im Sommer bunt durchgemischt. Bei der Alemannia zum Beispiel endete im Sommer die viereinhalbjährige Amtszeit von Rekordtrainer Fuat Kilic. Zudem verließen einige Spieler den Tivoli (David Pütz, David Bors, Manuel Glowacz und einige mehr).

Neu an der Seitenlinie stand bei den Aachenern nun Stefan Vollmerhausen, der mit seinem Kader im ersten Pflichtspiel gleich voll durchstarten musste: Im Halbfinale des FVM-Pokals wartete am Sonntag, 16. August 2020, ab 15 Uhr der FC Pesch auf die Schwarz-Gelben. Keine leichte Aufgabe für die runderneuerte Alemannia, immerhin hatte Pesch in der ersten Runde Fortuna Köln mit 2:0 nach Hause geschickt. Doch trotz der besonderen Corona-Situation, den entsprechenden Begleitumständen, einer nicht ganz normalen Vorbereitung und den Einschränkungen für die Zuschauer ließ Vollmerhausen vorab keine Zweifel aufkommen, wer ins Finale einziehen würde: „Wir glauben an uns. Wie das Spiel ausgeht, hängt nur davon ab, ob wir unsere Stärke auf den Platz bringen. Pesch ist ein unangenehmer Gegner, aber wenn man das Alemannia-Trikot trägt, ist das auch die Verpflichtung, von der ersten Minute an alles reinzuschmeißen.“

Und das taten die Schwarz-Gelben, die im Kölner Stadtteil ganz in weiß spielten, dann auch: Es war noch keine Viertelstunde gespielt, da brachte Vincent Boesen die Gäste mit 1:0 in Führung. Und die Kaiserstädter blieben spielbestimmend, wenn auch nicht unbedingt in letzter Konsequenz zwingend in der Offensive. Und so passierte in der zweiten Halbzeit, was in solchen Spielen passieren muss: Pesch schaffte mit der ersten gefährlichen Offensivaktion den Ausgleich. Nach einem Eckball der Hausherren herrschte Verwirrung im Strafraum vor Alemannia-Keeper Joshua Mroß, der das Spielgerät dann nur noch aus dem Kasten holen konnte.

Doch um Glück für die Alemannia spielt Boesen in ihren Reihen. Nach einer Freistoßflanke von Florian Rüter köpfte Aachens Nummer 9 in der 83. Minute das 2:1 und sicherte seinem Team damit den dritten Finaleinzug in Folge.

Trotz der coronabedingte Rahmenerscheinungen, die die meisten schwarz-gelben Anhänger zuhause den Livestream verfolgen ließen, und den Versuchen seitens Pesch, Unruhe bei der Alemannia zu stiften (es wurde eine angebliche Corona-Infektion bei den Aachenern vermutet und kurzfristig wurde die Umkleidekabine der Gäste in eine mehrere hundert Meter entfernte Schule verlegt), setzte sich das Vollmerhausen-Team durch und bewies dabei Nervenstärke - obwohl der ohnehin schon dünne Kader nicht voll besetzt war und es keine Auswechselmöglichkeiten gab.

Finale: 1. FC Düren – Alemannia Aachen

Das Finale findet am Samstag, 22. August im Bonner Sportpark Nord statt. Im Finale wartet der Mittelrheinligist 1. FC Düren, der sich im Sommer die Dienste er ehemaligen Aachener David Pütz und David Bors gesichert hat. Angepfiffen wird die Partie um 16:45 Uhr. Vor Ort werden Stefan Vollmerhausen und seine Mannschaft in diesem Jahr nicht von Tausenden Fans unterstützt. Die strengen Corona-Vorgaben lassen das nicht zu.

Die schwarz-gelbe Anhängerschaft kann die Partie aber immerhin live in einer Konferenzschaltung der ARD im Rahmen des „Tags der Amateure“ im Fernsehen sehen.