Fußball-Regionalliga: Alemannia Aachen zu Gast beim SV Lippstadt

Aachen reist nach Lippstadt : Alemannias willkommene Planungsunsicherheit

Das Team von Fuat Kilic strebt inzwischen Platz 3 in der Fußball-Regionalliga an. Am Sonntag (14 Uhr) sind die Aachener zu Gast in Lippstadt. Wann geht’s nach Mallorca auf Mannschaftstour?

Bei einem entscheidenden Detail stocken gerade die Planungen für Alemannia Aachens Mannschaftstour: Das Ziel ist wenig überraschend definiert, aber es gibt bislang keinen Termin. Die fehlende Planungssicherheit kurz vor Urlaubsbeginn ist ein gutes Zeichen, hängt sie doch damit zusammen, dass der Spielplan des Regionalligisten möglicherweise noch ergänzt wird. Am 25. Mai findet das Pokalfinale des Fußballverbands Mittelrhein statt, es wäre das Bonus­spiel für diese Saison.

„Da wollen wir hin“, sagt Kai Bösing. Aachens Mittelfeldspieler war noch nie an Mallorcas Ballermann, wo sich traditionell dutzende Fußballteams nach der Saison treffen. Am liebsten würde die Mannschaft mit dem Pokal in der Hand gleich vom Endspielort Bonn zum benachbarten Flughafen reisen, um sich dann auf der Sonneninsel ein bisschen zu feiern. Zukunftsmusik. Vorher hat die Mannschaft noch ein paar Wettkämpfe in der Regionalliga zu bestehen, am Sonntag zum Beispiel steht das Duell beim SV Lippstadt an (15 Uhr).

Im Ligaalltag hat das Tivoli-Team die Zügel nicht schleifen lassen, obwohl die ganz großen Ambitionen schon in der ersten Phase der Saison verspielt wurden. Die Mannschaft hat nicht nachgelassen, gehört bislang zu den vier besten Teams der Rückrunde. Und vermutlich ist es ein Vorteil, dass die Gruppe auch nach der Mallorca-Tour zusammenbleibt: Die meisten Spieler haben ihre Verträge frühzeitig verlängert. „Ich bin nicht nachtragend“, grinst Trainer Fuat Kilic, „aber ich merke mir schon, auf wen ich mich verlassen kann, und wer auch in dieser Situation weiterhin Gas gibt.“ Die Mannschaft spielt sich schon im Frühjahr für die nächste Saison ein.

Zuletzt sammelte die Alemannia vier Siege in Folge ein. Die knappen Erfolge gegen die drei Kellerkinder der Liga wurden als „Arbeitssiege“ archiviert. Rechtfertigen will sich Kilic dafür nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. „Wir sind fast zu selbstkritisch“, sagt der 45-Jährige. „Natürlich hat es zeitweise an Präzision gemangelt – aber wenn man die Spiele sich noch einmal anschaut, erkennt man, dass wir vieles auch richtig machen.“

Am Sonntag wartet ein Gegner mit einer anderen Spielidee: Lippstadt wird sich nicht verschanzen, der Aufsteiger braucht noch ein paar Punkte, um aus dem Kreis der gefährdeten Klubs auszuscheiden. „Die Lippstädter wollen nach vorne spielen, dafür verteidigen sie nicht so gerne“, ist das Fazit der Aachener Scouts. Kilic geht von einem schönen Schlagabtausch aus.

Bösings klare Ziele

Diesmal fehlt das Geld, um am Vortag anzureisen, was Kilic bei weiten Fahrten eigentlich bevorzugt. Am frühen Sonntag fährt der Bus los. Neben Kapitän Peter Hackenberg und Florian Rüter wird wohl auch Mo Redjeb die Reise nach Westfalen nicht antreten können. Der wuchtige Verteidiger hat sich im Training eine Verletzung am Zeh zugezogen. Dafür gehören Steven Rakk, Patrick Salata und auch Torwart Daniel Zeaiter wieder zu Aachens Delegation.

Kai Bösing, einziger Torschütze im Hinspiel, bekommt vielleicht eine kleine Verschnaufpause zugestanden, deutet Kilic an. Der Mittelfeldspieler ist gerade erst nach einer schweren Knieverletzung zurückgekehrt. Am Dienstag in Kaan-Marienborn stand er erstmals in 2019 wieder in der Startformation. „Der Körper gewöhnt sich gerade wieder an die Belastungen“, sagt Bösing, der seinen Vertrag längst verlängert hat. Die Reisepläne des 25-Jährigen nach der Saison sind noch ein bisschen vage, die sportlichen Pläne dagegen durchaus konkret. „Wir schielen jetzt auf Platz 3. Mindestens!“

Mögliche Aufstellung: Jakusch - Müller, Heinze, Fiedler, Salata - Pütz - Boesen, Idrizi, Batarilo, Garnier - Imbongo

Schiedsrichter: Martin Ulankiewicz (Oberhausen)

Bilanz: 3 Spiele/1 Sieg/1 Remis/1 Niederlage/3:4 Tore

Mehr von Aachener Nachrichten