Aachen/Bochum: Funkel sieht Bochum auf Augenhöhe mit Top-Klubs

Aachen/Bochum: Funkel sieht Bochum auf Augenhöhe mit Top-Klubs

Eine derart fundierte Gegneranalyse haben die Spieler von Alemannia Aachen wohl noch nie erhalten. Schließlich kennt Trainer Friedhelm Funkel die Mannschaft des VfL Bochum, dem Aachener Gegner am Freitag (18.00 Uhr), bis ins kleinste Detail.

Bis vor sechs Wochen hatte er an der Castroper Straße noch auf dem Trainingsplatz gestanden, ehe er im Zuge der anhaltenden Talfahrt entlassen worden war.

Hals über Kopf wechselte Funkel damals nach Aachen, wo kurz zuvor Peter Hyballa gehen musste. Nun also die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, die für den 57-Jährigen natürlich ein „besonderes Spiel” ist. „Ich kenne die einzelnen Spieler sehr gut. Trotzdem ist es nicht einfach, gegen eine solche Mannschaft zu spielen. Der VfL Bochum ist ein dicker Brocken”, sagt Funkel.

Funkel sieht Bochum auf Augenhöhe mit Top-Klubs

Der gebürtige Neusser spricht weiter in höchsten Tönen von seiner früheren Mannschaft. Unter normalen Umständen sei der Klub auf Augenhöhe mit Eintracht Frankfurt, Greuther Fürth, Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli, betont Funkel.

Normal seien die Umstände in den letzten Wochen seiner Trainerzeit in Bochum aber nicht gewesen. Die kürzeste Sommerpause aller Profiklubs wegen der Relegationsspiele gegen Borussia Mönchengladbach, dazu die Verletzungen von Schlüsselspielern wie Mimoun Azaouagh oder Chong Tese, aber auch der Durchhänger einiger hoffnungsvoller Talente seien die Gründe für den desolaten Saisonstart mit nur vier Punkten aus den ersten sieben Spielen gewesen.

Kritik an der VfL-Vereinsführung

„Ich bin nach wie vor sicher, dass wir die Kurve gekriegt hätten. So wie im Jahr davor, da sind wir auch nicht viel besser gestartet. Aber da gab es noch einen Werner Altegoer, der auch in der Krise den Trainer nicht fallen ließ. Diese Unterstützung hätte ich mir auch diesmal gewünscht”, kritisierte Funkel im „Kicker” die Vereinsführung des VfL.

Ein ähnliches Kunststück wie in der Vorsaison, als die Bochumer mit einem Zwischenspurt von 15 Spielen ohne Niederlage noch den dritten Platz erreicht hatten und erst in der Relegation unglücklich an Gladbach gescheitert waren, traute diesmal aber Funkel keiner zu. Das Thema Aufstieg ist für diese Saison auch längst ad acta gelegt worden. Bei 17 Zählern Rückstand zu Platz drei wäre alles andere auch utopisch.

Vornehmlich geht es in Bochum wie in Aachen darum, die unteren Tabellenregionen schnellstmöglich zu verlassen. „Die wollen gewinnen, wir wollen gewinnen, ich will gewinnen - und dafür werden wir alles tun”, sagt Funkel und ergänzt: „Wir wollen den zarten Aufschwung aus den letzten zwei Spielen, wo wir ganz ordentlich gespielt und gepunktet haben, in Bochum fortsetzen.” Durch den Sieg gegen den FC Ingolstadt am vergangenen Wochenende hat die Alemannia zumindest den letzten Tabellenplatz wieder verlassen.

In Bochum wird die Rückkehr des alten Trainers relativ gelassen aufgenommen, wenngleich das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer bis zum Schluss einwandfrei gewesen sein soll. „Es ist mir völlig egal, wer bei Aachen auf der Bank sitzt. Mich interessiert nur das Spiel, und dass wir drei Punkte holen. Ich konzentriere mich eher auf die Spieler des Gegners und da spielt Friedhelm Funkel nicht mit”, sagte Schlussmann Andreas Luthe.