Aachen: Funkel kennt nur ein Ziel: „Unten rauskommen”

Aachen: Funkel kennt nur ein Ziel: „Unten rauskommen”

Friedhelm Funkel hat bei Zweitligist Alemannia Aachen eine der schwersten Aufgaben seiner langen Trainerlaufbahn übernommen: Mit einem Häufchen verunsicherter, erfolg- und fast torloser Profis soll der als Aufstiegsspezialist bekannte Fußballlehrer den drohenden Abstieg in die Bedeutungslosigkeit der 3. Liga verhindern.

Funkels Ziel war am Dienstag schnell und glasklar formuliert: „Unten rauskommen”, sagte der 57 Jahre alte Neusser sechs Tage nach seiner Beurlaubung beim Aachener Konkurrenten VfL Bochum, der hinter den Alemannen die Position des Tabellenschlusslichts innehat.

Bei seiner neunten Station als Chefcoach muss Funkel aber auch Psychologe sein und die Blockaden lösen, an denen sein vor einer Woche beurlaubter Vorgänger Peter Hyballa scheiterte: Mit nur einem Treffer ist die Alemannia in den drei Profiligen des deutschen Fußballs das schlechteste Team.

Benjamin Auer, 2010/2011 mit 20 Toren zweitbester Angreifer der Liga, ist in der aktuellen Spielzeit noch gänzlich erfolglos. In den vergangenen vier Begegnungen gab es viermal ein 0:0, zuletzt am Sonntag mit Interimscoach Ralf Aussem gegen Tabellenführer SpVgg Greuther Fürth.

„Solche Phasen gibt es”, meinte Funkel, der mit mehr als 1100 Einsätzen als Spieler und Coach Rekordmann der 1. und 2. Liga ist und mit Bochum in der vergangenen Saison erst in der Relegation gegen Borussia Mönchengladbach am Wiederaufstieg scheiterte.

Nie aufgeben - so präsentierte sich der Fußballer Funkel, und so hielt er es immer auch als Coach, der laut Alemannia-Manager Erik Meijer „mit allen Wassern gewaschen ist”. Vom großen Erfahrungsschatz des neuen starken Mannes wollen die Verantwortlichen am Tivoli rasch profitieren: Schon am Samstag beim 1. FC Union Berlin soll das Team die Flucht nach vorn antreten.

„Das Wichtigste ist es, dass die Spieler merken, dass sie Rückendeckung und Vertrauen haben”, fügte Funkel bei seiner von einem großen Medienaufgebot begleiteten Vorstellung an - ein dezenter Seitenhieb auf Hyballa, der laut Meijer zuletzt nicht mehr den hundertprozentigen Rückhalt der Aachener Profis hatte.

Funkels Entscheidung pro Aachen war „kein Schnellschuss”, wie er bekannte. Er habe sich das Engagement beim ehemaligen Erstligisten und Pokalfinalisten „sehr gut überlegt” und möchte keine „One-Man-Show” an der Krefelder Straße bieten: „Ich bin ein Teamplayer.” Jetzt gilt nur noch der Blick nach vorn: „Klar ist, dass wir bis zur Winterpause punkten müssen - und das auch tun werden”, versprach er.

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