Alemannia unterliegt bei Köln II mit 2:4: „Für die erste Halbzeit müssen wir uns bei unseren Fans entschuldigen“

Alemannia unterliegt bei Köln II mit 2:4 : „Für die erste Halbzeit müssen wir uns bei unseren Fans entschuldigen“

Ein Fehler-Festival und ein Gegner, der das gnadenlos nutzte. „Wir haben heute so ziemlich alles falsch gemacht, was wir falsch machen konnten“, brachte Matti Fielder die 90 Minuten auf den Punkt.

Oder wie es Fuat Kilic ausdrückte: „Es sah aus, als wären wir die U21 und Köln die Männer-Mannschaft.“ Nach einem blutleeren Auftritt in der ersten Hälfte zeigte Alemannia Aachen in den zweiten 45 Minuten zwar ein anderes Gesicht, unterlag aber am Samstagnachmittag in der Fußball-Regionalliga beim 1. FC Köln II mit 2:4 (0:2).

Aachens Cheftrainer musste nach der Verletzung seines Stürmers David Bors (Kreuzbandriss) umbauen, für ihn agierte Gary Noel zentral in die Offensive. Gegenüber dem Homburg-Spiel rückten zudem Sebastian Schmitt und Manuel Glowacz statt Steven Rakk und Robin Garnier in die Startelf.

„Zu Hause“ und doch auswärts – die Zweite des 1. FC Köln war letztmals Gastgeber im Kölner Südstadion, Heimstätte des Liga-Konkurrenten Fortuna Köln, da das Fritz-Kremer-Stadion renoviert wurde. Köln ließ die Alemannia das Spiel machen, setzte selbst auf schnelles Umschaltspiel und Aachener Fehler. Kölns Matchplan zeigte sich früh: Lucas Musculus (3.) konterte über links, sein Schuss zog vorbei. Zwar prüfte Florian Rüter (6.) einmal halbherzig Kölns Keeper Julian Krahl, doch sonst überboten sich die Schwarz-Gelben mit Ballverlusten, Stockfehlern und Passspielen, die ins Leere gingen. Und Köln – schaltete sofort und konterte. „Derjenige, der den Ball hatte, war die ärmste Sau, keiner wollte ihn abnehmen“, sagte Kilic.

Kölner energischer

Sommerfußball par excellence – nur schienen die hochsommerlichen Temperaturen den Kölner weniger auszumachen. Die Gastgeber wirkten deutlich energischer, während die Körpersprache der Gäste nichts Gutes verhieß. Ballverlust – ein schneller Pass von Martin Rittmüller auf Vincent Geimer, Querpass auf Darko Churlinov, und der musste nur ins leere Tor einschieben – 1:0 (18.) für Köln. Ein Glowacz-Freistoß landete auf Umwegen bei Alexander Heinze (24.), der fünf Meter vor dem Tor unbedrängt vergab. Und Stipe Batarilo (31.) versuchte es mal von der Strafraumgrenze.

Symptomatisch war die Entstehung des 0:2 (36.): Patrick Salata stoppte den Ball, ließ sich zu lange Zeit, und Geimer eroberte energisch das Spielgerät, Querpass auf Churlikov, der den Ball vorbei an Keeper Rico Cymer und zwei Aachenern - wohl auch unterstützt von Salatas Fußspitze - über die Linie stocherte. Der Gast setzte nach – mit der vielleicht schönsten Aktion der ersten Hälfte, einer Ballstaffette von Wallenborn, Batarilo und Rüter, der erneut für Batarilo (41.) auflegt, doch der jagt den Ball in den Himmel. Und noch einmal Batarilo (43.) nach Zuspiel von Rüter und Schmitt, doch der Winkel passte nicht.

„In der ersten Hälfte waren wir gar nicht im Spiel, haben dem FC zu viel Platz gelassen, und wir wussten, dass wir das nicht durften. Trotzdem hatten wir noch zwei gute Chancen. Aber es zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison, dass wir die Möglichkeiten nicht nutzen“, ärgerte sich Glowacz.

Pfiffe der Fans, Wechsel von Kilic

Die Fans pfiffen, als die Mannschaft zur Pause vom Platz schlich. Und Kilic reagierte auf den blutleeren Auftritt mit einem Dreifach-Wechsel: Für den unauffälligen Noel kam Vincent Boesen, David Pütz ersetzte Schmitt. Zudem ging U19-Keeper Kilian Huijnen für Cymer, der sich beim 0:2 verletzt hatte, ins Tor. „Ich hätte noch vier, fünf Spieler auswechseln müssen. Und hätte auch noch einen anderen Feldspieler gebracht, aber ich musste unseren Keeper ersetzen“, so Kilic. Nach der Pausenansprache wirkte Aachen mit Wiederanpfiff wacher, agierte deutlich energischer: Einen Wallenborn-Freistoß setzte Müller (47.) per Kopf übers Tor. Huijnen durfte sich gleich zwei Mal gegen Geimer auszeichnen, einmal per Faustabwehr, dann lenkte er einen gut geschossenen Freistoß noch mit den Fingerspitzen über die Latte. Machtlos war er, als der erst eine Minute zuvor eingewechselte Gabriel Boakye (62.) nach einem Tempogegenstoß alleine vor ihm auftauchte – 0:3.

Und dann – auf einmal ging doch noch was: Heinze steckte den Ball durch, und Rüter (72.) traf mit Wucht (und Wut) ins lange Eck. Und wie aus dem Nichts fiel der Anschlusstreffer zum 2:3 (85): Eine krumme Glowacz-Flanke hämmerte Boesen in die Maschen. Vorne aufgebaut – hinten gleich wieder umgestoßen: Ein schnelles Umschalten, Boakye konterte, Aachens Abwehr ging nicht energisch auf den Ball und ließ Huijnen alleine – Geimer nutzte die Chance zum 4:2 (86.).

„Nach der Pause haben wir alles in die Waagschale geworfen, waren auch am Drücker. Ärgerlich ist, dass wir bei jedem Kölner Tor mitgespielt haben und der Gegner für seine Tore nur wenig tun musste“, legte Glowacz den Finger in die Wunde. Das sah auch sein Coach so: „Wir haben nicht das gespielt, was wir können und wollen. Die Niederlage war verdient.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kilic-Elf mit 2:4 Niederlage in Köln

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