Trainingsauftakt: Fuat Kilic: „Die Jungs haben ihre Hausaufgaben gemacht“

Trainingsauftakt: Fuat Kilic: „Die Jungs haben ihre Hausaufgaben gemacht“

Alemannia Aachens Coach ist mit der ersten Einheit zufrieden - und begrüßte mit Florian Rüter einen alten Bekannten am Tivoli.

Der erste Arbeitstag im neuen Jahr startete mit einer Videoanalyse. Fuat Kilic führte seinen Spielern vor Augen, „was in der Hinrunde nicht so gut gelaufen ist und woran wir arbeiten müssen“. Es war der entspannte Auftakt zu einer intensiven Vorbereitung, denn Alemannia Aachens Trainer weiß, dass bis zum ersten Regionalligaspiel 2019 gegen den 1. FC Köln II (8. Februar) nicht viel Zeit bleibt. „Wir müssen in diesen viereinhalb Wochen hochkonzentriert arbeiten“, lautet daher Kilics Forderung.

Nach einer Einheit im Kraftraum ging es gestern Morgen auch wieder auf den Platz, und das, was der 45-Jährige da sah, gefiel dem Übungsleiter durchaus. „Die Intensität war sehr hoch. Man hat gemerkt, dass die Jungs in der trainingsfreien Zeit ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich fit gehalten haben“, sagt Kilic, der seinen Spielern einen GPS-Tracker als „Geschenk“ unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte. Neben den Langzeitverletzten Sebastian Schmitt und Kai Bösing, die beide wieder ohne Krücken unterwegs sind, verpasste auch Keeper Daniel Zeaiter aufgrund eines Magen-Darm-Infekts den Stapellauf. „Schmitti kann Mitte der Woche vermutlich mit dem Aufbautraining beginnen. Bei Kai müssen wir uns noch etwas gedulden“, sagt Alemannias Trainer.

Welche Rolle Florian Rüter in Kilics Plänen spielt, werden die nächsten Wochen zeigen. Der Stürmer, der im Sommer 2017 von Aachen nach Uerdingen übergesiedelt ist, befindet sich aktuell zum Casting am Tivoli. Beim KFC steht der 28-Jährige auf dem Abstellgleis, beide Parteien treffen sich in regelmäßigen Abständen vor dem Arbeitsgericht, seit der Verein die fristlose Kündigung ausgesprochen hat, da Rüter gegen Vertragsinhalte verstoßen haben soll. „Man merkt, dass die Kugel wieder sein Freund werden muss“, sagt Kilic über seinen ehemaligen Schützling, der mehr als zwei Monate ohne Ball trainiert hat. „Aber ich kenne seine Qualitäten.“ Seine Qualitäten einbringen durfte bei der ersten Einheit auch U19-Akteur Nils Schütte, „er wird die ganze Vorbereitung mitmachen“, kündigt Kilic an.

Alemannias Sportlicher Leiter sondiert parallel zum Trainingsbetrieb den Markt. Das Gesicht der Mannschaft wird sich in diesem Winter nicht wesentlich verändern, ein bis zwei Neuzugänge seien aber nicht ausgeschlossen. Dass nach der SG Wattenscheid 09 mit dem Wuppertaler SV nun ein weiterer Ligakonkurrent mit großen finanziellen Problemen kämpfen soll und einen Großteil der Spieler noch in der Winterpause ablösefrei abgeben müsse, ist auch Kilic zu Ohren gekommen. „Natürlich spielen einige interessante Jungs in Wuppertal. Man muss aber die weitere Entwicklung abwarten.“

Der Trainer konzentriert sich in diesen Tagen ohnehin auf sein Team, das mit einem klaren Arbeitsauftrag in die Rückrunde geht. „Wir müssen in der Offensive noch mehr rausholen, ohne die defensive Stabilität zu verlieren.“ Sollte die Chancenverwertung im Vergleich zur Hinrunde besser werden und Aufwand und Ertrag in einem adäquaten Verhältnis stehen, dürfte auch der Blick auf die Tabelle deutlich angenehmer werden (aktuell Platz 11) – und die Videoanalyse am Ende der Saison kürzer ausfallen.

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