Vaals: Fehlende Belohnung: Alemannia verliert unnötig gegen Roda Kerkrade

Vaals: Fehlende Belohnung: Alemannia verliert unnötig gegen Roda Kerkrade

Als das Spiel beendet wurde, fühlte sich das für die Aachener wie ein Murmeltiertag an. Wieder gegen einen höherklassigen Gegner mitgehalten, wieder viele Möglichkeiten kreiert, wieder 0:1 verloren, wieder sich nicht belohnt. Ein paar Tage nach der Niederlage gegen Eupen unterlag Alemannia am Mittwoch auch gegen Roda Kerkrade.

Etwa 1000 Besucher beobachteten ein durchaus munteres Einerseits-Andererseits-Spiel des Regionalligisten. Einerseits hielten die Aachener nicht nur mit, sie hatten spielerisch gute Momente, sie hatten so viele Abschlüsse, „dass auch ein 4:1 möglich war“, bilanzierte der starke David Pütz.

Und das ist die Überleitung zum „Andererseits“, denn aus dem Angebot guter, zuweilen erstklassiger Möglichkeiten machten die Aachener zu wenig. „Wir haben in manchen Szenen das Kurzpassspiel übertrieben, wir müssen noch entschlossener und abgebrühter vor dem Tor agieren“, ärgerte sich Trainer Fuat Kilic nach der überflüssigen Niederlage.

Auf der kleinen Anlage in Vaals jedenfalls erlebten die Beobachter einen munteren Auftakt des Abends. Der agile Marco Müller legte für David Pütz auf, der mit seinem Volleyschuss scheiterte. Gespielt waren da erst vier Minuten, und schon im Gegenzug musste auch Aachens Schlussmann Niklas Jakusch seine Handschuhe auspacken. Er parierte gegen Mitchel Paulissen.

Der Regionalligist war über weite Strecken zielstrebiger unterwegs, obwohl Roda zunächst die erfahrenere Formation aufgeboten hatte. Rodas Keeper Tom Muysters brauchte eine erste Prise Glück, als ein Drehschuss von Blendi Idrizi an den Pfosten klatschte (31.).

Aachens Trainer Fuat Kilic bot in der Abwehr eine Dreierkette auf, die auch schon in der letzten Saison den Strafraum abgeriegelt hatten. Alexander Heinze, Peter Hackenberg und Matti Fiedler wurden bei Bedarf auf der hinteren Linie noch von Steven Rakk und Marcel Kaiser verstärkt.

Die letzten Minuten vor der Halbzeit wurden noch aufregend. Alexander Heinze scheiterte bei seinem Kopfball an Roda-Keeper und Pfosten. Sekunden später schmetterte Verteidiger Henk Dijkhuizen einen Ball an die Latte (45.).

Ein paar Minuten und etliche Wechsel später hatten die Aachener die nächste Gelegenheit. Kai Bösing und Vincent Boesen strebten ungebremst dem 1:0 entgegen, sie verdaddelten die Chance (61.). Stattdessen nutzte Mart Remans per Kopf eine Flanke aus dem Halbfeld zum einzigen Treffer (80.). Gelegenheiten zum Remis gab es später ausreichend, aber die Präzision fehlte an diesem Abend. Und doch bilanzierte Fuat Kilic am Ende: „Wir haben gute Stürmer im Kader.“ Er sagte aber auch, dass er weiterhin die Augen weit offen hält, ob da nicht noch irgendwo ein entschlossener Mittelstürmer eine neue berufliche Herausforderung sucht.