Alemannia vor dem Westschlager: Ein richtungsweisendes Spiel für das neue Saisonziel

Alemannia vor dem Westschlager : Ein richtungsweisendes Spiel für das neue Saisonziel

Die Medikamente können im Schrank bleiben. Bauchschmerzen löst der Blick auf die Tabelle bei Fuat Kilic in diesen Tagen sicherlich nicht aus. Eher Frühlingsgefühle. Nach zwei Siegen in Serie, die durchaus in die Kategorie „dreckig“ fallen, hat sich Alemannia Aachen weiter nach oben vorgearbeitet.

Das Ende der Fahnenstange soll damit aber noch nicht erreicht sein, für die Restsaison hat der Cheftrainer des Fußball-Regionalligisten die Marschroute ein wenig angepasst. „Wir wollen unter die ersten Vier kommen“, sagt Kilic vor dem Spiel gegen Rot-Weiß Essen am Samstag (14 Uhr).

Der Langzeitrivale ist aktuell Inhaber des vierten Platzes, mit einem Sieg würde RWE im Klassement überholt werden. Dass es leichtere Aufgaben im Ligabetrieb gibt, ist dem Alemannen-Coach bewusst. „Essen hat eine sehr hohe Qualität in der Offensive. Marcel Platzek ist für mich einer der besten Stürmer der Liga, dahinter befinden sich einige richtig gute Fußballer. Auch bei Standardsituationen hat RWE eine unheimliche Wucht.“ Das klingt nach viel Arbeit für die zweitbeste Defensive der Liga – nur Rödinghausen (23) hat noch einen Gegentreffer weniger kassiert als Aachen.

Garnier: "Jedes Heimspiel hier ist etwas besonderes"

Verzichten muss Kilic allerdings auf seinen Anführer, der eigentlich für den Westschlager eingeplant war. Der Fuß bereitet Peter Hackenberg immer noch Probleme, „die letzten Einheiten hat er unter starken Schmerzen absolviert“, berichtet sein Coach. Auch Vertreter David Pütz, der sich in Bergisch-Gladbach die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hat, steht nicht zur Verfügung. Wieder mit von der Partie ist dagegen Robin Garnier, auch Rekonvaleszent Sebastian Schmitt drängt nach starken Eindrücken im Training in die Startelf. „Durch sein Tempo und seine Flankenqualität könnte er schon gegen RWE ein wichtiger Faktor werden“, sagt Kilic.

Der Traditionsverein von der Hafenstraße hat in der vergangenen Woche nicht nur sportlich für Schlagzeilen gesorgt. Der Essener Mode-Unternehmer Sascha Peljhan hat seine Zusage gegeben, als strategischer Partner seinen Herzensklub zu unterstützen. Einen niedrigen siebenstelligen Betrag soll der RWE-Dauerkarteninhaber und Naketano-Gründer in den nächsten beiden Spielzeiten zur Verfügung stellen – mit dem Ziel, einen Kader auf die Beine stellen zu können, der um den Aufstieg in die 3. Liga mitspielt.

„Ein Fingerzeig“

„Das ist ein Fingerzeig, in welche Richtung der Wettbewerb nächste Saison gehen wird“, sagt Kilic, der in der kommenden Saison mit seiner Mannschaft ebenfalls oben anklopfen will. „Wir werden bei Transfers nicht mit den finanzstärksten Teams mithalten können. Umso wichtiger wird es für uns sein, als eingespielte Mannschaft eine noch größere Eigendynamik zu entwickeln.“

Aber das ist Zukunftsmusik. In der Gegenwart ist auch ein bisschen Sehnsucht mit dabei, wenn sich Aachen und Essen begegnen. Dafür hat das Regionalliga-Rekordspiel vor vier Jahren gesorgt. 30.313 Zuschauer werden am Samstag nicht erwartet, der Saisonrekord dürfte am Tivoli dennoch gebrochen werden. „Wir wollen Vollgas geben und zeigen, dass wir Lust auf dieses Spiel haben“, sagt Kilic. „Vor möglichst vielen Fans. Wenn wir die 10.000-Zuschauer-Marke aus dem Hinspiel toppen könnten, wäre das sensationell.“ Dann dürften auch die Frühlingsgefühle weiter zunehmen.

Mögliche Aufstellung: Jakusch - Müller, Heinze, Fiedler, Salata - Redjeb - Glowacz, Batarilo, Garnier, Schmitt - Imbongo

Fuat Kilic freut sich auf den Westschlager gegen Essen

Schiedsrichter: Alexander Ernst (Schwerte)

Bilanz: 83 Spiele/30 Siege/15 Remis/38 Niederlagen/106:131 Tore

Internet: Liveticker, Bildergalerie und Video unter az-web.de/an-online.de

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