Aachen: Die Rückkehr als „Sechser”

Aachen: Die Rückkehr als „Sechser”

Im Mittelfeld fing alles an, damals mit sechs Jahren beim SC West Köln. Dann spielte Manuel Junglas Libero, als „Zehner” verpflichtete ihn Alemannia Aachen für die B-Jugend. „Und da ging das Wechselspiel weiter.”

Stürmer, Zehner, Sechser; bei den Amateuren auf halblinks und wieder Regisseur, schließlich bei den Profis auf allen Mittelfeld-Positionen und im Angriff, sogar hinten rechts war Junglas schon zu finden. „Für jeden Trainer ist er ein Gewinn”, sagt Peter Hyballa, „weil er jede Position spielen kann, vermutlich auch Innenverteidiger.” Selbst das hat „Manu” bereits getan, wenn auch nur eine Halbzeit in einem Test unter Jürgen Seeberger. Kurzum: „Außer Torwart habe ich schon alles gespielt.”

Die Vielseitigkeit ist das Problem des 21-Jährigen, der sich noch auf keiner Position „festgetackert” hat. „Am liebsten sehe ich mich als Sechser” - zentral vor der Abwehr machte er in der vergangenen Saison bis zum Kreuzbandriss Mitte Januar seine besten Partien - „oder als Zehner” - eine Rolle, die Eric van der Luer favorisiert. Der Hyballa-Assistent brachte Junglas in der U23 zurück auf die Schiene, als der Karriere-Knick drohte. „Er hat mir gesagt, dass ich nach oben gehöre, dass er mich nicht mehr bei den Amateuren sehen will.”

Samstagmittag gegen den FC Augsburg wird Junglas wieder in der Startelf stehen, und wenn die Arbeit in der Vorbereitung auch diesmal verlässliche Rückschlüsse zulässt, läuft „Manu” als Sechser auf. Das ist ein Tribut an die Erkenntnisse der letzten Wochen: Mit der Umstellung während bereits laufender Partien von 4-4-2 auf 4-3-3 fuhr Alemannia beispielsweise in Frankfurt richtig gut (Spiel gedreht), auch in München und gegen Duisburg sorgte das für Belebung und zuletzt in Aue - mit einem starken Junglas vor der Abwehr. Dabei hatte Peter Hyballa den Mann mit der Rückennummer 25 vor der Saison gar nicht mehr für diesen Part vorgesehen, eher auf der linken oder rechten Halbposition eingeplant.

„Manu kann alles ein bisschen, ist nirgendwo ein Spezialist. So gesehen ein Zehnkämpfer”, sagt der Chefcoach über den „coolen Typ, der sich mit jeder Position anfreundet. Der will nur spielen.” Junglas war bereits als knapp 17-Jähriger mit den Profis ins Winter-Trainingslager gereist, Hecking-Nachfolger Frontzeck gab dem 18-Jährigen in der Bundesliga gegen Arminia Bielefeld seine ersten Profi-Sekunden. Den „kleinen Hänger in der A-Jugend” (Junglas über Junglas) korrigierte Eric van der Luer, inzwischen kommt der beidfüßig schießende Alemanne auf 30 Zweitliga-Einsätze.

Nach drei sieglosen Spielen hofft Manuel Junglas nun gegen den FCA darauf, „dass wir uns leichter tun” als zuletzt im Erzgebirge. „Ich denke nicht, dass Augsburg jeden Ball 500 Meter weit nach vorne schlägt - wo du nur Nackenschmerzen kriegst.” Die Vermutung: „Es wird ein offenes Spiel, wie in der zweiten Halbzeit gegen Duisburg.”

Und dann läuft da noch eine Wette mit dem Cheftrainer: 50 Euro will Peter Hyballa in die Mannschaftskasse zahlen, wenn Junglas ein Tor schießt. Bei Tobias Feisthammel hat der Anreiz schon mal gewirkt.

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