Oberhausen: Die Alemannia wird drei Mal nach ruhenden Bällen bestraft

Oberhausen: Die Alemannia wird drei Mal nach ruhenden Bällen bestraft

Bevor es auf die Ehrenrunde ging, nahm Alexander Heinze erst einmal auf der Bank Platz. Der Innenverteidiger schüttelte den Kopf, fassen konnte der 24-Jährige nicht, was sich in den 90 Minuten zuvor im Stadion Niederrhein abgespielt hatte.

Die Alemannia, als Schlusslicht der Fußball-Regionalliga angereist, hatte sich teuer verkauft und Rot-Weiß Oberhausen einen großen Kampf geliefert. Am Ende mussten sich die Aachener dem Tabellenführer aber mit 2:3 geschlagen geben, weil drei Unachtsamkeiten nach ruhenden Bällen zu drei Gegentreffern führten. „Ich kann gar nicht beschreiben, wie ärgerlich es ist, wenn du so eine gute Körpersprache zeigst, aber letztlich wieder ohne Punkte dastehst“, erklärte Heinze enttäuscht, als der Fehlstart in die Saison mit der dritten Niederlage in Folge besiegelt war.

Alemannias Cheftrainer Fuat Kilic ließ im Vergleich zum enttäuschenden Heimauftritt gegen Wattenscheid Steven Rakk und Kai Bösing für Alan Stulin und Robin Garnier starten. Zwischen den Pfosten gab es zudem den erwartenden Wechsel, da Daniel Zeaiter den verletzten Stammkeeper Niklas Jakusch (Risswunde am Fuß) ersetzte.

Der deutsch-libanesische Schlussmann erlebte bei seinem Pflichtspieldebüt ruhige Anfangsminuten, da seine Vorderleute mit Wut im Bauch angereist waren. Dem Tabellenführer wurde mit engagierter Zweikampfführung der Schneid abgekauft, Blendi Idrizi (7., 14.) setzte die ersten offensiven Akzente. Das Mittelfeld wurde mit schnellen Ballstafetten überbrückt, RWO sah häufig nur die Rückleuchten der Aachener Spieler. Verkehrte Welt im Stadion Niederrhein.

Das Drehbuch an diesem lauen Sommerabend sah aber vor, dass der Ligaprimus mit der ersten Chance in Führung gehen sollte: Nach einer Ecke des Ex-Alemannen Dario Schumacher landete die Kugel über Umwege vor den Füßen von Oberhausens Kapitän Patrick Bauder, der aus elf Metern unbedrängt Maß nehmen durfte — 0:1 (25.).

Der Gegentreffer zeigte Wirkung, die Verunsicherung wurde zum neuen Wegbegleiter der Gäste. Cihan Özkara (29.) versuchte nachzulegen, der RWO-Angreifer köpfte das Leder aber nur an die Unterkante der Latte. Es passte zu diesem Spiel, dass in der stärksten Phase der Hausherren der Ausgleich fiel: Idrizi reagierte nach einem schwachen Freistoß von Manuel Glowacz gedankenschnell und setzte das Leder im Nachschuss in die Maschen (35.). Das Spiel blieb intensiv, Tim Hermes, Yassin Ben Balla und David Pütz holten sich noch vor dem Seitenwechsel von Schiedsrichter Florian Exner Gelbe Karten ab.

Die Aachener kamen besser aus der Pause. Glowacz traf nach einem Schuss aus dem Halbfeld den Pfosten (48.), Bösing zielte aus der Distanz zu hoch (54.). Eine Blaupause des ersten Gegentreffers diente jedoch als Vorlage für den zweiten: Wieder wurde der Ball nach einer Ecke nicht konsequent aus der Gefahrenzone befördert, mit einem Volleyschuss versenkte Shaibou Oubeyapwa ihn unhaltbar für Zeaiter im Alemannia-Tor (59.). Die Gäste steckten nicht auf — und wurden mit dem erneuten Ausgleich belohnt: Idrizi fasste sich aus 25 Metern ein Herz und zog ab, der Ball rutschte RWO-Keeper Robin Udegbe unter den Armen durch — 2:2 (64.).

Es wäre keine Überraschung gewesen, wenn dem Schlusslicht noch der Lucky Punch geglückt wäre. Es passt aber zu der bisher so verkorksten Saison, dass es der Spitzenreiter war, der final jubeln durfte: Nach einem Einwurf reagierten die Oberhausener schneller als die Aachener, der eingewechselte Tarik Kurt überwand im Nachsetzen den an diesem Abend glücklosen Zeaiter zur Entscheidung (87.).

Peter Hackenberg bedauerte am Ende nicht nur die Niederlage, sondern vor allem die Art und Weise, wie die Niederlage zustande gekommen war. „Es ist super ärgerlich, dass wir bei den drei Standardsituationen, die zu den Gegentreffern geführt haben, den Ball nicht geklärt bekommen", urteilte Alemannias Kapitän, der aber Sekunden später schon wieder in den Jetzt-erst-recht-Modus schaltete. „Wenn wir so weiterspielen, müssen wir irgendwann belohnt werden.“

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