David Pütz verlängert seinen Vertrag am Tivoli bei Alemannia Aachen

Kaderplanung bei Alemannia Aachen : David Pütz verlängert am Tivoli und läuft als Kapitän auf

David Pütz, so viel steht fest, wird Alemannia Aachen beim TV Herkenrath am Samstag wieder anführen. Kapitän Peter Hackenberg sollte ins Team zurückkehren, der Abwehrspieler fällt aber aus, nachdem er im Training im Rasen hängen blieb. Ein Befund steht noch aus. Ebenfalls steht fest, dass Vize-Kapitän David Pütz mit einem neuen Vertrag im Gepäck anreisen wird.

Am Freitag unterschrieb der 22-Jährige ein Arbeitspapier mit unbekannter Laufzeit. „Ich habe einfach den Eindruck, dass Alemannia die richtige Adresse für die nächste Zeit ist“, sagt der Stratege aus dem Mittelfeld. „Wir stehen vor einer sehr interessanten Saison.“ Sein Medizinstudium wird weiterhin zurückgestellt, der Fokus bleibt beim Sport. Pütz wird weiterhin mit einem Trainer arbeiten, der ganze Lobchoräle auf ihn singen könnte. „Das ist in jeder Hinsicht ein guter Junge, der sein Potenzial noch lange nicht ausgereizt hat“, sagt Fuat Kilic.

Der 45-Jährige muss beim Ausflug zum Tabellenletzten den erkrankten Leon Tigges ersetzten, aus der A-Jugend wird Keeper Ben Voll hochgezogen. Kilic fordert einen seriösen Auftritt beim Absteiger ein. „Wir müssen die Mannschaft unter Stress setzen.“

In Herkenrath steht inzwischen einer der vielen Krisenherde in der Regionalliga. Der Klub ist mit Hilfe seines Mäzens in neun Jahren aus der Kreisliga C in die 4. Liga durchmarschiert. Das ist aber die Endstation, der Aufsteiger ist in eklatanten finanziellen Nöten, nachdem der Sponsor die Lust an seinem Spielzeug verloren hat. Nun ist auch Herkenrath ein Krisenklub, wie auch Wattenscheid und Wuppertal, wie auch Aachen und Essen zuvor, wie auch... „In dieser Liga klaffen Anspruch und Wirklichkeit eklatant auseinander“, sagt Kilic, der sich die 4. Liga erklärtermaßen nur noch nächste Saison antun will.

Mehr als ein Dutzend Spieler haben sich in der Winterpause in Herkenrath verabschiedet, auch Trainer Thomas Zdebel hatte nach zwei Monaten genug „Chaos“ und verabschiedete sich. Die Mannschaft wurde mit Spielern aus unteren Ligen aufgefüllt. Sportlich ist die Lage längst aussichtslos, der abgeschlagene Tabellenletzte hat gar keine Lizenz mehr für die Regionalliga beantragt. Finanziell ist auch ein Neustart in der Mittelrheinliga noch ungewiss. Aber die zwangsveränderte Mannschaft wehrt sich durchaus leidenschaftlich. Vor ein paar Wochen schied das Team erst unglücklich im Elfmeterschießen im Pokal gegen Fortuna Köln aus.

„Sie verdienen einfach Respekt“, sagt Kilic. Auf die leichte Schulter lässt sich die Aufgabe beim Schlusslicht nicht nehmen. „Sie haben aus den letzten beiden Spielen mehr Punkte als wir geholt“, sagt Aachens Trainer warnend.

Sein Vize-Kapitän sieht keinen Ansatzpunkt für einen Schlendrian. „Die Mentalität der Mannschaft ist, dass sie sehr seriös arbeitet“, sagt er. Pütz wartet immer noch auf den ersten Saisontreffer. Seine Bilanz als Torschütze und Vorbereiter ist noch ausbaufähig. „Daran werden wir gemeinsam arbeiten“, sagt Kilic. In der letzten Saison, so viel steht fest, traf er erst, nachdem er seinen Vertrag verlängert hatte.

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