Aachen: Das erstaunliche Comeback von Alemannias Manuel Konaté-Lueken

Aachen : Das erstaunliche Comeback von Alemannias Manuel Konaté-Lueken

Auf der Gästebank des Franz-Kremer-Stadions erlebte Manuel Konaté-Lueken, wie aus dem Dreikampf im Aufstiegsrennen ein Zweikampf wurde. „Das Glück war diesmal auf Kölner Seite“, zog der 22-Jährige nach der 2:3-Niederlage bei der „Zweiten“ des FC Bilanz. Der Rückstand auf die beiden führenden Teams in der Fußball-Regionalliga ist mittlerweile so groß, dass vor dem Spiel am Mittwoch beim SV Rödinghausen (19 Uhr) die Verteidigung des dritten Tabellenplatzes oberste Priorität besitzt.

Für den Mittelfeldspieler von Alemannia Aachen, der zuletzt drei Mal in Folge über die volle Spielzeit eingesetzt wurde, war die 90-minütige Zuschauerperspektive in Köln durchaus ungewöhnlich. Wirklich erstaunlich ist aber, dass Konaté-Lueken in diesen Tagen überhaupt noch eine Rolle am Tivoli spielt.

In der Winterpause standen die Zeichen auf Abschied. Fuat Kilic, der mit der Arbeitsauffassung seines Schützlings nicht einverstanden war, legte Konaté-Lueken nahe, den Verein zu verlassen. Das Vorspielen bei Alemannias Ligakonkurrenten SC Wiedenbrück endete nicht mit dem erhofften neuen Vertrag, „danach habe ich die Zeit genutzt, um mich kritisch zu hinterfragen“. Das Ergebnis: „Im Nachhinein habe ich erkannt, dass die Kritik von Fuat Kilic berechtigt war.“ Konaté-Lueken, der ein Länderspiel für die U 16 des DFB bestritt und auch für den Nachwuchs der Elfenbeinküste auflief, wurde zum Trainingsweltmeister, absolvierte Extra-Einheiten im Fitnessstudio und überzeugte seinen Trainer, dass die elf Minuten in der ersten Saisonhälfte nicht seine letzten sein müssen.

Im FVM-Pokalspiel in Rott betrieb der schnelle Mittelfeldspieler, der auch über eine gute Technik verfügt, Werbung in eigener Sache, und war fortan auch im Ligabetrieb für Kilic wieder eine Option. „Ich schreibe einen Spieler nicht ab, der mir ein Signal sendet, dass er sich voll reinhängen will. Und das hat Manu getan.“ In Köln gönnte Alemannias Trainer seinem — gefühlten — Neuzugang eine Verschnaufpause, in Rödinghausen könnte Konaté-Lueken wieder in der Startelf stehen.

Kilic will sich vor der längsten Auswärtsfahrt der Saison nicht in die Karten schauen lassen, er sagt nur: „Manu ist definitiv eine gute Option.“ Meik Kühnel, der gelbgesperrt fehlt, könnte durch Maurice Pluntke ersetzt werden, den freien Platz in der Defensive würde dann der wiedergenesene Marcel Damaschek einnehmen.

Aachens Verteidiger können sich auf viel Arbeit einstellen, da der Gastgeber die zweitbeste Offensive der Liga stellt. „Mit Marius Bülter, Tobias Steffen und Simon Engelmann hat der SV drei überragende Offensivkräfte in seinen Reihen“, ist Kilic nicht entgangen. „Zuletzt ist Rödinghausen viel über das Umschaltspiel gekommen. Wir werden vermutlich mehr Spielanteile haben und müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht ausgekontert werden.“

Mögliche Aufstellung: Depta - Heinze, Hackenberg, Damaschek - Pluntke - Konaté-Lueken, Pütz, Winter - Fejzullahu, Torunarigha, Azaouaghi

Schiedsrichter: Jörn Schäfer (Iserlohn)

Bilanz: 6 Spiele/4 Siege/0 Remis/2 Niederlagen/11:3 Tore

Internet: Liveticker und Bildergalerie unter an-online.de und az-web.de

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