Netzschau zum Heimspiel gegen Lippstadt: Besser spät als nie: Die Alemannia fährt den vierten Sieg in Folge ein

Netzschau zum Heimspiel gegen Lippstadt : Besser spät als nie: Die Alemannia fährt den vierten Sieg in Folge ein

Oft klagen Fußballer über englische Wochen: Zu viele Spiele in zu kurzer Zeit und kaum Möglichkeiten zur Regeneration. Und auch die Trainer haben es nicht leicht: Wann soll noch trainiert werden, wenn alle zwei, drei Tage ein Spiel ansteht? Den Spielern der Alemannia und ihrem Trainer Fuat Kilic tat die englische Woche richtig gut: drei Spiele, drei Siege, neun Punkte. Gegen Lippstadt sollte die Serie fortgesetzt werden. Zuhause wieder mittendrin statt nur dabei: unsere Netzschau.

Starten wir unseren Bericht direkt mit richtig viel guter Laune in einem Video:

So sah das Treiben am Samstagnachmittag auf den Zuschauerrängen auf dem Tivoli aus. Kein Wunder, dass die Schwarz-Gelben derzeit so euphorisiert sind, schwimmt ihr Team doch gerade auf einer Erfolgswelle. Im Heimspiel gegen den bis dahin starken Aufsteiger aus Lippstadt sicherte sich die Kilic-Truppe den vierten Sieg in Folge und ist nun seit neun Partien ungeschlagen! In der Tabelle bedeutet das Platz drei. Da darf schon mal gefeiert werden.

Aber der Reihe nach. Denn vor dem Sieg und dem Jubel nach Abpfiff steht ja meist erst einmal ein Spiel auf dem Plan. Das war auch bei der Alemannia am Samstag nicht anders:

Doch nicht alle Fans konnten vor Ort sein. Aber wenn Schulfest ist, ist Schulfest:

So viel sei vorweggenommen: Die Tivoli-Truppe hat ohne ihn gewonnen. Das Schulfest dürfte damit noch einmal gerettet worden sein.

Doch der Sieg war keine leichte Aufgabe, auch weil Alemannias Übungsleiter Fuat Kilic seine Mannschaft erneut umbauen musste. Bereits im Vorfeld stand fest, dass ein Einsatz von Matti Fiedler nicht in Frage kommt. Doch zumindest Stürmer Dimitry Imbongo, der in den vergangenen zwei Partien mit vier Treffern heißer als Frittenfett unterwegs war, sollte erneut auflaufen - trotz Verletzung im Spiel gegen Essen. Doch beim Warmmachen wurde klar, dass das nichts wird. Aachens aktuelle Tormaschine musste draußen bleiben. Die Startelf sah wie folgt aus:

Mit dem Anpfiff hieß es dann wieder "Auf geht's Aachen, kämpfen und siegen!"

Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, da musste Trainer Kilic weiter an seiner Abwehr basteln. Alexander Heinze hatte sich in einem Zweikampf am Kopf verletzt und musste mit einer Schädelprellung und dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ausgewechselt werden - an dieser Stelle: Gute Besserung, Langer! - damit waren zwei von vier Spielern der in den vergangenen Spielen so sattelfesten Abwehr raus. Zum Glück für die Schwarz-Gelben fügen sich die Einwechselspieler momentan nahtlos ein, die Abwehr blieb auch gegen Lippstadt ihrer Linie treu und ließ kaum etwas zu.

Großartig unterstützt wurde die Defensive um Kapitän Peter Hackenberg von ihren Vorderleuten, die bereits im Mittelfeld fast keinen Zweikampf verloren und viele Bälle gewannen. Nicht alle Torchancen der ersten Halbzeit waren zwingend, aber eine Führung der Gastgeber wäre zum Pausenpfiff nicht unverdient gewesen. Leider bedeutet das im Fußball nicht immer, dass es auch so kommt. So ging es mit einem 0:0 nach 45 Minuten zurück in die Kabine.

Mit dem Wiederanpfiff machten die Hausherren noch mehr Dampf, erspielten sich häufiger Chancen und vergaben sie ein ums andere Mal. Doch wenn die Kaiserstädter in dieser Saison bereits etwas gezeigt haben, dann, dass sie Last-Minute können. Das dürfte vor allem die umliegenden Apotheken freuen, denn bei solchen Spielen wie am Samstag dürfte der Absatz von Beta-Blockern gegen steigenden Blutdruck in die Höhe schnellen. Ähnlich hoch, wie die Alemannia in der Tabelle einen Satz machte, nachdem Kai Bösing die 4.800 Zuschauer vor Ort erlöste:

Mit seinem zweiten Saisontreffer in der 86. Minute sicherte der Mittelfeldspieler den Aachenern den vierten Sieg in Folge. Ein kleiner Dank soll an dieser Stelle aber auch noch ans Lattenkreuz des Alemannia-Tores gehen, denn es wehrte noch eine letzte Chance der Lippstädter kurz vor Schluss ab. Das Wichtigste ist aber: Sieg!

Ganz zur Freude der Fans:

Die auch gleich die Frage klärten, warum Aachen die Partie am Ende noch für sich entscheiden konnte und Lippstadt leer ausging:

Sicher ist auf jeden Fall: Der Sieg war verdient, der dritte Platz in der Tabelle erobert.

Läuft halt derzeit bei der Alemannia.

Auf die Leistung der Mannschaft in den vergangenen Wochen können die Fans zurecht stolz sein:

Und gemeinsam feiern können die Fans und ihre Mannschaft ja sowieso:

Vor allem, weil jeder weiß, in welch heikler Situation die Jungs von Fuat Kilic nach dem erneuten Umbruch und Neuanfang zu Beginn der Saison standen. Die positive Entwicklung kann nicht genug Bewunderung finden.

Unabhängig davon gilt in Aachen, was schon immer galt und immer gelten wird: "Liebe kennt keine Liga."

Am kommenden Freitag müssen die Schwarz-Gelben beim SC Verl antreten. Die Marschrichtung ist klar: Der fünfte Sieg in Folge soll her, um die wenigen Mannschaften in der Tabelle vor der Alemannia weiter unter Druck zu setzen. Am Tivoli dürfte niemand etwas dagegen haben.

(bph)
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