Aachen: Bei der Alemannia ist noch einiges in Bewegung

Aachen : Bei der Alemannia ist noch einiges in Bewegung

Auch Akif Sahin wird sich am Samstag auf den Weg in Richtung Essen begeben. Der Ersatzkeeper von Alemannia Aachen verfolgt alle Spiele seines Arbeitgebers — selbst wenn er nicht im Kader des Regionalligisten steht. Die Torwarthandschuhe muss er am Samstag nicht mitnehmen. Wenn es im altehrwürdigen Stadion an der Hafenstraße zum Westschlager kommt (15.30 Uhr), ist Sahin nur Zuschauer.

Trainer Fuat Kilic bescheinigt dem 22-Jährigen eine „sehr gute Entwicklung“, zu einem Einsatz im Ligabetrieb hat es bisher aber nicht gereicht. Sahins Vertrag läuft am Saisonende aus, ob er verlängert wird, entscheidet auch sein neuer „Vorgesetzter“. Noch ist nicht klar, wer das sein wird. Fest steht nur, dass der spielende Torwarttrainer Patrick Nettekoven, zurzeit Nummer zwei in der Torhüter-Hierarchie, sich in der neuen Saison nicht mehr um Aachens Schlussmänner kümmern soll.

„Aus finanzieller Sicht war es sinnvoll, dass Patrick gleichzeitig Spieler und Trainer war“, sagt Kilic. In der kommenden Spielzeit will Alemannias Trainer diese durchaus schwierige Konstellation aber vermeiden. Aachens aktuelle Nummer eins, Mark Depta, hat noch einen Vertrag am Tivoli. Über die Zukunft von Nettekoven und Sahin wird dagegen erst entschieden, wenn der neue Torwarttrainer sich ein Bild von den beiden Keepern gemacht hat.

Einen Kaderplatz — nicht nur für das Spiel bei Rot-Weiss Essen, sondern auch in der kommenden Saison — hat Ilias Azaouaghi sicher. Der Offensiv-Allrounder hat seinen auslaufenden Vertrag am Tivoli am Freitag um zwei Jahre verlängert. „Ilias ist ein junger, talentierter Spieler, der ein großes Entwicklungspotenzial besitzt“, freut sich Kilic auf die weitere Zusammenarbeit mit dem 21-Jährigen.

Azaouaghi ist der siebte Spieler (Depta, Pütz, Hackenberg, Fiedler, Müller, Kleefisch) den der Kaderplaner überzeugen konnte, die Zukunft der Alemannia gemeinsam zu gestalten. Aktuell gibt es noch viele offene Planstellen, in den nächsten Tagen könnte es bei der weiteren Besetzung aber Schlag auf Schlag gehen. Mit Junior Torunarigha befindet sich Kilic „in guten Gesprächen“, vieles deutet darauf hin, dass der Angreifer weiter in Aachen auf Torejagd geht.

Pluntke nach Nordhausen

Mit Maurice Pluntke kann Kilic in der neuen Saison nicht mehr planen. Der Defensiv-Spezialist hat ein Angebot des ambitionierten Regionalligisten Wacker Nordhausen angenommen und trifft dort auf die beiden Ex-Alemannen Jérôme Propheter und Joy-Lance Mickels. „Maurice hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Ich war über alle Vorgänge informiert“, sagt Kilic, der den 24-Jährigen gerne gehalten hätte.

Verständnis bringt Alemannias Trainer für alle Spieler auf, die „woanders deutlich mehr Geld verdienen können“. Dennoch wirbt Kilic für seine Mission, die unter schwierigen Bedingungen entsteht. Das kommt auch bei den Spielern an. „Ich glaube, dass hier etwas Großes entstehen kann“, sagt David Pütz, der in der Vorsaison seinen Vertrag direkt um zwei Jahre verlängert hatte. „Wir müssen Leute finden, die sich zu einhundert Prozent mit dem Verein identifizieren.“

In der kommenden Woche will der Mittelfeldspieler dazu beitragen, dass es in der kommenden Saison noch lukrativer ist, am Tivoli Fußball zu spielen. „Der DFB-Pokal ist unser großes Ziel. Dafür müssen wir die Spannung hochhalten und auch das FVM-Pokal-Spiel in Euskirchen mit der richtigen Einstellung angehen.“

Zuvor wollen die Aachener aber den Eindruck korrigieren, den die Mannschaft zuletzt beim Heimspiel gegen Bonn (2:4) hinterlassen hat. Akif Sahin wird genau verfolgen, ob seiner Mannschaft das gelingt.

Mögliche Aufstellung: Depta - Heinze, Hackenberg, Damaschek - Winter, Azaouaghi, Pütz, Mohr - Fejzullahu, Torunarigha, Nebi

Schiedsrichter: Alexander Ernst (Schwerte)

Bilanz: 81 Spiele/29 Siege/15 Remis/37 Niederlagen /105:130 Tore

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