Aue: Auch Alemannia bricht die Serie nicht

Aue: Auch Alemannia bricht die Serie nicht

Fünf Jahre ist es her, da hat Schiedsrichter Günter Perl bereits einmal ein Spiel von Erzgebirge Aue gegen Alemannia Aachen gepfiffen, und die Schwarz-Gelben holten sich eine 1:5-Packung ab. Dieses Debakel wiederholte sich am Sonntag vor 10.636 Zuschauern nicht.

Doch die Mannschaft von Peter Hyballa konnte die Serie mit nun sechs Heimsiegen des Aufsteigers in Folge nicht brechen: Aue gewann verdient mit 2:1. Sportdirektor Erik Meijer brachte den Grund dafür auf den Punkt: „Aue spielt keinen attraktiven Fußball, ist aber sehr effektiv. Wir haben sehr viel Qualität auf dem Platz stehen, die wir aber nicht immer in Effektivität umsetzen können.”

Aachens Trainer hatte auf zwei entscheidenden Positionen umstellen müssen: Für Kevin Kratz hatte es nach seiner Muskelverhärtung im Oberschenkel nicht zu einem Einsatz in der Startformation gereicht, und Alper Uludag hatte sich bei einem Sturz kurz vor der Abfahrt am Samstagmorgen am Knöchel verletzt und die Busreise ans andere Ende der Republik erst gar nicht angetreten.

Mit Tobias Feisthammel auf der Sechser-Position und Manuel Junglas im linken Mittelfeld hatte die Alemannia enorme Schwierigkeiten, in ihren normalen Spielrhythmus zu finden und die stärkste Abwehr der 2. Liga auch nur andeutungsweise in ernste Schwierigkeiten zu bringen. So dauerte es bis zur 37. Minute (!), bis Zoltan Stieber den ersten Schuss auf das Gehäuse von Martin Männel abfeuern konnte.

„Ich hatte das Gefühl, dass einige von uns Angst hatten und eingeschüchtert waren”, fand Tolgay Arslan eine Erklärung für die leblose Darbietung bis zum Seitenwechsel.

Denn zu diesem Zeitpunkt lag Aachen nach einer grandiosen Viertelstunde der Gastgeber bereits mit 0:1 zurück. Timo Achenbach hatte einen Freistoß der Auer nach einem Handspiel von Thomas Stehle zur Ecke geköpft. Der Ball von Tobias Kempe flog durch die gesamte Aachener Abwehr hindurch und landete vor dem Fuß von Adli Lachheb, der den Ball mühelos in den Winkel dreschen konnte (24.). „Wir fangen uns ein dummes Tor, und diesem Rückstand rennen wir dann die ganze Zeit hinterher”, ärgerte sich Nico Herzig.

Dass sich die Alemannen für den zweiten Durchgang mehr vorgenommen hatten, war daran zu erkennen, dass die gesamte Mannschaft bereits nach sieben Minuten wieder auf dem Platz stand. Hyballa hatte das System auf 4-3-3 umgestellt („Damit wir mehr Raum bekommen und unser Spiel besser ausspielen können”). Aachen hatte in der Tat Torchancen durch Gueye und Junglas, „doch dann kommen die nach 60 Minuten zum ersten Mal in unseren Strafraum und erzielen direkt den zweiten Treffer”, so Herzig. Seine Kopfballabwehr war von Hensel postwendend zurück in den Strafraum gekommen, Casper war gegen Hochscheidt nur Begleitschutz, und Hohs war gegen den platzierten Flachschuss ins untere Eck machtlos (61.).

Dennoch keimte beim Aachener Anhang noch einmal Hoffnung auf, als Schiedsrichter Perl nach einer Aktion gegen Babacar Gueye im Strafraum auf den Elfmeterpunkt zeigte. „In meinen Augen war das kein Foul, aber wenn der Schiedsrichter den Elfer gibt, nehmen wir den natürlich mit”, bedankte sich Erik Meijer. Männel ahnte zwar die richtige Ecke, hatte aber gegen den Schuss von Marco Höger keine Chance (67.).

In den letzten 20 Minuten war Aachen dann noch offensiver aufgestellt, um wenigstens einen Punkt mit auf die achtstündige Rückreise zu nehmen, so dass die Chancen auf beiden Seiten hin- und herwogten - nur zu einem weiteren Tor reichte es nicht mehr. „Aue hat mit Power, Kampf und Leidenschaft gespielt, und wir haben das nicht angenommen. Die Tabellenführung ist verdient”, befand Trainer Peter Hyballa.

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