Anklage gegen Ex-Alemannen Rudan

Anklage gegen Ex-Alemannen Rudan

Aachen (an-o) - Gegen den ehemaligen Alemannia-Spieler Mark Rudan ist Anklage wegen Betruges und Urkundenfälschung erhoben worden. Mitte Januar dieses Jahres war der australische Fußballer im Zuge der "Geldkoffer-Affäre" verhaftet worden.

290.000 Mark (148.000 Euro) soll Rudan gemeinsam mit dem noch per Haftbefehl gesuchten Spielerberater Frano Zelic, seinem deutschen Berater Hans Hägele und dem ehemaligen Schatzmeister der Alemannia, Bernd Krings, veruntreut haben, so die Staatsanwaltschaft.

Rudan hat zwar weitgehend gestanden. Oberstaatsanwalt Robert Deller stellte jedoch am Mittwoch klar, dass noch zu klären sei, welche Rolle er bei dem Betrugsmanöver gespielt habe. Der Vorwurf lautet auf gemeinsamen Betrug und Urkundenfälschung. Sowohl Krings wie Hägele waren wie der Australier in einer Aufsehen erregenden Anfang des Jahres in Haft genommen worden, kamen gegen Kaution aber wieder frei.

Beim Transfer des Abwehrspielers Rudan, der Anfang 2001 vom "Northern Spirit Football Club" in Sydney zur Alemannia gekommen war, verschwanden 290.000 Mark aus der Alemannia-Kasse.

"Gemeinsam verfaßter Tatplan"

Denn anders als von Ex-Schatzmeister Krings und Partnern damals behauptet, musste an einen unbekannten Spirit-Vereinsdirektor namens Bill Collins überhaupt keine Ablösesumme gezahlt werden. Die Staatsanwaltschaft dazu: "Dem gemeinsam verfassten Tatplan entsprechend beschaffte der Spieler mehrere Blanko-Briefbögen seines ehemaligen Vereins, die von einem bislang noch nicht ermittelten Tatbeteiligten als angebliche Rechnung des abgebenden Vereins" bei der Alemannia ausgegeben wurden. Unterzeichnet waren sie mit der gefälschten Unterschrift des ominösen Bill Collins. Der darauf eingetragene Transferbetrag von zunächst 250.000 Mark wurde sogar durch geschickte Manipulationen auf 290.000 Mark erhöht.

Bundesweit Schlagzeilen

Das Geld sackte man bar bei der Alemannia ein, das Ganze wurde als "Koffer-Affäre" bekannt, die bundesweit Schlagzeilen machte.

Die Anklageschrift ist laut Deller an den deutschen Anwalt des Fußballers geschickt worden. Der Australier soll nach seinem Aachener Gastspiel jetzt in China spielen. Sollte Rudan zum Prozess in Aachen nicht erscheinen, kann erneut ein Haftbefehl erlassen werden.

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