Euskirchen: Alemannias Traum vom DFB-Pokal lebt weiter

Euskirchen : Alemannias Traum vom DFB-Pokal lebt weiter

Die Wege des TSC Euskirchen und Alemannia Aachen hatten sich schon einmal gekreuzt, 1997 war das, im Viertelfinale des Mittelrhein-Pokals. Erst nach 120 Minuten stand der Sieger fest, die von Werner Fuchs trainierten Aachener hatten sich in der Verlängerung mit 3:2 durchgesetzt.

Mittwochabend, gut 21 Jahre später, trafen sich die Vereine im Pokalwettbewerb wieder, diesmal reichten aber 90 Minuten aus, um den Gewinner zu ermitteln: Mit 2:0 setzte sich die Alemannia im Halbfinale durch, so dass der Traum vom Einzug in den DFB-Pokal weiterlebt.

Alexander Heinze (Oberschenkelprobleme) und Ilias Azaouaghi (Adduktorenprobleme) waren nur als Zuschauer ins Erftstadion gereist, Maurice Pluntke und Arda Nebi rückten neu in die Aachener Startelf. Alemannias Stammkeeper Mark Depta erhielt zudem eine Verschnaufpause, Patrick Nettekoven stand zwischen den Pfosten.

Die Gäste übernahmen schnell die Kontrolle, die ersten Nadelstiche setzten aber die Gastgeber. David Pütz vertändelte 20 Meter vor dem eigenen Tor den Ball, Rico Rollepatz verfehlte das Aachener Gehäuse knapp (4.). Die Euskirchener lauerten weiter auf Fehler der Alemannen, um dann blitzschnell umzuschalten. Und der Plan ging auf: Auch Mergim Fejzullahu bekam den Ball im Vorwärtsgang abgeluchst, Dominik Behr schloss zu überhastet ab (5.).

Der Regionalligist überstand die Anfangsphase unbeschadet, nach 20 Minuten trat auch die Offensivabteilung des Favoriten erstmals in Erscheinung. Beim Kopfball von Arda Nebi musste sich TSC-Keeper Marco Hoeschel richtig lang machen (23.). Sekunden später war es erneut Kopfsache, Peter Hackenberg zielte aber zu hoch. Die Führung lag in der Luft, der Schuss von Alemannias Kapitän Nils Winter ging knapp über die Latte (29.).

Das Spiel wurde endgültig zum Pokalfight, als Tobias Mohr TSC-Kapitän Thomas Leßenich foulte. Nach einer Rudelbildung musste Schiedsrichter Mitja Stegemann als Schlichter in Erscheinung treten (32,). Die Hausherren lösten sich aus der Aachener Umklammerung, Benjamin Wiedenaus schoss aus 20 Metern links am Tor vorbei.

Alemannias Trainer Kilic stellte in der Pause von Fünfer- auf Viererkette um, ein Systemwechsel, der sich auszahlte. Die Gäste bauten mehr Druck auf, nach einer Ecke war es Marcel Damaschek, der Hoeschel nach einem Kopfball zu einer Glanzparade zwang (48.). Bei der anschließenden Ecke musste der TSC-Keeper erneut Schwerstarbeit verrichten, aber auch Junior Torunarigha fand in Hoeschel seinen Meister. Den Kopfball-Hattrick komplettierte Damaschek, der diesmal einnickte — 1:0 (50.).

Fejzullahu verpasste die Vorentscheidung auf dem Weg ins Finale (54.), da die Euskirchener aber kein Mittel mehr gegen die massive Deckung der Gäste fanden, geriet der Vorsprung nicht in Gefahr. Und so war es dann doch Aachens bestem Liga-Torschützen vorbehalten, das 2:0 nachzulegen: Nach einem Patzer von Stefan Ristovski erhöhte Fejzullahu (83.). Mit einem feinen Heber, der knapp am TSC-Tor vorbeiging, hätte der Angreifer das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können, aber das tat der Feierstimmung der Aachener keinen Abbruch.