Alemannias Torjäger Stipe Batarilo will sich beruflich nicht festlegen

Alemannia Aachen : Torjäger Stipe Batarilo spielt auf Zeit

Die Geschichte holt Stipe Batarilo denn ein in diesen Tagen. Am Dienstagabend läuft Alemannias Mittelfeldspieler beim SC Wiedenbrück auf. Es ist ein Nachholspiel, zu dem die Mannschaft bereits am Montagabend anreist. Batarilo betritt eine bekannte Wiese, drei Jahre hat er beim SC Wiedenbrück bis zum letzten Sommer gekickt.

Er kennt nicht nur den Friseur im Ort, auch mit vielen ehemaligen Mitspielern besteht noch Kontakt. „Das wird eine hohe Hürde“, sagt der Wiedenbrück-Experte. Sein Ex-Klub sitzt tief im Abstiegskeller fest.

Im letzten Sommer endete dort sein Engagement. Batarilo war wohl ein bisschen genervt von Trainer Björn Mehnert, dem auch Aachens Trainer Fuat Kilic schon einmal verwundert die Attitüde eines „Champions-League-Siegers“ unterstellte. Batarilo zog es ohnehin in die 3. Liga, „den nächsten Schritt machen“, heißt das in der Sprache der Fußballer. Damals hatte sich der Mittelfeldstratege ein bisschen verzockt, es flatterten keine guten Angebote herein, der SC Wiedenbrück hatte seine Planstelle wieder besetzt, so landete Batarilo im Hochsommer im Camp der vertragslosen Fußballer. „Das war eine stressige Zeit“, erinnert er sich ungern. „Jeden Morgen bin ich mit der Frage aufgewacht, ob sich jemand bei meinem Berater gemeldet hat.“

Batarilo erhielt schließlich die Einladung für ein Casting am Tivoli. Der Schnupperkurs mündete schnell in einem Jahresvertrag. Die Zeit neigt sich dem Ende entgegen. Batarilo spielt eine gute Saison, er ist nicht nur der beste Torjäger in den Aachener Reihen, er ruft auch ziemlich konstant seine Leistungen ab.

Kilic würde ihn gerne in der Mannschaft halten. „Die Wertschätzung hier in Aachen ist sehr hoch“, sagt auch Batarilo. „Ich fühle mich hier pudelwohl.“ Er hat ein erstes Aachener Angebot vorliegen, doch der 25-Jährige blockt vorerst alle Avancen ab. Er will einen neuen Anlauf in Richtung höhere Ligen wagen - und wartet auf entsprechende Angebote. „Das ist legitim und besprochen“, sagt sein aktueller Trainer. „Ich würde es nur nicht verstehen, wenn er zu einem anderem Regionalligisten gehen würde, auch wenn wir finanziell nicht mithalten können.“ Das ist auch nicht der Plan des Aachener Leistungsträgers. Batarilo will nicht noch einmal in ein Camp für frustrierte Profis einziehen.

Sein Berater, so sagt er, gibt irgendwann intern eine Deadline vor, bis wann er sich entscheiden muss. Kilic macht keinen Hehl aus seiner Präferenz für den Ballverteiler, aber er kümmert sich parallel um Ersatz für seinen Antreiber. „Wir machen unsere Hausaufgaben“, sagt Kilic.

Nach seinem Wechsel zum Tivoli ist Batarilo erst einmal wieder bei seinen Eltern in Köln eingezogen. „Ich ziehe nicht so gerne um, die Schlepperei nervt“, sagt er. Kilic hat spontan sein Angebot noch ergänzt. „Wenn er sich fest für Alemannia entscheidet, helfen ihm die Kollegen ganz sicher beim Möbel tragen“, grinst Kilic.

Kilic: „Zeit gehabt, es aufzuarbeiten“
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