TV Herkenrath zu Gast am Tivoli: Alemannias nächster Versuch gegen den Heimfluch

TV Herkenrath zu Gast am Tivoli : Alemannias nächster Versuch gegen den Heimfluch

Alemannia-Trainer Fuat Kilic: „Jetzt gilt es nachzulegen“

Der TV Herkenrath ist durchaus ein erstaunlicher Verein, 2009 stieg das Team in die Kreisliga C ab, tiefer ging es nimmer. Neun Jahre und etliche Aufstiege später läuft die Mannschaft von Chris Burhenne am Mittwoch, 19.30 Uhr, zum ersten Mal am Tivoli auf.

In den letzten Jahren hat der Klub eine imposante Erfolgsgeschichte gebastelt. Auch in der Regionalliga ist der TV Herkenrath durchaus erstaunlich unterwegs. „Sie haben Spaß an der Liga, nehmen gerne das Risiko“, sagt Aachens Trainer Fuat Kilic über den nächsten Gegner. Diese Risikofreude schlägt sich auch im Torverhältnis nieder: 17:18. Kein anderer Rivale kassierte mehr Gegentore, aber auch nur ein Team (RW Essen) war bislang treffsicherer. „Das ist eine durchaus spielstarke Mannschaft, die mit offenem Visier unterwegs ist“, vermutet Kilic. Der 45-Jährige erwartet beim Flutlichtspiel keinen Gegner, der gleich einen Wassergraben um den eigenen Strafraum aushebt und sich verschanzt. Kilic geht eher von einem gepflegten Schlagabtausch aus.

Sechs Spiele in Folge hat seine Mannschaft nicht mehr verloren, das ist die eine – positive – Serie. Die andere – negative – Serie weist noch keinen Heimsieg bis zu diesem 10. Spieltag aus. Der letzte Tivoli-Triumph liegt fast fünf Monate zurück, als der damalige Nachbar Wegberg-Beeck 4:2 besiegt wurde. Seitdem gerät die Mannschaft regelmäßig ins Grübeln, wenn das Drehbuch vom eigenen Matchplan abweicht.

Garnier ist zurück im Training

Gegen Kaan-Marienborn, auch ein Aufsteiger, kam zuletzt unerwartete Nervosität auf. In vielen Einzelgesprächen sind die Dinge aufgearbeitet worden, sagt Kilic. Zudem hat der Trainer darauf verwiesen, dass der jüngste Erfolg gegen die U 21 des 1. FC Köln eigentlich auch in einem Heimspiel erreicht wurde. Der Franz-Kremer-Park jedenfalls war am Freitagabend fest in Aachener Hand. „Ich bin zuversichtlich, dass wir stabiler werden“, sagt der 45-Jährige. Verzichten muss er wohl auf Marcel Kaiser, der sich gerade in die Startelf gekämpft hat. Dafür ist Robin Garnier unerwartet schnell nach seiner Wadenblessur wieder ins Training zurückgekehrt.

Alemannia ist nun endlich über den roten Strich geklettert, der die Trennlinie zur Unterwelt ist. In den nächsten Wochen will sich die Mannschaft nun ins Mittelfeld vorarbeiten. Kühnere Prognosen gibt es trotz der Erfolgsserie derzeit nicht. „Wir sind wirklich gut beraten, dass wir erst einmal aus dem Morast herauskommen“, sagt Kilic. Im nächsten Schritt soll es in Richtung Geldränge gehen. Denn die Erfolge der letzten Spieltage schlagen sich noch nicht im Portemonnaie der Profis nieder: Prämien werden erst ab Tabellenplatz 8 gezahlt, so ist die Vereinbarung. „Es wird Zeit, dass sich die Jungens selbst belohnen“, regt der Trainer an.

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