Aachen: Alemannias Heinze will Hinspiel-Erfolg gegen Dortmund bestätigen

Aachen : Alemannias Heinze will Hinspiel-Erfolg gegen Dortmund bestätigen

Wenn denn die Statistik nicht lügt, datiert das letzte Foul von Alexander Heinze etwa von Anfang Dezember, als Alemannia Aachen gegen den SC Verl spielte. Für einen Verteidiger ist das ein ungewöhnlicher Wert. 21 Spiele hat seine neue Mannschaft in dieser Regionalliga-Saison absolviert, der 24-Jährige hat noch keine Sekunde gefehlt. Heinze trägt den schmückenden Beinamen „Mister Zuverlässig“.

Er kann einem Gegenspieler mit bemerkenswert fairen Mitteln die Lust am Spiel nehmen. Vor ein paar Monaten duellierte er sich mit Jadon Sancho, der im Sommer für acht Millionen von Manchester City zu Borussia Dortmund geholt wurde. Irgendwann kapitulierte das Großtalent und ließ sich entnervt auswechseln. Das Spiel und der 2:0-Erfolg bei Dortmund II wird am Tivoli als „Wendepunkt“ einer bis dahin wechselhaften Saison geführt. „Von da an waren wir in der Spur“, sagt Heinze.

Am Sonntag, 14 Uhr, steht das Rückspiel gegen die Zweitbesetzung des Bundesligisten an, und auf der Verpackung steht „Spitzenspiel“. Das ist die positive Überraschung bei Alemannia. „Wir haben jetzt fast jede Woche ein Topspiel“, sagt Fuat Kilic.

Verzichten muss der Trainer weiterhin auf seinen besten Vorbereiter (Tobias Mohr), auf die Torschützen aus dem Hinspiel (Junior Torunarigha und Marcel Damaschek) und definitiv auch auf seinen größten Torjäger (Mergim Fejzullahu), aber die Mannschaft hofft, dass sie gerade eine gute Welle erwischt hat, um erfolgreich durch die nächsten Spieltage zu surfen.

Torschützen werden kurzfristig noch gesucht, gefunden ist bereits eine stabile Abwehrformation um den zuverlässigen Verteidiger Alexander Heinze. Am Anfang der Saison hat Kilic noch von einem „Rohdiamanten“ gesprochen, den er da in den Händen hielt. Inzwischen sind die „Schleifarbeiten“ so weit vorangeschritten, dass er durchaus schon funkelt. „Vor ein paar Monaten war er noch ein Verteidiger, der ganz weit stand und die Bälle weggekloppt hat“, erinnert Kilic leicht übertreibend.

Inzwischen gehört Heinze zu den Spielern mit den meisten Ballkontakten, der von hinten Angriffe anstoßen kann wie eine Kettenreaktion. Kilic hält fest, dass er selten einen so geschickten Zweikämpfer erlebt habe. „Das Schlimme ist nur, dass jetzt auch der eine oder andere Blinde seine Entwicklung mitbekommt.“ Das erschwert den Vorsatz, den Vertrag zu verlängern.

Für Heinze ist es die erste Saison unter Profibedingungen, auch das erklärt seine Entwicklung. Parallel arbeitet er noch 16 Stunden bei einem Steuerberater. Heinze kennt sich mit Zahlenkolonnen ganz gut aus. Seine Bachelorarbeit, die der BWL-Student vor ein paar Wochen an der Uni Trier eingereicht hat, beschäftigt sich mit den „bilanziellen Besonderheiten bei Fußball-Kapitalgesellschaften“.

Den Rechenschieber lässt er noch im Spind, die Mannschaft will sich weiterhin nur von Spieltag zu Spieltag hangeln. „Wir müssen die Punkte einfahren, alles andere ergibt sich von selbst.“ Rechnen muss man damit, dass er bis Saisonende kein Spiel mehr verpassen wird, sofern ihn nicht eine Gelbsperre aus der Wertung nimmt. Seine letzte Verletzung liegt noch deutlich länger zurück als sein letztes Foul: Im August 2012 fiel er zuletzt aus, nachdem ihn ein Gegenspieler gefoult hatte...

Mögliche Aufstellung: Depta - Heinze, Hackenberg, Fiedler - Pluntke - Winter, Kühnel, Azaouaghi - Konate-Lueken, Mickels, Yesilova

Schiedsrichter: Dominik Jolk (Bergisch Gladbach)

Bilanz: 9 Spiele/4 Siege/3 Remis/2 Niederlagen/11:4 Tore

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