Aachen: Alemannias Experimentierkasten bleibt geschlossen

Aachen: Alemannias Experimentierkasten bleibt geschlossen

Für Mike Büskens gab es schon im Herbst einen exklusiven Blick hinter die Stadionkulissen in Aachen. Alemannia suchte wieder einmal einen Trainer, und der Dauer-Schalker war ein Favorit auf den, nun ja, Schleudersitz.

Büskens wollte also die mögliche neue Arbeitsstelle kennenlernen, doch an diesem Abend hatten seine beiden Ansprechpartner Frithjof Kraemer und Ex-Manager Andreas Bornemann keine Zeit. Die Führung übernahm der Pressesprecher.

Das ist nur eine Panne, bei dem Versuch einen Trainern für Aachen zu begeistern. Büskens jedenfalls erwärmte sich nicht sonderlich für den Posten, weil er kein gutes Gefühl entwickelte. Die Ehe kam nie zustande. Büskens will die herbstlichen Geschichten nicht mehr aufwärmen.

Stattdessen übernahm der 42-Jährige die Spielvereinigung Greuther Fürth zu Beginn der Rückrunde. Vom verminten Platz 15 hat der junge Cheftrainer die Franken auf Platz 8 geführt - auf sichereres Territorium.

Am Samstag kommt Büskens mit seiner neuen Mannschaft wieder zum Tivoli. Da stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, für die alle Züge in dieser Saison bereits abgefahren sind. Und doch wehren sich die Trainer naturgemäß gegen den Eindruck, die Spielzeit rolle aus. „Ich bin Fußballer und möchte jedes Spiel gewinnen, deswegen mache ich diesen Job”, sagt der temperamentvolle Büskens, der sich wohl fühlt in seiner neuen sportlichen Heimat. Fürth ist ein Verein mit einer enormen Spieler-Fluktuation, jede Saison. „Wir kommen hier nicht so stark über die finanzielle Schiene”, grinst Büskens. Die Spieler werden überzeugt, ausgebildet - und ziehen häufig weiter.

So ein Ausbildungsverein wird auch Aachen in den nächsten Jahren sein, der verstärkt auf den Nachwuchs setzen muss und will.

In der alten Zeit darf der Verein noch drei Ligaspiele abwickeln, ehe die Fleischtöpfe - wie an vielen anderen Spielorten auch - kleiner dimensioniert werden.

Natürlich geht es gegen Fürth auch um Geld. Ein einstelliger Tabellenplatz bedeutet eine hübsche Bonus-Zahlung des Hauptsponsors, mit der man zum Beispiel einen treffsicheren Mittelstürmer trefflich finanzieren könnte.

So wird Trainer Michael Krüger auch am Samstagmittag nicht den großen Experimentierkasten aufbauen. Die Mannschaft steht unverändert ohne Zugzwang. Ohnehin sind Krügers Möglichkeiten - wie fast immer - deutlich eingeschränkt. Die Abmeldung der Woche kam wie berichtet von Szilard Nemeth (Adduktoren). Nach dem Training am Freitag meldete sich auch Timo Achenbach ab. Sein Einsatz gegen seinen Ex-Verein käme zu früh. „Es bleibt eine komplizierte Situation”, sagt Krüger.