Walchsee: Alemannias Co-Trainer pflegt eine sehr direkte Ansprache

Walchsee: Alemannias Co-Trainer pflegt eine sehr direkte Ansprache

Laut hallt die Stimme von Co-Trainer Willi Kronhardt über den Platz: „Du bist hier nicht, um im Stehen zu schlafen. Das ist Trainingslager”, fährt der 40-Jährige einen Spieler in bestem Fußballer-Deutsch an. Die Übersetzung lautet etwa: „Mehr Einsatz, bitte, der Herr.” Kronhardt war selbst zehn Jahre lang Fußball-Profi, kennt die Ansprache, kennt das Geschäft.

Die Spieler schlucken den Anpfiff, was zum einen zeigt, dass der „Co” seine Rolle als Bindeglied zur Mannschaft bereits gefunden hat, und zum anderen, dass die Einschätzung von Willi Kronhardt stimmt: „Das sind hier keine Röckchen-Träger, das ist Männersport, da geht es zur Sache.”

„Jeder bringt seine Stärken ein, das haben wir schon im Vorfeld in den letzten Monaten abgestimmt”, schildert Cheftrainer Jürgen Seeberger die Arbeitsaufteilung mit Kronhardt. „Wir teilen uns die Arbeit auf dem Platz, für die taktischen Vorgaben bin ich zuständig.” Komplettiert wird das Team durch Torwarttrainer Christian Schmidt und Athletik-Trainer Matthias Schiffers.

„Der Athletik-Trainer ist für den Kraftbereich zuständig, hier sind die Grundlagen weitgehend gelegt. Zudem haben wir durch das neue Polar-System die Möglichkeit, die Trainingsinhalte exakt zu dosieren, bislang ging das nur Pi mal Daumen”, beschreibt Seeberger die Neuerung.

„Die Trainingssteuerung erarbeiten der Trainer und ich gemeinsam”, schildert Co-Trainer Kronhardt. „Jürgen Seeberger gibt den Ton vor, und wir füllen das mit Leben.” Doch der zweite Mann in der Hierarchie ist nicht nur der verlängerte Arm in die Mannschaft hinein, Kronhardt feilt auch akribisch an jeder Übung, der komplette Plan für jede Einheit hängt nun vor dem Training an der Umkleide. Die Spieler wissen vor dem ersten Dehnen bereits, was genau auf sie zukommen wird.

„Die Jungs sollen wissen, dass wir uns im Vorfeld genaue Gedanken über die Gestaltung des Trainings gemacht haben und nicht auf den Platz kommen und ausknobeln, was denn jetzt ansteht”, schildert Kronhardt, der Trainer bei Eintracht Braunschweig und VfL Wolfsburg II war, den Zweck der Übung. Wobei es bei Willi Kronhardt durchaus vorkommen kann, dass er plötzlich beim Essen Messer und Gabel zur Seite legt und eine neue kleine Übungsform auf ein Blatt Papier kritzelt oder einen Spielzug skizziert, der dann im Training automatisiert wird.

„Gott macht gute Fußballspieler, Trainer machen Mannschaften”, hatte der Fußball-Weise Dettmar Cramer entdeckt - und genau das ist das Ziel. „Der Trainer und ich verbringen unendlich viel Zeit miteinander, die Spieler sehen sich häufiger nackt als ihre Frauen. Wir alle müssen mit Spaß und Vertrauen bei der Sache sein, skizziert der 40-Jährige den Ansatz.

Interessant soll das Training ausgestaltet sein, keine stupide Bolzerei: „Die Jungs müssen bei der Stange gehalten werden, ohne dass sie selbst merken, dass sie sich weite Wege erlaufen.” Belohnt sieht sich das Trainerteam bereits durch den Test gegen Ankaragücü: „Da waren viele Aktionen zu sehen, die wir uns hier erarbeitet haben. Das muss jetzt nur noch weiter automatisiert werden.”

Bornemann: „Nemeth hat Vertrag bis 2010”

Herr Bornemann, steht Szilard Nemeth zum Verkauf? Der Spieler soll dem MSV Duisburg angeboten worden sein.

Andreas Bornemann (Sportmanager): Davon wissen wir nichts. Wir haben zu keinem Zeitpunkt vorgehabt, uns von ihm zu trennen. Sein Vertrag läuft bis 2010.

Schweizer Medien bringen den Mittelfeldspieler Davide Chiumiento vom FC Luzern mit Alemannia Aachen in Zusammenhang...

Bornemann: Der Spieler war in dem Stapel mit den wechselwilligen Profis, das stimmt. Er hat bei Juventus Turin gespielt, in Siena und Lyon.

Gibt es ein konkretes Interesse an dem 24-Jährigen?

Bornemann: Nein, wir haben weder mit dem Spieler noch mit seinem Berater gesprochen.

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