Nach Stolperstart: Alemannia will das Feld von hinten aufrollen

Nach Stolperstart : Alemannia will das Feld von hinten aufrollen

Den Schwung aus dem DFB-Pokalspiel, als die Alemannia dem haushohen Favoriten aus Leverkusen lange Paroli bot, will die Mannschaft von Fuat Kilic mit in den Ligaalltag nehmen. Gegen den TuS Haltern soll die Aufholjagd beginnen.

Das Leben am Tivoli ist gerade eine Baustelle, die Handwerker haben ein längeres Heimspiel. Die erste Fußballmannschaft ist nun für einige Wochen eine Etage höher gezogen, denn auch die Kabinen werden nun nach zehn Jahren renoviert. Die Wege für die Auswärtsmannschaft verlängern sich vorübergehend, sie kommen in den Containern des Jugendbereichs einstweilen unter. Das sind die Rahmenbedingungen vor Alemannias zweitem Heimspiel am Dienstagabend, 19.30 Uhr, gegen den TuS Haltern – eine Partie, die es noch nie gab.

Alemannia hat einen „Stotterstart“ in der Liga hingelegt, während der Aufsteiger optimal in die Saison gestartet ist: zwei Spiele, zwei Siege, kein Gegentor, Platz 4. Der Klub von Präsident Christoph Metzelder kommt mit Rückenwind zum Tivoli. „Sie genießen die Liga“, hat Fuat Kilic bei seiner Spielspionage am Wochenende beobachtet. Er sagt auch: „Da kommt eine gewisse Wucht auf uns zu.“

Am liebsten hätte Aachens Trainer, all die guten Eigenschaften, die seine Mannschaft beim feinen Pokalspiel gegen Leverkusen gezeigt hat, eingefroren, um sie nun wieder aufzutauen. „Wir müssen diese Einstellung, diesen Mut, diese Bereitschaft wieder zeigen“, ist seine Forderung. Aus Spielersicht klingt das so: „Wir haben ganz großen Bock, das gute Gefühl aus dem Pokalspiel wieder zu erleben“, sagt Marco Müller. In der Tabelle ist das Team bis ans Ende abgesackt ist, was nach zwei Spielen und einer Spielverlegung kaum Aussagekraft besitzt.

Der Spielplan meint es nicht so schlecht mit den Aachenern; innerhalb von vier Tagen stehen Heimspiele gegen zwei Aufsteiger an. „Wir wollen ohne jedes wenn und aber ins obere Mittelfeld klettern“, sagt Kilic. Verzichten muss er nicht nur auf die Langzeitpatienten Can Özkan und Kai Bösing, vermutlich fällt auch der Kapitän nach einem Trainingsunfall aus. Peter Hackenberg laboriert an einem Knochenödem im Fußgelenk, ein MRT gibt es am Spieltag finalen Aufschluss. Kilic erwägt, wieder die Dreierkette aus der Vorsaison aus dem Schrank zu holen.

Sein Kader wird sich vermutlich nicht mehr verändern, bis das Transferfenster geschlossen wird in zwei Wochen. „Finanziell sind wir ausgereizt“, ist das Signal, dass Kilic erhalten hat. „Es sei denn, ein Spieler will uns verlassen, oder Sponsoren finanzieren ein Gehalt extern.“ Für beide Szenarien gibt es keine Hinweise. Kilic macht aus seiner „Enttäuschung“ keinen Hehl. „Es ist schade, dass sich der sportliche Erfolg der Mannschaft nicht widerschlägt und neue Sponsoren wieder Vertrauen zu uns finden“, sagt er.

Noch hat die Mannschaft zwei Wochen Zeit bis zum Transferende, um auf sich aufmerksam zu machen. Zum Beispiel mit einem Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Haltern.

Mögliche Aufstellung: Cymer - Fiedler, Heinze, Salata - Müller - Rüter, Baum, Batarilo, Garnier, Wallenborn - Bors

Schiedsrichter: Florian Exner (Bielefeld)

Bilanz: Premiere

Internet: Liveticker und Video (ab ca 22 Uhr) bei az-web.de/an-online.de

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