1:1 in Verl: Alemannia verliert kurz vor Schluss zwei Punkte

1:1 in Verl : Alemannia verliert kurz vor Schluss zwei Punkte

Vor der spektakulären Kür am Montagabend stand erst einmal die Pflicht auf dem Stundenplan. „Die Spaßveranstaltung muss warten“, hatte Alemannias Trainer Fuat Kilic vor dem Anpfiff gesagt.

Der Ligaalltag ist wichtiger, zumal seine Mannschaft gerade eine ziemlich perfekte Welle erwischt hat. Daran änderte sich auch nichts, als die Partie in der Fußball-Regionalliga West am Freitagabend beim SC Verl mit einem 1:1 beendet war. Und doch schmeckte das Ergebnis mehr nach Punktverlust.

Aachens Trainer hatte seine Mannschaft umbauen müssen, vor allem im Ressort Sturm waren ein paar Ausfälle zu beklagen. Kilic entschied sich nach einem Kurzinterview mit seinem Bauch für Mahmut Temür als einzigem Stürmer. „Auf dem kleinen Platz kann er uns mit seiner Ballsicherheit weiterhelfen“, hatte er gehofft. Temür sollte vorne die Bälle „festmachen“ und für die nachrückenden Kollegen auflegen. Das war die Idee, in der Praxis hatte der Türke dann zunächst erhebliche Schwierigkeiten, sich zu behaupten.

Die Aachener waren zwar schon am Vorabend angereist, sie fanden dennoch nur schwer in die Partie. Die ersatzgeschwächten Gastgeber verwickelten sie bevorzugt in Zweikämpfe, und weil sich die Alemannen nur selten aus solcher Umklammerung lösen konnten, war ein strukturierter Spielaufbau eher die Ausnahme.

Regelmäßig verhedderten sie sich im Abwehrgestrüpp der Heimmannschaft. Die Hoffnung der Seriensieger lag bei ruhenden Bällen. Bereits der erste Eckball von Manuel Glowacz löste Alarmstimmung in Verl aus. Sergej Schmik wehrte den Kopfball von Peter Hackenberg auf der Linie ab (13.). Die Sicherheit kehrte auch mit der ersten gelungenen Aktion nicht zurück. Die junge Verler Mannschaft wehrte sich. Regelmäßig flogen von nun Fernschüsse auf das Tor von Niklas Jakusch, vor allem Verls Anton Heinz turnte ziemlich auffällig herum auf seiner linken Angriffsseite. Rechtsverteidiger Steven Rakk sah häufig nur dessen Rücklichter. Aachens Torwart musste ein paar Mal die Kohlen aus dem Feuer holen.

Hackenbergs Grätsche

Kilic stand schon früh an der Seitenlinie und schob seine Spieler pantomimisch nach vorne. Der Trainer beobachtete einen Versuch von Kai Bösing (32.), der noch dankbare Beute für Robin Brüseke war. Verls Torwart benötigte dann aber  auch eine Portion Glück. Stipe Batarilo war von der linken Seite nach innen gezogen, sein Versuch verfehlte das Ziel denkbar knapp (43.). Dennoch, die erste Halbzeit gehörte zu den schwächeren der Aachener.

Der zweite Durchgang begann mit einer Großchance, Glowacz legte auf, aber Temür konnte die präzise Vorlage nicht nutzen (49.). Aus zwei Metern scheiterte er am Verler Torwart. Er blieb im Wettkampf, Sekunden später entdeckte er eine Lücke in der Viererkette, steckte durch – und Batarilo vollendete aus 13 Metern zur Aachener Führung (52.). Die Partie wogte weiter hin und her: Peter Hackenberg musste eine Grätsche herausholen, um den Schuss von Jan Liehr noch abzublocken.

Die Partie geriet noch ein bisschen aus den Fugen, was auch an der Spielleitung von Marco Goldmann lag, der ein Nachtreten von Verls Jannik Schröder nur mit einer Gelben Karte ahndete. Aachens Patrick Salata dagegen sah noch die Gelb-Rote Karte (83.). Und in Unterzahl kassierten die Gäste in der ziemlich turbulenten Schlussphase noch den Ausgleich durch Matthias Haeder (88.). Fünf Minuten Nachspielzeit änderten nichts mehr, die Pflichtveranstaltung endete 1:1. Am Montag, 18.30 Uhr, steht nun die Kür gegen den Tabellenführer der Bundesliga, Borussia Dortmund, an.