Aachen: Alemannia rutscht in die untere Tabellenhälfte

Aachen: Alemannia rutscht in die untere Tabellenhälfte

Der Trend ist derzeit nicht Alemannias Freund: Auch gegen den FC Augsburg (der zuvor vier Mal an der Krefelder Straße verloren hatte) konnte Aachens Fußball-Zweitligist keinen „Dreier” landen, mit 1:3 unterlagen die Schwarz-Gelben vor 14.505 Zuschauern auf dem Tivoli.

Aus den letzten vier Spielen holte die Mannschaft von Peter Hyballa nur einen Punkt, am 14. Spieltag rutschte sie in die untere Tabellenhälfte ab.

„Der Klasse, Reife und Erwachsenheit des FC Augsburg hatten wir nichts entgegenzusetzen”, sagte Aachens Chefcoach und konstatierte „zwei individuelle Kapitalfehler aus dem unteren Jugendbereich” vor den beiden ersten Toren der Gäste.

Mit der erwarteten Startelf sollte die Mini-Sieglos-Serie von drei Spielen beendet werden. Für den Gelb-gesperrten Thomas Stehle und Tolgay Arslan (auf der Bank) rückten Kevin Kratz und Babacar Gueye ins Team. Auch die Umstellung des Systems von 4-4-2 auf 4-3-3 war keine Überraschung. Die erhoffte Wirkung blieb allerdings aus. Augsburg nahm Alemannias Mittelfeld aus dem Spiel, Aachen schaffte es nicht, die Partie breit über die Flügel anzulegen. Zwar ließ auch der FCA die Handbremse nicht los, doch der Tabellenfünfte schlug zu, als sich die Gelegenheit bot.

Alemannia hatte die erste Chance vergeben, Kapitän und Torjäger Benny Auer setzte einen Kopfball nach Flanke von Zoltan Stieber knapp über die Latte (4.). Nach Flanke von Marco Höger traf Auer dann aus Abseitsposition (17.). Die Gäste meldeten sich eine Minute später erstmals durch Tobias Werner vor dem Kasten von David Hohs an, in der 22. Minute dann traf der Augsburger. Stieber hatte den Ball an Axel Bellinghausen verloren, der Linksverteidiger marschierte in Aachens Strafraum, Hohs und Nico Herzig konnten sich nicht verständigen, wer denn nun die Situation klärt. Der Ball rollte quer zu Werner, der nur noch einzudrücken brauchte. Es war erst Augsburgs zweiter Treffer in Aachen, zuletzt war Claus Brandmair am 22. April 1983 bei der 1:2-Niederlage erfolgreich.

In der 25. Minute hätte Alemannia fast schon der vorzeitige K.o. ereilt, Nando Rafaels Flachschuss ging nur um Zentimeter am Tor vorbei. Bis zur Pause verwaltete Augsburg den Vorsprung, riskierte wenig und ließ nur noch zwei mittelprächtige Alemannia-Chancen durch Kopfbälle von Auer und Mirko Casper zu.

Das zweite Lehrstück in Sachen brutaler Effektivität erhielt Aachen drei Minuten nach dem Seitenwechsel. Eigentlich eine Szene, die wenig Gefahr in sich barg, doch Herzig ließ sich durch eine Körpertäuschung von Nando Rafael übertölpeln, der mit einem Flachschuss zum 2:0 abschloss.

Aber das wars noch nicht für Alemannia. Stieber setzte einen Freistoß an den Pfosten (51.), dann sorgte Auer wieder für Hoffnung - mit seinem siebten Saisontor nach Vorarbeit von Gueye und Höger (57.). Es war der Lohn für erhöhten Laufaufwand, auch wenn Aachen immer noch nicht zur spielerischen Leichtigkeit vergangener Wochen zurückfand. Chancen zum Ausgleich gab es nicht mehr, stattdessen sorgte der eingewechselte Sören Bertram in der 86. Minute mit einem satten Volleyschuss für die Entscheidung zu Gunsten eines der Aufstiegsfavoriten.