Aachen: Alemannia: Neun gelbe Karten und ein torloses Ergebnis

Aachen : Alemannia: Neun gelbe Karten und ein torloses Ergebnis

Mit Unentschieden kennen sich die Aachener nach ein paar Wochen in der neuen Regionalliga-Saison ganz gut aus. Vier der sechs Partien endeten remis. Mit dem 0:0 gegen RW Oberhausen am Samstagnachmittag freundeten sich die Mannschaft recht schnell an.

„Da haben andere Spiele mehr weh getan“, erinnerte Trainer Fuat Kilic. Spielerisch bot die Partie Magerkost, es war ein Remis der eher langweiligen Art. Was für die Aachener blieb, war die erste Partie ohne Gegentor. Zweifellos war es der Nachmittag der Abwehrspieler.

Einen Wechsel hatte Aachens Trainer freiwillig vorgenommen. Marcel Damaschek ersetzte in der Innenverteidigung Matti Fiedler, der ein bisschen körperlich durchhängt. Der andere Wechsel war unfreiwillig. Torjäger Mergim Fejzullahu verbrachte viele Stunden vor dem Spiel primär in gekachelten Räumen, ihn ersetzte Arda Nebi kurzfristig.

Jannik Löhden erlebte bei seiner Rückkehr nach Aachen erste stressige Minuten. Oberhausens Abwehrchef trug gleich am Anfang mehrere sportliche Konflikte aus. In der siebten Minute flog Nebi nach einer Berührung in den Strafraum, der längste deutsche Abwehrspieler räumte durchaus ein Foul an, wenn auch nicht im Hochsicherheitstrakt.

Eine Minute später sank der enteilte Junior Torunarigha nach einer Kollision mit Löhden zu Boden. „Der braucht ein bisschen mehr Krafttraining“, urteilte Löhden grinsend über Aachens muskulösen Angreifer. Jonathan Lautz stand jeweils dicht am „Tatort“ und hatte keine Anmerkungen zu den Szenen. Der Schiedsrichter versuchte über einen langen Zeitraum mit guten Gesprächen das Spiel zu führen, später änderte er dann seine Linie, verteilte fast im Minutentakt Gelbe Karten.

Die erste Halbzeit hielt nicht, was der Auftakt versprach. Den schwierigsten Job hatten die Fotografen am Spielfeldrand. Sie mussten ihre Ausrüstung vor dem Platzgewitter schützen und gleichzeitig noch auf ein Motiv hoffen. Eine große Herausforderung. David Pütz lieferte eine Szene. Seinen Fernschuss aus 22 Meter lenkte Oberhausens Torwart Robin Udegbe noch ab zu einem Eckball (17.).

Das war die komplette Ausbeute einer ereignisarmen ersten Halbzeit. Oberhausen blieb stur in der Deckung. Oberhausens Trainer Mike Terranova war unzufrieden mit der fußballerischen Potenz seiner Mannschaft, fand aber einen Mitschuldigen: „Das Stadion ist super hier, der Platz aber eine Katastrophe.“

Alemannia hatte Feldvorteile, aber die Stürmer setzten sich kaum in Szene, die Offensivzweikämpfe gingen fast alle verloren. Joy-Slayd Mickels und Nebi hatten ihre besseren Momente in der Rückwärtsbewegung.

RWO war letzte Woche das schöne Kunststück gelungen, ohne eigenen Torschuss das Spitzenteam von Viktoria Köln durch ein fulminantes Eigentor zu besiegen. Sie erinnerten sich an die Strategie, ein einziges Mal versuchte sich der Ex-Aachener Rafael Garcia an einem (harmlosen) Torschuss (61.). So harrten 6500 Zuschauer noch auf eine finale Pointe. Löhden köpfte etwa 145 Mal den Ball aus der Gefahrenzone, ein Drehschuss von Mike Kühnel flog am Ziel vorbei (70.).

Dann versuchte sich der eingewechselte Kai Bösing noch mit einem Seitfallrückzieher (87.). Es blieb beim Remis, mit dem „wir ein bisschen auf der Stelle stehen“, urteilte der umsichtige Innenverteidiger Alexander Heinz. Mark Depta ging nur halbwegs zufrieden in den Feierabend. Aachens Keeper war der Adressat von unzähligen Rückpässen, viel Handarbeit musste er nicht leisten. „Mit dem ersten Spiel ohne Gegentor freunde ich mich gerne an, mit dem ersten Spiel ohne eigenen Treffer nicht so.“

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