Oberhausen: Alemannia mit 0:1-Pleite in Oberhausen eiskalt erwischt

Oberhausen : Alemannia mit 0:1-Pleite in Oberhausen eiskalt erwischt

Die Aachener jedenfalls wurden eiskalt erwischt. Nach vier Siegen in Folge kassierten sie am späten Samstagnachmittag eine 0:1-Niederlage bei Rot-Weiß Oberhausen. Nötig war dieser Rückschlag keinesfalls, aber der Versuch, die Punkte in nur 60 Minuten zu sichern, scheiterte.

„Es war ein komisches Spiel“, fand nicht nur Abwehrspieler Alexander Heinze. Alemannia trat in den ersten Minuten nervös auf wie ein pickliger Teenager beim ersten Tanzball. Es gelang eine halbe Stunde lang: nichts. Die Zweikämpfe wurden nicht geführt, es hagelte technische Fehler, vor allem fehlte ein sonst so zuverlässiger Begleiter der Mannschaft.

Alemannias zu passive Defensive ließ eine Flanke von der linken Seite zu. Foto: Gras

„Wir haben in der ersten Minuten völlig mutlos“, wunderte sich Trainer Fuat Kilic, der wieder am Spielfeldrand coachen darf. Die Abwehr rückte nicht entschlossen nach vorne. Und so wurden die Abstände zwischen den Mannschaftteilen so groß, dass die Oberhausener immer wieder lustvoll in diese Räume hineinstießen. „Das Pressing, das uns sonst so auszeichnet, hat überhaupt nicht geklappt“, stellte Mergim Fejzullahu fest, der erstmals seine Mannschaft als Kapitän anführte. „Vielleicht lag es an der kraftraubenden englischen Woche, eine richtige Erklärung habe ich nicht.“

Die Oberhausener waren gleich mit ihrer ersten Chance erfolgreich, als Mittelstürmer Tarik Kurz eine flache Hereingabe verwandelte. Gespielt waren da erst sechs Minuten, und da lag dieser Treffer schon ein bisschen in der Luft. Der Arbeitstag fing nicht fröhlich an für Mark Depta, aber dann hatte er Glück, als er bei einem der (zu) vielen Rückpässe ein großes Luftloch trat. Der Ball kullerte aber neben sein Tor (19.). Aachens Schlussmann war später der Garant, dass die RWO-Führung knapp blieb. Er rettete zweimal gekonnt gegen Patrick Schikowski (24./34.).

Nach langen 36 Minuten kamen die Aachener zu ihrer ersten Möglichkeit. RWO-Keeper Robin Udegbe fingerte den Fernschuss von Tobias Lippold aus dem Winkel. Mit einer Aktion tauten die Gäste auf, die Minuten bis zur Halbzeit gingen plötzlich deutlich an sie. Fiedler scheiterte beim ersten Alemannia-Eckball wieder am Torwart, dann verzogen Fejzullahu und Mickels in aussichtsreichen Positionen.

„Dann muss man auch mal die Gier haben, so einen Ball über die Linie zu drücken“, bemängelte Kilic. Aachens Trainer hatte bereits vor dem Wechsel reagiert. Der zweikampfschwache und erkältete Severin Buchta durfte zeitig unter die Dusche. Mit Maurice Pluntke installierte Kilic einen weiteren Widerstandskämpfer im defensiven Mittelfeld.

Der zweite Durchgang auf der Baustelle verlief ausgeglichen, Aachen näherte sich dem Remis, als zum Beispiel Emre Yesilova um Stollenbreite an einer Lippold-Flanke vorbei schlidderte (61.). Oberhausens Trainer Mike Terranova wechselte mit Rafael Garcia, Philipp Gödde und schließlich Jannik Löhden noch ein paar ehemalige Aachener ein. Es änderte nichts mehr, das frierende Publikum bekam kaum noch torverdächtige Szenen zu bestaunen. „Ich kann den Jungens keinen Vorwurf machen, sie haben alles reingehauen“, resümierte Fuat Kilic, als die überflüssige Niederlage feststand.

Auf der Rückfahrt verstärkte sich beim 44-Jährigen der Eindruck, dass da ein „Krankentransport“ die Heimat ansteuerte. „Wir sind gebeutelt mit Erkrankungen und Verletzungen“, stellte er fest und machte aus dem Sonn- ein Genesungstag, weil schon Mittwoch Meister Viktoria Köln in Aachen angekündigt ist.

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