Aachen: Alemannia: Keine Nervosität vor dem richtungsweisenden Spiel

Aachen: Alemannia: Keine Nervosität vor dem richtungsweisenden Spiel

Nein, Grund, nervös zu werden, hat Aachens Trainer vor dem wohl richtungsweisenden Spiel gegen Fortuna Düsseldorf nicht: „Warum sollte ich jetzt nervös werden?”, fragt Peter Hyballa eher rhetorisch in die Runde. „Ich bin doch immer nervös.”

Und obwohl der 35-Jährige wahrscheinlich noch im Schlaf über Aufstellungen, Spielsysteme, neues Personal und mitreißende Choreographien für seine Balletteinlagen in der Coaching Zone nachgrübelt, ist sich der Trainer des Tabellenschlusslichts seiner Vorbildrolle für die Mannschaft bewusst: „Wenn ich jetzt mit Schnappatmung in die Kabine gehe, was soll ich dann in dieser Situation von einem Marco Stiepermann oder einem Reinhold Yabo erwarten?”

Und da, so Hyballa, den „Spielern eigentlich egal ist, welcher Osterhase da an der Linie steht”, bleiben die klassischen Arbeitsfelder des Übungsleiters, um das Spiel mit Derbycharakter gegen die bislang ungeschlagenen Fortunen erfolgreich gestalten zu können. Für diese Partie kommt das Nachdenken darüber, mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor durch einen neuen Stürmer zu erzeugen, für das Spiel am Samstag sicherlich zu spät - und ab null Uhr am kommenden Mittwoch bis zur Transferperiode im Winter dann auch.

Ein möglicher Weg könnte die Verpflichtung einer „Stieber-Kopie” sein, die Benny Auer mit Vorlagen füttert; alternative Route: eine gestandene Kraft im Zentrum. „Am liebsten beide”, eröffnet Hyballa einen Blick auf seine Träume, „oder keinen, wenn wir nicht überzeugt sind, dass er sofort reinpasst.”

Akut weiterhelfen könnten Änderungen im System und in der Startelf. „Das 4-3-3 funktioniert nur, wenn die beiden Außen die Passwege nach innen zustellen. Das hat gegen Rostock nicht gut geklappt”, geht Hyballa noch einmal in die Analyse der Begegnung, die erstmals etwas Zählbares brachte.

Gegen den nächsten Gegner, der vor allem durch schnelles Umschalten und guten Konterfußball besticht, liegt der Fokus auf Passsicherheit und ebenfalls schnellem Wechsel von der defensiven in die offensive Formation und zurück. Das Stammpersonal in der Schaltzentrale nimmt Aachens Trainer gegen Kritik in Schutz, zeigt aber auch die Mängel auf: „Bas Sibum als gelernter holländischer Sechser spielt den Ball noch zu häufig quer oder nach hinten, um wieder Ordnung herzustellen. Kevin Kratz ist dynamischer und geht mehr in die Räume, kriegt die Tempoverlangsamung aber nicht so gut hin.”

So bleiben die Änderungen auf dem Spielberichtsbogen, was die Startformation betrifft. Konkret wird Hyballa bei seinen Überlegungen allerdings nicht, „schließlich will ich ja den Gegner überraschen”. Selbst den Trainings-Kiebitzen und Spielern dürften die Übungsformen keine konkreten Hinweise gegeben haben: „Manchmal stelle ich Spieler in die B-Mannschaft, um sie zu verwirren”, verrät Aachens Trainer: „Und einige fallen auch darauf rein.”

Drei Abstellungen in der Länderspielpause

Anouar Hadouir (Muskelprobleme in der Hüfte) und Fabian Bäcker (Außenbandzerrung) haben fast die komplette Woche nicht trainiert und stehen am Samstag voraussichtlich nicht zur Verfügung. Benny Auer (zweitägige Magenverstimmung) wird dagegen wieder an Bord sein.

Nach dem Spiel gegen Düsseldorf stellt die Alemannia drei Spieler für Länderspieleinsätze ab: Alper Uludag tritt mit der türkischen U 21 gegen Liechtenstein und Irland an, Shervin Radjabali-Fardi und Reinhold Yabo sind mit der deutschen U 20 gegen Polen und die Schweiz im Einsatz.

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