Historischer Ticker zum Pokal-Finale Alemannia gegen Werder Bremen

Historischer Alemannia-Ticker : „Eins kann uns keiner nehmen und das ist das Endspiel gegen Bremen“

Das Jahr 2004 war für die Alemannia ein wahrlich historisches. Nur knapp verpassten die Schwarz-Gelben den Aufstieg in die Bundesliga. Am Ende stand wieder der sechste Platz zu Buche. Die Saison aber hatte noch ein Highlight zu bieten: das DFB-Pokal-Finale gegen Werder Bremen. In unserem historischen Live-Ticker blicken wir zurück auf Aachens Kampf um den Pott.

Rückblick: Sonntag, 23. Mai, 15 Uhr. Alemannia spielt in Karlsruhe um den Aufstieg in die Bundesliga. Mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten KSC wäre die Rückkehr ins Oberhaus perfekt gewesen. Doch nach dem Abpfiff jubelten im Wildpark nur die Gastgeber, die mit einem 1:0-Sieg den Absturz in die Bedeutungslosigkeit des Fußballs verhindert hatten. Die Schwarz-Gelben hingegen blieben ihrer Auswärtsschwäche in dieser Saison treu und belegten am Ende erneut den sechsten Platz. Wie auch schon in der Saison zuvor. Kurz vor der Pause erzielte Conor Casey das Tor des Tages. In der zweiten Halbzeit gelang es der Tivoli-Truppe nicht mehr, das Spiel zu drehen. Entsprechend groß war die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff: „Der Druck, den Tabellenplatz zu verteidigen, lastete gewaltig auf uns“, versuchte Kapitän Kalla Pflipsen, das Unerklärbare zu erklären. Sein bitteres Fazit: „Wir haben es nicht verdient aufzusteigen. Dabei war es in diesem Jahr so leicht wie nie zuvor. Auch Torhüter Stephan Straub war frustriert: „Für mich ist der Nicht-Aufstieg eine Tragödie. Da ist eine Welt zusammengebrochen.“ Aachens Stürmer Erik Meijer versuchte trotz der Enttäuschung das Positive zu sehen: „Für einen so kleinen Verein wäre ein Aufstieg gigantisch schön gewesen, aber auch so war es eine tolle Saison.“ Und die hatte noch ein Highlight zu bieten: das DFB-Pokalfinale. In Berlin. Gegen den frischgebackenen Meister Werder Bremen. Viel Spaß mit unserem historischen Live-Ticker!

18:30 Uhr Berlin! Berlin! Wir tickern aus Berlin! Damit Hallo aus dem Olympiastadion!

18:31 Uhr „Eins kann uns keiner, eins kann uns keiner, eins kann uns keiner nehmen und das ist das Endspiel gegen Bremen!“ Und genau so schaut’s aus. Am vergangenen Wochenende hat es mit dem Aufstieg in die Bundesliga für die Alemannia nicht geklappt, aber die Saison bietet zum Abschluss noch ein echtes Highlight: Werder Bremen! Gegen! Alemannia Aachen! DFB! Pokal! FINALE!

18:32 Uhr Wir kommen natürlich nicht dran vorbei, kurz auf die vergangene Woche zu schauen. Nachdem die Aufstiegsentscheidung mit einem 1:1 auf dem Tivoli gegen LR Ahlen vertagt wurde, wollte die Alemannia am Sonntag in Karlsruhe beim abstiegsbedrohten KSC die Rückkehr ins Oberhaus klarmachen. Doch daraus wurde nichts.

Frust und Trauer nach dem verpassten Aufstieg: Im Karlsruher Wildparkstadion hat Erik Meijer mit seinem Team vergangenes Wochenende verloren, die Alemannia spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga. Foto: ZVA/firo

Die Enttäuschung war groß, am Ende stand wieder einmal der sechste Platz zu Buche.

18:33 Uhr Aachens Sportdirektor Jörg Schmadtke versuchte kurz danach aber, das Positive in den Vordergrund zu stellen: „Die Alemannia hat in dieser Saison tolle Sachen gemacht und viel erreicht, auch wenn es zum ganz großen Wurf nicht gelangt hat. Es ist nicht angebracht, jetzt herumzumeckern. Man sollte nicht trauern über das, was nicht erreicht wurde. Unterm Strich bleibt ein fettes Plus. Der Verein ist weitgehend entschuldet, Alemannia wird in Deutschland und international wahrgenommen. Das war vor zwei Jahren noch nicht der Fall.“

Alemannias Macher: Sportdirektor Jörg Schmadtke hat seit seinem Amtsantritt am 1. Dezember 2001 einiges in Aachen bewegt und den Verein aus den Schulden ins DFB-Pokal-Finale und internationale Geschäft geführt. Foto: dpa/Jörg Carstensen

18:34 Uhr In der Stadionhälfte der Alemannia wird es laut! Ein kurzer Blick von unseren phänomenalen Plätzen runter auf den Rasen zeigt warum: Die Tivoli-Kicker sind gerade raus gekommen, um den Platz zu besichtigen. Den Rasen vorab schon einmal fühlen, das erste bisschen Atmosphäre aufnehmen. Wir können nur von uns sprechen, die von oben auf das Grün herabblicken und wir haben schon Gänsehaut. Wie das wohl bei den Spielern sein muss. GEILES GEFÜHL HIER!

18:35 Uhr Dann schauen wir nun mal auf Aachens Gegner, die Bremer? Die haben am letzten Spieltag 1:3 in Rostock verloren. Nach den Meisterfeiern in Bremen ließen die Jungs von der Weser es in Rostock locker angehen und schonten sich für das heutige Spiel. Was sie übrigens auch schon in der Woche zuvor beim 2:6 zu Hause gegen Leverkusen taten. Wie stark sie aber wirklich sind, zeigten sie bei ihrem Meisterstück am 32. Spieltag mit einem 3:1-Auswärtssieg bei den Bayern.

Im Münchener Olympiastadion, dem Wohnzimmer der Bayern, führten die Bremer bereits zur Pause mit 3:0. Nach dem Spiel gab es kein Halten mehr. Wir finden: Ein Titel reicht dann aber auch für diese Saison! Der Pott muss nach Aachen!

18:36 Uhr Wie auch immer das Spiel heute enden wird, für alle Schwarz-Gelben ist es ein absolutes Highlight. Vor allem für Alemannias Außenverteidiger Stefan Blank: „Das DFB-Pokalfinale ist ein absoluter Höhepunkt. So oft bekommt man als Spieler nicht die Chance, in Berlin um einen nationalen Titel spielen zu dürfen. Außerdem geht es gegen meine alten Kameraden.“

Seht her, ich war’s: Stefan Blank war mit seinem Treffer gegen die Bayern maßgeblich an Alemannias Triumphzug im DFB-Pokal beteiligt. Heute geht’s gegen den alten Klub Werder Bremen um den Pott. Foto: firo

18:37 Uhr Am Treffen mit dem Ex-Verein hat der 27-Jährige maßgeblichen Anteil. Im Viertelfinale erzielte der gebürtige Gelsenkirchener gegen die Bayern ein Traumtor aus 30 Metern. Falls Oliver Kahn hier mitlesen sollte: Jetzt am besten mal kurz wegschauen!

18:38 Uhr „Wir dürfen nicht verkrampfen, auch wenn der Trubel rund um das Finale riesig und nicht mit dem Ligaalltag vergleichbar ist“, gesteht der sonst so coole Abwehrspieler.

18:40 Uhr Zwischen dem Tivoli und dem Olympiastadion liegen je nach Route zwischen 630 und 680 Kilometer. Die hat die Alemannia mit dem Flugzeug hinter sich gebracht. Von Maastricht aus ging es am Freitag um 11 Uhr in die Hauptstadt. Vorher war die Mannschaft noch drei Tage im Trainingslager in Rees. In Berlin kamen die Schwarz-Gelben allerdings rund 90 Minuten zu spät an. Beim Zwischenstopp in Prag kam es wegen eines Fluglotsenstreiks zu Verspätungen.

Aber ein gutes Omen für den Spielausgang gibt es: Mit der Maschine flog zuletzt der Champions-League-Sieger FC Porto.

18:41 Uhr Die Bremer hingegen sind gestern mit dem Bus angereist und absolvierten um 18 Uhr ihr Abschlusstraining im Stadion. Die Schwarz-Gelben waren rund eine Stunde später dran. Das gab den Trainern der beiden Teams vorab die Möglichkeit zu einem kleinen Plausch.

„Da hinten gibt es den Pokal.“ Jörg Berger (links) und Bremens Meister-Coach Thomas Schaaf begutachten die Örtlichkeiten im Olympiastadion. Foto: ZVA/Michael Jaspers

18:42 Uhr Über 70.000 Zuschauer werden das 61. DFB-Pokalfinale im ausverkauften Berliner Olympiastadion verfolgen. Davon kommen 18.500 aus Aachen! Es ist die größte Expedition in der Geschichte der Alemannia. Die Aachener werden die Marathonseite im Stadion einnehmen. Aber was schreiben wir hier werden? Hier ist jetzt schon alles schwarz-gelb gefärbt! Einfach nur wow!

18:43 Uhr So wie schon die ganze Stadt seit gestern fest in den Händen der Fans aus der Kaiserstadt ist.

Hurra, hurra, die Aachener sind da: Berlin ist seit gestern fest in Öcher Hand! Foto: ZVA/Michael Jaspers

18:44 Uhr Noch etwas mehr als eine Stunde bis zum Anpfiff. Da bleibt noch Zeit für einen Ausflug in die Geschichtsbücher: Für die Alemannia ist es nach 1953 (1:2 gegen Rot-Weiss Essen) und 1965 (0:2 gegen Borussia Dortmund) das dritte DFB-Pokal-Finale.

Die Niederlage 1953 war mehr als ärgerlich. Es war das erste Pokalfinale nach Kriegsende, vorher waren solche Spiele seitens der Alliierten untersagt. Und gegen Essen hatte die Mannschaft um Alemannia-Legende Michel Pfeiffer erst kurz zuvor in der Liga 4:1 gewonnen. Doch im Düsseldorfer Rheinstadion behielt das Team vom späteren Weltmeister Helmut Rahn die Oberhand.

Mehr als zehn Jahre später sah das schon anders aus. In Hannover traf die Tivoli-Truppe 1965 auf Borussia Dortmund. Es war das erste Mal, dass ein Zweitligist im DFB-Pokal-Finale stand. Doch die Aachener hatten nur die Aufstiegsrunde im Kopf. Der Fokus lag ganz klar auf der Qualifikaton für die Bundesliga, nachdem diese in der Saison zuvor verpasst wurde. Jahre später erzählte Jupp Martinelli: „Unser Trainer Oswald Pfau stellte uns in einem halbstündigen Gespräch auf die Dortmunder ein, das war es schon.“ Das Finale, das bis heute als eines der schlechtesten gilt, wurde entsprechend mit 0:2 verloren.

Fachgespräch im Jahr 1965: Trainer Oswald Pfau, Alemannia-Kapitän Christian Breuer und Klub-Legende Jupp Martinelle (von links) vor dem Pokal-Finale gegen den BVB. Foto: ZVA/Archiv

18:45 Uhr Werder hat hingegen schon einiges mehr an Pokalerfahrung aufzuweisen: Die Norddeutschen stehen heute zum achten Mal im Finale. Viermal nahmen sie den Pott mit nach Hause (1961, 1991, 1994 und 1999). Zuletzt standen die Bremer 2000 im Finale, scheiterten aber mit 0:3 deutlich an den Bayern.

18:46 Uhr Anfang der Woche haben sich unsere Kollegen mit Werders Trainer Thomas Schaaf zum Interview getroffen. Dabei strahlte der Bremer Coach, jetzt kommt eine ganz große Überraschung, eine enorme Ruhe aus. Kein Wunder, stand der Meistertrainer doch bereits fünfmal im DFB-Pokal-Finale: 1991 und 1994 holte er den Pott als Spieler, 1999 erstmals als Trainer. Zum verpassten Aufstieg der Alemannia sagt er: „Ich hätte Aachen den Aufstieg gegönnt. Es wäre noch schöner gewesen, wenn beide Mannschaften mit großen Saisonerfolgen nach Berlin gekommen wären.“ Die Alemannia unterschätzen oder gar ihnen nun etwas vom Erfolgskuchen abgeben, werden er und seine Mannschaft aber keinesfalls: „Die Aachener werden auf eine selbstbewusste Mannschaft treffen, die ihr Ziel fest im Auge hat: das Double. Wir werden die Aachener aufgrund unserer Pokal-Erfahrung mit den Zweitligisten im laufenden Wettbewerb keinesfalls unterschätzen, sondern von Beginn an deutlich machen, dass wir gewinnen wollen.“

Bremens Trainer Thomas Schaaf hat ein Auge auf den Pokal geworfen, den er gerne am Samstag zum vierten Mal in seiner Karriere holen würde. Für Werder wäre es zudem das erste Double der Vereinsgeschichte. Foto: Bongarts

18:47 Uhr Aber wie sagt man so schön? Der Pokal hat seine eigenen Gesetze! Vielleicht machen es die Aachener heute wie einst die „Underdogs“ Kickers Offenbach 1970 und Hannover 96 1992 und holen sich den Pott.

18:48 Uhr Sicher ist aber auch: Die Alemannia geht ohne große Erwartungen in das Spiel heute und will einfach Spaß haben. Nichtsdestotrotz verwies Jörg Schmadtke bei der abschließenden Pressekonferenz auf die jüngste Pokalhistorie der Schwarz-Gelben: „Natürlich sind wir der Außenseiter, aber das waren wir nach der Papierform schon drei Mal, und doch stehen wir im Endspiel.“

18:50 Uhr Aber die Alemannia wäre nicht die Alemannia, wenn es nicht auch immer ein wenig im Verein rumort. Der stillose Umgang mit Kalla Pflipsen ist und bleibt ein Dauerbrenner am Tivoli. Der Kapitän wird in der kommenden Saison wohl nicht mehr für die Schwarz-Gelben auflaufen. Die Kommunikation dahingehend verlief aber, wohlwollend formuliert, mehr als unglücklich.

Enttäuscht vom verpassten Aufstieg und auch vom Verhalten von Alemannias Chefetage: Kapitän Kalla Pflipsen wird den Verein im Sommer verlassen, obwohl er sich ein weiteres Jahr in Aachen vorstellen könnte. Foto: Bongarts

18:51 Uhr Doch der Kapitän ist nicht die einzige Personalie in Schwarz-Gelb, die aktuell diskutiert wird: Auch um den Manager ranken sich Gerüchte. Angeblich soll 1860 München interessiert sein. Und obwohl Schmadtke noch einen Vertrag bis 2007 in Aachen hat, sagt er selbst: „Wirklich gefesselt bin ich nur an meine Frau und Kinder.“ Stehen die Zeichen also auf Abschied? Zum Glück für alle, die es mit der Alemannia halten, eher nicht, wie Aachens Manager gestern auf der PK verkündete.

18:52 Uhr Auch Alemannias Gegner hat ein paar Baustellen, die nicht auf dem Platz liegen. Bremens genialer Spielmacher Johan Micoud, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2005, liebäugelt mit einem Abschied in diesem Sommer. Heißt es also bald „Au revoir Monsieur“?

18:53 Uhr Sicher von Bord wird Mladen Kristajic gehen. Der serbische Abwehrspieler ist unzufrieden über die Prämien beim Weser-Klub. Vor der Saison wurde keine Meisterprämie ausgehandelt. Nach dem Erfolg in der Liga verlangten die Spieler 2.000 Euro für jeden erspielten Punkt, bekommen haben sie 1.700. „Wir bekommen eine Prämie wie im Kindergarten“, ärgert sich Kristajic. Hätten wir gewusst, dass man im Kindergarten so absahnen kann …

18:54 Uhr Kugelblitz Ailton sicherte Bremen mit 28 Treffern in dieser Saison die Meisterschaft und sich die Torjägerkanone. Aber auch der Brasilianer wird heute Abend sein Abschiedsspiel bei den Grün-Weißen absolvieren.

18:55 Uhr Den Tivoli werden ebenfalls einige Spieler verlassen, die Alemannia steht vor dem dritten Umbruch in drei Jahren: Für George Mbwando, Ivica Grlic, Eric van der Luer, Quido Lanzaat, Bachirou Salou, Kai Ewertz, Thierry Bayock und den bereits erwähnten Karlheinz Pflipsen ist das Pokalfinale die letzte Dienstreise in Schwarz-Gelb.

18:56 Uhr Aber zurück zu den schönen Dingen des Lebens: In Aachen wird das Pokalfinale auf so ziemlich allem übertragen, was sich in die Steckdose stecken lässt. Der Katschhof ist der größte Open-Air-Platz. Bereits seit 15 Uhr halten die Fans dort die Stellung – wenn sie nicht selbst in Berlin sind wie die Mitarbeiter des WZL.

Unterstützung auch von der Hochschule: Die Mannschaft des WZL wurde von ihrem ehemaligen Kollegen, dem heutigen Alemannia-Präsidenten Professor Horst Heinrichs, vor der Abreise ins Olympiastadion verabschiedet. Foto: ZVA/Archiv

Schönen Gruß von dieser Stelle in die Kaiserstadt!

18:57 Uhr Noch eine knappe Stunde bis zum Anpfiff und wir tippen uns hier jetzt schon die Finger wund!

Kurze Pause am Buffet!

18:58 Uhr

18:59 Uhr

19:00 Uhr Und da sind wir auch schon wieder! Betrachten wir doch einmal das Objekt der Begierde. Der DFB-Pokal: rund 52 Zentimeter hoch, über sechs Kilogramm schwer und ein Fassungsvermögen von rund acht Litern. Aber das ist noch längst nicht alles: 250 Gramm Feingold, feuervergoldetes Sterlingsilber, zwölf Turmalinen, zwölf Bergkristalle und 18 Nephriten. Und wer hat ihn erfunden? Wilhelm Nagel aus Köln.

Goldschmied Wilhelm Nagel erfand den heutigen DFB-Pokal und führte auch die Reparaturarbeiten durch nachdem Schalke-Manager Rudi Assauer die Trophäe 2002 fallen ließ. Foto: dpa

1964 bekam der Goldschmidt den Auftrag vom DFB, 1965 wurde der Pokal erstmals in die Höhe gereckt. Und die Alemannia wäre fast die erste Mannschaft gewesen, die den Pokal mit nach Hause hätte nehmen können … wenn da nicht der BVB gewesen wäre.

19:01 Uhr Seitdem wird der Pokal in jedem Jahr von den Siegern geküsst und in die Höhe gestreckt. „Da geht mir richtig das Herz auf“, sagt der Erschaffer. Vor zwei Jahren war er allerdings sehr sauer. Und zwar auf Schalkes Manager Rudi Assauer. Der hatte den Pott nach dem Sieg über Leverkusen bei der Siegesfeier fallen lassen. Zurück blieb eine krumme und schiefe Trophäe.

Die damaligen Schalker Spieler Marco van Hoogdalem, Sven Vermant, Manager Rudi Assauer und Kapitän Tomasz Waldorf (von links) hatten vor zwei Jahren Grund zum Jubeln: Im Finale gegen Bayer Leverkusen gewannen die Königsbaluen mit 4:2. Foto: dpa/Roland Weihrauch

In mühsamer Arbeit hat Nagel sie aber wieder reparieren können.

19:02 Uhr Übrigens: Nagel mag es überhaupt nicht, wenn der Pokal „Pott“ genannt wird: „Ich habe dem DFB verboten, den Pokal auf seiner Internetseite so zu nennen. Ich mache keine Pötte, ich mache viel mehr.“

19:05 Uhr Unabhängig davon, wie das Finale heute endet und ob die Alemannia den Pokal mit in die Kaiserstadt bringt: In Aachen wird die Mannschaft morgen gefeiert! Mit einem eigens hergerichteten Wagen wird das Team vom Kaiserplatz aus über Wilhelm- und Theaterstraße, Kapuziner-, Alexianer- und Löhergraben, Jakobstraße, Klostergasse und Ritter-Chorus-Straße auf den Katschhof fahren. Zwischen 18 und 18:30 Uhr wird der Alemannia-Tross im Rathaus erwartet, anschließend wird mit den Fans auf dem Markt gefeiert.

19:07 Uhr Dann wird nicht nur eine erfolgreiche Saison gefeiert, die alle Erwartungen übertroffen hat, es wird auch eine gehörige Portion Vorfreude geben. Denn, das haben wir noch gar nicht erwähnt: In der kommenden Saison, anschnallen und festhalten, spielt die Alemannia INTERNATIONAL! Egal was hier und heute passieren wird, Werder ist Meister und damit bereits für die Champions League qualifiziert, starten die Aachener in der nächsten Spielzeit im UEFA Cup! Vor kurzem noch fast pleite, dank der sportlichen Leistungen nun finanziell auf soliden Beinen, die Bundesliga im Blick und Reisen quer durch Europa. Die Alemannia ist das Paradebeispiel dafür, dass Totgesagte länger leben!