Historischer Liveticker Alemannia Aachen Bayern München DFB-Pokal 2004

Historischer Alemannia-Ticker : Wie Alemannia 2004 die Bayern aus dem Pokal warf

Am 4. Februar 2004 gelang der Alemannia eine der größten DFB-Pokal-Überraschungen ihrer Geschichte. Im Viertelfinale wartete niemand geringeres als Rekordmeister und -pokalsieger Bayern München. Eigentlich eine klare Sache. Aber auf dem alten ehrwürdigen Tivoli war alles möglich. In unserem „Liveticker“ blicken wir zurück auf diese glorreiche Pokalnacht, in der die Kartoffelkäfer zum „Rekordpokalsiegerrauswerfer“ wurden.

19:00 Uhr Hallo vom Aachener Tivoli!

19:01 Uhr Hier an der Krefelder Straße steht heute die DFB-Pokal-Viertelfinalpartie zwischen Alemannia Aachen und Bayern München an. Wir wiederholen: DFB-Pokal-Viertelfinale! Alemannia! Aachen! Gegen! Bayern! München!

19:02 Uhr Unsere Arme sind schon komplett blau, denn wir müssen uns immer wieder kneifen. Aber: Das ist kein Traum! Die Schwarz-Gelben treffen heute im Viertelfinale des DFB-Pokals auf Deutschlands Vorzeigeklub, Rekordmeister, Rekordpokalsieger, Rekord-Alles. Wir haben Bock, die Fans haben Bock, das wird ein richtig geiler Abend. Und wir haben das Glück und dürfen tickern. Unser letzter Kirchenbesuch ist zwar etwas her, aber: Danke, Gott!

19:05 Uhr Wir kriegen uns seit der Auslosung der Partie nicht mehr ein. Aachens Keeper Stephan Straub ist da eine ganze Ecke cooler als wir: „Für uns ist das das Spiel des Jahrzehnts. Aber alles wird wie immer sein, wenn wir den Rasen betreten. Wir verändern nichts. Es gibt im Fußball immer eine Chance. Wenn ein Elite-Elf wie Bayern einen guten Tag hat, brauchen wir einen noch besseren. Und immerhin sind wir eine Spitzenelf der 2. Liga.“

Ok, von wegen eine ganze Ecke cooler. Cool, cooler, Stephan Straub:

19:08 Uhr Um die Minimalchance auf ein Weiterkommen zu nutzen, muss die Alemannia im Vergleich zur Partie gegen Burghausen heute allerdings eine Schippe drauflegen. Besser noch zwei oder drei. Gegen die Mannschaft aus dem oberbayerischen Landkreis Altötting setzte es am Wochenende die erste Heimniederlage in dieser Saison.

Am Samstag musste Aachens Abwehrchef Alexander klitzpera noch gegen Burhausens Marc-Maccambes Younga-Mouhani ran. Heute sind die Kaliber für den ehemaligen Münchner schon etwas größer. Foto: Martin Ratajczak

0:1 hieß es am Ende, das Tor des Tages erzielte Igor Zikovic bereits in der 25. Minute. Die Spieler und auch die Verantwortlichen der Alemannia werden es bestreiten, aber nach dem Sieg im „Geisterspiel“ gegen Nürnberg und der damit verbundenen nachträglichen Herbstmeisterschaft und vor DER Partie gegen Bayern München, stand das Spiel gegen Burghausen sicher nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Es sei den Jungs verziehen.

19:11 Uhr Das Positive aus dem Spiel: Stephan Straub war in der Halbzeit angeschlagen, musste sogar fitgespritzt werden. Aber Aachens starker Rückhalt steht zur Verfügung und ist 100 Prozent fit.

19:15 Uhr Wenn sich ein Spiel für einen Blick in die Historie anbietet, dann das Aufeinandertreffen heute. Gern werden dann Spieler herangezogen, die auf beiden Seiten ihr Können gezeigt haben. Karl Del’Haye ist so einer. Der in Aachen geborene ehemalige Nationalspieler streifte sich während seiner Karriere das Trikot der Kartoffelkäfer und des Rekordmeisters über.

Leichtfüßiger Rechtsaußen: Karl Del’Haye schlug seine Haken sowohl in Aachen als auch in München. Foto: Witters

Natürlich ist das mittlerweile 48-jährige Vereinsmitglied heute auch da. Die Münchener sieht er natürlich vorne und sagt: „Ein Pflichtspiel würden die Bayern gewinnen …“ Hören wir da ein leises „Aber“ zwischen den Zeilen?

19:17 Uhr Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sieht das natürlich ganz anders. Für den „General“ ist seine Mannschaft klarer Favorit und der Pokal nicht nur ein Neben-Wettbewerb. Im Gegenteil. Er genießt eine Ausnahmestellung: „Wir wollen deutscher Pokalsieger werden, mit nur noch drei Spielen kann man hier schon am Ziel sein. In keinem anderen Wettbewerb ist der Aufwand so gering. Einfacher kann man keinen Titel gewinnen.“

Ottmar Hitzfeld gewann mit Borussia Dortmund und den Bayern bereits die Champions League. Foto: EPA/dpa/Robert Ghement

19:18 Uhr Besonnen, wie man ihn kennt warnt er aber auch: „Da ist eine ganze Region in Aufruhr, und alle freuen sich, dass Bayern München kommt.“ Entsprechend erwartet er in der Kaiserstadt eine kleine „Hölle“: „Es wird sicher eine heiße Schlacht für uns. Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und kühlen Kopf bewahren.“

19:19 Uhr An der Stelle müssen wir den Erfolgstrainer leider berichtigen. Klein? Von wegen!

19:20 Uhr Aber zurück zu Hitzfeld. Der erfolgreichste europäische Trainer der vergangenen Dekade will keine Zweifel am Weiterkommen seiner Mannschaft aufkommen lassen: „Wir wissen, dass in diesem Wettbewerb vieles möglich ist und kleine Mannschaften über sich hinauswachsen können. Aber wir sind klarer Favorit und haben das Ziel, deutscher Pokalsieger zu werden.“

19:21 Uhr Achtung, Floskel-Alarm! Wir entgegnen dem und sagen: Die Alemannia muss die Chance nutzen, die sie nicht hat.

19:22 Uhr Auch Bayerns Mittelfeld-Stratege Michael Ballack warnt davor, die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen: „Es ist gefährlich, ständig über die Partie gegen Real Madrid zu diskutieren. Wir haben vorher noch wichtige Spiele. Die müssen wir gewinnen, um Selbstverstrauen zu tanken.“

Michael Ballack zieht bei den Bayern die Fäden im Mittelfeld. Foto: Tobias Hase/dpa/Tobias Hase

Damit mag er recht haben, und in der Champions League sind wir auch aufseiten der deutschen Vertreter. Das Tanken von Selbstbewusstsein muss aber nicht heute starten.

19:23 Uhr Die Stimmung in München ist übrigens – milde gesagt – gereizt. In der Bundesliga liegt der Rekordmeister sechs Punkte hinter Tabellenführer Werder Bremen zurück. Und in der Champions League hat Deutschlands Klassenprimus Real Madrid vor der Brust.

19:24 Uhr Roberto Carlos, David Beckham, Luís Figo, Zinédine Zidane, Raúl, Ronaldo … Stellt euch mal vor, die Alemannia erreicht über den DFB-Pokal den UEFA Cup, die Galaktischen aus Madrid scheitern in der Champions-League-Gruppenphase und auf einmal müssen die Königlichen auf dem Tivoli ran …

19:25 Uhr Aber bevor wir hier auf dem Tivoli Real weghauen, müssen erst einmal die Bayern aus dem Weg geräumt werden. Die bliesen zum Start ins neue Jahr zum Angriff und riefen „die beste Rückrunde aller Zeiten“ aus. Zum Auftakt gab es am 18. Spieltag am Wochenende gegen Frankfurt allerdings nur ein Unentschieden. Die Münchener kamen gegen die Truppe von Willi Reimann nicht über ein 1:1 hinaus. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge verließ das Waldstadion mit hochrotem Kopf. Manager Uli Hoeneß reagierte nach dem Spiel gereizt und raunzte einen TV-Reporter an – in typischer Uli-Hoeneß-Manier: „Wollen Sie mich verarschen? Das war das erste Spiel der Rückrundem und Sie reden über Grundsätzliches.“

Die Verantwortlichen beim FC Bayern: Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Manager Uli Hoeneß. Foto: dpa/Miguel Villagran Pool

Es dürfte nicht wenige auf und rund um den Tivoli geben, die heute nichts gegen einen ähnlichen Abgang der Bayern-Verantwortlichen hätten.

19:28 Uhr Nur noch eine knappe Stunde bis zum Anstoß hier auf dem Tivoli. Sind wir nervös? Vielleicht ein bisschen.

19:29 Uhr Lenken wir uns ein bisschen mit der Historie ab. Alemannia gegen Bayern, ein klassisches David-gegen-Goliath-Duell. Da lohnt sich ein Blick auf andere Spiele solcher Art. Da fällt einem doch direkt der Name Vestenbergsgreuth ein: Am 14. August 1994 besiegte der Underdog mit dem späteren Alemannia-Kapitän Frank Schmidt die Bayern sagenhaft mit 1:0.

Der spätere Alemannia-Kapitän Frank Schmidt hat es schon mit Vestenbergsgreuth vorgemacht und die großen Bayern aus dem Pokal geschmissen. Foto: dpa/Claus Felix

19:30 Uhr Im Herbst 2000 gelang dem 1. FC Magdeburg ein ähnliches Kunststück – natürlich wieder mit einem späteren Alemannen. Jupp Ivanovic und seine Kameraden schlugen die Bayern im Elfmeterschießen.

19:32 Uhr Alemannias Manager Jörg Schmadtke bleibt vor dem Spiel gewohnt cool und warnt seine Mannschaft vor einer möglichen Überfall-Taktik der Bayern: „Die werden sofort draufgehen, um uns zu zeigen, wer Bayern und wer Aachen ist.“

Kam im Dezember 2001 an den Tivoli, nachdem der Verein im Kicker eine Managerstelle ausgeschrieben hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die Alemannia mit rund vier Millionen Euro verschuldet. Das sieht nach den Erfolgen in dieser Pokalsaison schon ganz anders aus. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

19:34 Uhr Bei der Alemannia kennen nur Erik Meijer, Karl-Heinz Pflipsen, Bachirou Salou, Kai Michalke und Trainer Jörg Berger solche Spiele gegen die ganz Großen. Sie müssen die Mannschaft mit ihrer Erfahrung leiten.

19:35 Uhr Aber wie geht man gegen die Bayern vor? Aachens Coach hat die Antwort: „Mit Herz, Begeisterung, Selbstbewusstsein und etwas kühlem Kopf. Wie gegen 1860.“

Alemannia-Trainer Jörg Berger hat aus jungen und erfahrenen Spielern eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt, die in dieser Saison als Pokalschreck unterwegs ist. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

19:37 Uhr Die Löwen aus München haben eine Runde zuvor erfahren, was es heißt auf dem Tivoli einen Pokalfight zu erleben. Der Bundesligist musste sich gegen die Schwarz-Gelben in der zweiten Runde im Elfmeterschießen (5:4) geschlagen geben. Held des Abends war Alemannias Keeper Stephan Straub, der im Elfmeterschießen gegen Remo Meyer parierte.

19:38 Uhr Wo wir gerade dabei sind, blicken wir kurz auf den Weg der beiden Mannschaften ins Viertelfinale: Die Bayern setzten sich in der ersten Runde souverän mit einem 5:0-Sieg über Borussia Neunkirchen durch. In der zweiten Runde kam es zum bayrisch-fränkischen Derby. Gegen Nürnberg mussten die Bayern bis ins Elfmeterschießen und hatten die stärkeren Nerven. 7:6 hieß es am Ende aus Sicht der Münchener. Im Achtelfinale musste sich der HSV an der Grünwalder Straße geschlagen geben. 3:0 fertigten die Bayern den Ligakonkurrenten ab.

19:39 Uhr Die Alemannia startete ihre Pokalreise in Erfurt. Gegen die Rot-Weißen setze sich die Tivoli-Truppe im Elfmeterschießen mit 4:3 durch. In der zweiten Runde, wie bereits erwähnt, wurden die Münchener Löwen aus dem Wettbewerb befördert. Im Achtelfinale feierten die Schützlinge von Jörg Berger ein Torfestival in Braunschweig und katapultierten sich mit einem 5:0 ins Viertelfinale.

Foto: mohr & more

19:40 Uhr Nun empfangen die Aachener die Bayern zuhause auf dem Tivoli. Es ist das erste Pflichtspiel der beiden Mannschaften seit fast 34 Jahren. Das bislang letzte Aufeinandertreffen – Freundschaftsspiele ausgenommen – fand am 14. März 1970 in München statt. Die Alemannen dürften nur ungern daran zurückdenken, denn das Spiel war ein Debakel. Mit 0:6 kamen die Kartoffelkäfer unter die Räder. In insgesamt sechs Bundesliga-Partien konnten die Aachener nur einen Punkt holen: In der Vizemeister-Saison 1968/1969 gelang dank eines Treffers von Erwin Hermandung im März 1969 ein 1:1 an der Grünwalder Straße.

19:42 Uhr Doch das erste Aufeinandertreffen liegt sogar noch ein paar Jahre länger zurück. In der Aufstiegsrunde zur Bundesliga trafen die beiden Vereine schon 1965 aufeinander. Die Bayern um Franz Beckenbauer siegten in München 2:1. Und auch auf dem Tivoli führten sie zur Pause bereits mit 1:0. Der Kaiser schrieb in seiner 1968 erschienenen Autobiografie „Franz Beckenbauer – Dirigent im Mittelfeld“: „Doch dann war vor unserem Tor die Hölle los. Die Aachener kamen an, als ginge es um die Weltmeisterschaft. Breuer und Martinelli warfen sich so einsatzfreudig in jedes Gefecht, dass wir Angst um unsere Knochen hatten.“ Am Ende stand es 1:1. Für den Bundesligaaufstieg reichte das damals nicht. Die Bayern wurden zum besten Klub Deutschlands und zu einem der erfolgreichsten Fußballvereine der Welt, die Alemannia streifte immer wieder am finanziellen Kollaps vorbei, scheiterte das ein oder andere Mal an einer Bundesligarückkehr und hat harte Zeiten in der Regionalliga hinter sich. Aber heute begegnet man sich wieder …

19:43 Uhr … und ein 1:1 würde die übermächtigen Münchener in die Verlängerung und ein mögliches Elfmeterschießen zwingen. Und das können die Jungs von Jörg Berger, wie sie bereits in zwei Runden dieser Pokalsaison gezeigt haben.

19:44 Uhr Sollte auch dieses Spiel wieder vom Punkt aus entschieden werden, kann Aachen auf Stephan Straub setzen. Der Keeper hat bislang noch kein Elfmeterschießen in seiner Karriere verloren.

Hoffentlich hat Alemannias Keeper Stephan Straub auch heute wieder allen Grund zum Jubeln. Foto: Bongarts

Und er verspricht: „Auch gegen die Bayern würde ich ein oder zwei halten.“

19:46 Uhr Das ungleiche Duell verspricht einen packenden Pokalfight und beschäftigt ganz Fußball-Deutschland. So sagt Kölns Manager Andreas Rettig: „Ein interessantes Duell, gerade weil es in Aachen ist. Vor allem freut es mich für die Alemannia, dass sie ein Heimspiel hat und die Partie nicht vor einer Geisterkulisse in München stattfinden muss. Aachen hat durchaus eine Chance.“

Manager Andreas Rettig ist mit seinen Kölner bereits aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Wir hätten nie gedacht, dass wir das mal schreiben würden, aber: Wir stimmen dem Verantwortlichen des 1. FC Köln voll und ganz zu. Ein Derby gegen die Kölner ist in dieser Pokalsaison aber nicht mehr möglich, der FC verabschiedete sich im Achtelfinale im Elfmeterschießen gegen Greuther Fürth. Tja …

19:48 Uhr Dafür ist aber noch ein anderes Derby in der Verlosung. Borussia Mönchengladbach setzte sich gestern Abend mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen den MSV Duisburg durch. Zum Spiel der Aachener gegen Bayern sagt VfL-Trainer Holger Fach: „In der Partie steckt eine gehörige Portion Brisanz. Alemannia hat überhaupt nichts zu verlieren. Und auch wenn auf dem Papier alles für Bayern spricht, im Pokal hat Aachen eine realistische Chance.“

Holger Fach hat mit seiner Borussia den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale bereits geschafft. Damit könnten die Mönchengladbacher in der kommenden Runde Gegner der Alemannia sein. Vorausgesetzt die Schwarz-Gelben schaffen die Sensation gegen Bayern München. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

19:49 Uhr Das sieht Alemannia-Legende Jupp Martinelli nicht anders: „Bayern ist nicht sattelfest. Für mich wäre es keine Überraschung, wenn ein gutes Zweitligateam wie Aachen eine nicht überragende Bundesliga-Mannschaft wie Bayern aus dem Pokal wirft.“

19:52 Uhr Es gibt ja Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Ok, dafür gehen wieder einmal fünf Euro ins Phrasenschwein. Nicht unsere ersten und ganz sicher nicht die letzten.

19:53 Uhr Zurück zu unseren Lach- und Sachgeschichten aus dem Fußball. Gerade in solchen Partien können sie oft große Rollen spielen. Und wenn einer weiß, wie die Bayern ticken, dann ist das Aachens Abwehrchef Alexander Klitzpera. Klitze spielte von der D-Jugend bis zur Regionalliga-Mannschaft für die Bayern. Er gehörte sogar schon im DFB-Pokal zum Kader von Ottmar Hitzfeld.

Von München über Bielefeld nach Aachen: Alexander Klitzpera hat in der Kaiserstadt seine sportliche Heimat gefunden. Foto: dpa/Roland Weihrauch

Vor seinem Wechsel zur Alemannia stand Klitze kurzzeitig ohne Verein da. Doch in München wurde er aufgefangen: „Vormittags war ich an der Säbener Straße, Uli Hoeneß fragte mich: Hast du deine Klamotten dabei? Nachmittags habe ich die Schuhe geschnürt.“ Die Bayern besorgten für ihren ehemaligen Spieler eine vorübergehende Spielberechtigung und setzten ihn in Testspielen ein. Dafür ist Alemannias Abwehrrecke den Münchenern dankbar und weiß das familiäre Umfeld bei den Bayern zu schätzen: „Wenn man sich nichts zu Schulden kommen lässt, wirst du vom FC Bayern niemals fallen gelassen.“ Für mindestens 90 Minuten wird die Dankbarkeit aber sicher heute beiseitegelegt. „Wir haben im Pokal schon mehr erreicht, als wir uns erträumen konnten. Das wollen wir ausbauen – auch wenn es gegen die Bayern geht.“

19:55 Uhr Nicht nur Alexander Klitzpera freut sich auf die Zweikämpfe mit Bayerns Star-Stürmer Roy Makaay und den anderen Hochkarätern. Auch die Fans fiebern dem entgegen. Das „Phantom“ braucht statistisch gesehen übrigens weniger als vier Schüsse für einen Torerfolg. Hoffen wir mal, dass er die heute nicht zusammenbekommt.

19:57 Uhr Alemannias Kapitän Kalla Pflipsen und Bachirou Salou konnten den Pott übrigens schon einmal in ihrer Karriere gewinnen. Mit Borussia Mönchengladbach schlugen sie den damaligen Zweitligisten VfL Wolfsburg mit 3:0 im deutschen Wembleystadion in Berlin.

Alemannia-Kapitän Karl-Heinz Pflipsen (links mit Martin Dahlin) hat den Pott schon einmal mit Borussia Mönchengladbach gewonnen. Foto: Horst Müller

19:58 Uhr Salou, Salou, Bachirou Salou stand sogar schon dreimal im Pokal-Finale. 1992 und 1995 kam er bei der Fohlenelf allerdings nicht zum