Aachen: Alemannia historisch: Ticker zum Aufstiegsspiel gegen Göttingen 1967

Aachen: Alemannia historisch: Ticker zum Aufstiegsspiel gegen Göttingen 1967

Wir schreiben den 25. Juni 1967. Auf dem Tivoli kommt es zum abschließenden Duell der Aufstiegsrunde zur Teilnahme an der Bundesliga zwischen Alemannia Aachen und Göttingen 05. Bei bestem Wetter und vor 28.000 Zuschauern wollen die Aachener nach bisher vergeblichen Anläufen endlich in Deutschlands Fußball-Eliteklasse aufsteigen. Unser Rückblick im „Liveticker“.

Bevor es losgeht ein kleiner Hinweis. Der folgende Artikel ist wie ein Liveticker aufgebaut. Scrollen Sie daher bis zum Ende des Artikels, reisen Sie mit uns ins Jahr 1967 und erleben Sie Minute für Minute das entscheidende Aufstiegsspiel in die Bundesliga der Alemannia am 25. Juni zuhause gegen Göttingen. Viel Spaß!

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Willkommen zurück im Jahr 2018, liebe Leser! Wir hoffen, dass Ihnen der kleine Ausflug in die schwarz-gelbe Vergangenheit gefallen hat und natürlich, dass Fuat Kilic über 50 Jahre später der vierte Aufstiegstrainer der alemannischen Nachkriegsgeschichte wird. Wer noch mehr Nostalgie-Feeling möchte, dem empfehlen wir einen Blick in die kurze Video-Reportage zum historischen Spiel, die von "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" dankenswerterweise für die Nachwelt hochgeladen wurde.

Genießen Sie die Fußball-WM und bis bald im neuen Tivoli!

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17:15 Uhr Wir machen uns jetzt auf in Richtung Innenstadt, um den Aufstieg der Alemannia zu feiern. Tun Sie es uns gleich. Die Mannschaft wird um 19:30 Uhr am Rathaus erwartet. Das wird eine laaaaaaange Nacht!

17:08 Uhr Auch der ehemalige Spieler der Schwarz-Gelben Reinhold Münzenberg freut sich für seinen Verein. Natürlich nicht ohne hilfreiche Tipps, damit die Bundesliga nicht nur ein Abenteuer sein wird: „Das war ein langer, langer Anlauf in die Bundesliga. Ich freue mich von Herzen, dass die traditionsreiche Alemannia jetzt endlich in der höchsten deutschen Spielklasse zu finden ist. Unsere Hoffnungen gehen dahin, dass Alemannia auch hier bestehen möge. Die Mannschaft wird sich steigern müssen. Noch was das Leistungsniveau von Spieltag zu Spieltag in den Punktespielen und in der Aufstiegsrunde zu unterschiedlich. In der Bundesliga aber kann man nur mit Beständigkeit seinen Platz behaupten.“

17:05 Uhr Trotz der zu erwartenden Mehrarbeit freut sich auch der Aachener Polizeipräsident Dr. Dundalek auf die Bundesliga: „Ich hatte fest mit einer Entscheidung zugunsten Alemannias bereits am Mittwoch in Saarbrücken gerechnet. Nun, die Entscheidung heute hat die Spannung noch erhöht. Der Aachener Polizei wird es jetzt eine freudig zu erfüllende Pflicht sein, die mit den Bundesliga-Heimspielen der Alemannia verbundenen, erweiterten Aufgaben in bewährter Weise zu übernehmen. Sicherlich werden dabei in der Verkehrsregelung einige Probleme auf uns zukommen.“

17:03 Uhr Aachen ist zwar auch eine Karnevalshochburg, aktuell regiert aber „König Fußball“ die Kaiserstadt. Der AKV-Präsident Jayques Königstein freut sich ebenfalls über den Aufstieg der Alemannia: „Neben dem Reitturnier, dem Orden wider den tierischen Ernst und Karl dem Großen hat jetzt die Stadt Aachen ein weiteres attraktives Aushängeschild: den Bundesligisten Alemannia. Das tut dem Image der Stadt gut.“

17:02 Uhr Uns erreichen die ersten Reaktionen zum Aufstieg der Alemannia in die Bundesliga. Landtagsabgeordneter Dr. Hofmann sagt: „Natürlich bin ich dafür, dass Aachen in die Bundesliga gekommen ist. Ich habe schon damals, als man am grünen Tisch bei Gründung der obersten deutschen Spielklasse vor vier Jahren gegen die Alemannia entschied, dafür plädiert, dass es in der größten westlichsten Großstadt der Bundesrepublik mit einem Einzugsgebiet von Holland und Belgien einen Bundesligaverein geben müsse. Nun haben es die Aachener aus eigener Kraft geschafft.“

16:57 Uhr Die Bundesliga-Saison startet am 19. August. Mit dabei: die Alemannia aus Aachen! Vorher geht es aber für die Mannschaft erst einmal in den wohlverdinten Urlaub. Lediglich ein Termin steht vorher noch an: Um 19:30 Uhr kommen die Aachener Aufstiegshelden zum Empfang am Rathaus. Auf dem Marktplatz wird die Hölle los sein, wenn tausende Anhänger ihre Mannschaft feiern werden. Wir werden auf jeden Fall mittendrin sein, das sollten Sie nicht verpassen! Alemannia Hipp-Hipp-hurra!

16:54 Uhr Der Wegbereiter des Erfolgs: Chef-Trainer Michel Pfeiffer. Mit seiner Alemannia hat er heute etwas Historisches geschafft. Er wird dürfte jetzt schon eine lebende Legende und auf ewig mit Aachen verbunden sein.

Foto: Archiv

16:51 Uhr Für Alemannia brechen goldene Zeiten an. Aber: Bundesliga-Fußball ist nichts für Versammlungen wochenendlicher Freizeitgestaltungen sondern für Wirtschaftsunternehmen, dessen Bilanzen stimmen müssen. Aber da werden wir uns bei den Schwarz-Gelben keine Sorgen machen müssen. Die Alemannia ist gut aufgestellt, das Stadion ist mehr als bundesligatauglich und stets prall gefüllt. Wenn die Mannschaft in den kommenden Jahren die Leistung bestätigen kann, dann wird Aachen ein fester Punkt auf der Karte der höchsten deutschen Spielklasse sein.

16:46 Uhr Der erste Gratulant bei Alemannias Jupp Martinelli war der Linienrichter, der heute nicht zu sehen war. Ein größeres Lob kann einem Unparteiischen nicht ausgesprochen werden. Mit Ausnahme eines nicht gegebenen Elfmeters für die Alemannia war das Mannheimer Schiedsrichtergespann um Schiedsrichter Heinz Siebert jederzeit Herr der Lage. Zahlreiche begeisterte Fans strömen auf das Spielfeld. Links kommt Verteidiger Rolf Pawellek zur Jubeltraube hinzu.

Foto: Sepp Linckens

16:45 Uhr AUS! AUS! AUS! Abpfiff am Tivoli! Die Alemannia schlägt Göttingen mit 3:1und steigt endlich in die Bundesliga auf! Der Jubel auf den Rängen, auf dem Rasen, in der ganzen Stadt kennt keine Grenzen mehr. Ganz Aachen liegt sich in den Armen. Zur Bundesligaeinführung wurden die Schwarz-Gelben übergangen und scheiterten in den vergangenen Jahren am Aufstieg. Im dritten Anlauf ist es nun endlich geschafft! Michel Pfeiffer hat mit seiner Truppe das Maximum erreicht. Verletzungen und zwischenzeitlichem Chaos am Tivoli zum Trotz. Die Vereine der Bundesliga dürfen sich auf Ausflüge in den „Wilden Westen“ freuen. Ob es am Tivoli aber viel zu holen geben wird? Nach dem Spiel heute ist die Antwort wohl ein klares nein! Fans und Mannschaft agierten als geschlossene Einheit und bejubeln nun den verdienten Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Ein wahrlich historischer Tag!

Foto: Call

90. Spielminute: Abpfiff auf dem Tivoli. Die Alemannia schlägt Göttingen 3:1!

16:43 Uhr Regionalliga, tschö wa! Die letzten Sekunden des Spiels laufen. Ab der kommenden Saison ist die Alemannia erstklassig. Michel Pfeiffer und seine Jungs werden in der Bundesliga auflaufen. Bayern München, Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln: Macht euch bereit, die Alemannen kommen!

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16:40 Uhr Im Stadion erfolgt eine wichtige Durchsage an alle: „Bierfässer anzapfen!“

16:38 Uhr Da ist das Ding! Die Entscheidung ist gefallen! Glenski trifft zum zweiten Mal am heutigen Tag, die Alemannia liegt 3:1 in Führung. Die Bundesliga ist nur noch ein paar Minuten entfernt!

83. Spielminute: Toooooooooor für die Alemannia!

16:31 Uhr „Ale“ Glenski versucht es aus allen Lagen. Aachens Torschütze zum 2:1 prüft Göttingens Keeper ein ums andere Mal, allein ein weiteres Tor gelingt ihm bisher nicht. Die Uhr zeigt noch rund eine Viertelstunde Restspielzeit an.

16:25 Uhr Die Alemannia hält Göttingen mit ihrem Angriffsspiel weiter vom eigenen Tor fern. Der dritte Treffer für die Hausherren liegt in der Luft. Es wäre die endgültige Entscheidung in diesem Spiel, in dieser Aufstiegsrelegation. Der Traum Bundesliga wird von Minute zu Minute realer.

16:18 Uhr Aachens Gronen liefert ein paar Tricks für die Galerie und spielt die Göttinger schwindelig. Allein der nächste Treffer bleibt aus, noch hat die Alemannia den Sack nicht zu gemacht. Sollten die 05er in diesem Spiel noch einmal so effektiv sein, wie in der ersten Minute, wäre das für alle Anhänger der Schwarz-Gelben mehr als ärgerlich.

16:11 Uhr Von unserem Platz aus können wir kein gutes Bild von Göttings Trainer Fritz Rebell einfangen. Da seine Mannschaft aber die gegnerische Hälfte quasi seit der ersten Minute nicht mehr gesehen hat und die in rot und weiß gekleideten Schwarz-Gelben den Druck konstant hochhalten, dürfte er ungefähr wie folgt an der Seitenlinie stehen. Die Sorge vor dem nächsten Gegentreffer wächst und wächst.

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16:05 Uhr Die Alemannia macht seit dem Wiederanpfiff wieder mächtig Dampf, die Göttinger Abwehr wird ununterbrochen auseinander gezogen. Jetzt wollen die Aachener mit Vollgas in die Bundesliga.

46. Spielminute: Anpfiff der zweiten Halbzeit auf dem Tivoli!

15:51 Uhr In wenigen Minuten geht es hier an der Krefelder Straße weiter. Michel Pfeiffer wird seinen Jungs nur mit auf den Weg geben, dass sie einfach so weitermachen sollen, wie in der ersten Halbzeit. Wenn die Schwarz-Gelben Göttingen weiter in der eigenen Hälfte einschnüren, wird die Führung nicht mehr in Gefahr geraten. Wahrscheinlicher ist ein dritter Treffer für die Alemannia

15:45 Uhr Halbzeitpfiff am Tivoli: Die Alemannia führt dank Treffer von Ferdinand und Glenski mit 2:1 gegen Göttingen, die bereits in der 1. Minute durch Mürdter in Führung gingen. Die Alemannia ist aber die deutlich bessere Mannschaft. Alle Zeichen stehen auf Bundesligaaufstieg.

45. Spielminute: Halbzeit auf dem Tivoli!

15:35 Uhr So langsam macht sich auf beiden Seiten die Hitze bemerkbar. Das Thermometer zeigt 30 Grad an, auf dem Platz ist aber sicherlich noch einmal um einiges heißer. Die Kräfte lassen nach, beide Mannschaften gönnen sich kleine Verschnaufpausen. Gerade bei der Alemannia ist das nach dem bisherigen Aufwand, der in diesem Spiel betrieben wurde, verständlich. Die Halbzeit ist zum Glück bereits in Sicht.

15:33 Uhr Die Alemannia führt im letzten Spiel der Aufstiegsrunde verdient mit 2:1 zuhause gegen den SC Göttingen 05. Mit dem 2:1 wollen sich die Schwarz-Gelben aber noch nicht zufrieden geben und versuchen auf das dritte Tor zu gehen. Die Angriffe werden momentan aber nicht mehr so klar zu Ende gespielt.

15:30 Uhr Was ein Bombenschuss von Alfred Glenski. Am heutigen Sonntag packt Aachens Mittelfeldmann den passenden Schuss aus. Den muss er sich einrahmen lassen! Ein Bilderbuchtor zum 2:1 für die Hausherren! Ferdinand (rechts) jubelt in Weltmeisterpose, er ahnt was hier heute möglich ist.

Foto: Sepp Linckens

30. Spielminute: Toooooooooor für die Alemannia!

15:25 Uhr Beflügelt vom Ausgleich spielt die Alemannia weiter nach vorne. Das Wort „Offensivspiel“ ist in Göttingen nicht geläufig, die 05er konzentrieren sich voll und ganz darauf nicht in Rückstand zu geraten. Selbst wenn sie wollten, Aachen agiert mit so viel Druck nach vorne, dass dem SC nichts anderes übrig bleibt, als sich hinten reinzustellen. Lange kann das aber eigentlich nicht mehr gut gehen.

15:23 Uhr Was für eine Kulisse hier an der Krefelder Straße. Sollte es heute mit dem Aufstieg für die Alemannia klappen, kann sich die Bundesliga auf einen echten Hexenkessel freuen!

Foto: Sepp Linckens

15:22 Uhr Glenski hebt den Ball mustergültig rüber zu Ferndinand, „Yogi-Bär“ lässt sich diese Chance nicht nehmen und köpft das Leder zum hochverdienten 1:1-Ausgleich ein. Riesiger Jubel auf den Rängen. Die Bundesliga ist in Reichweite!

22. Spielminute: Toooooooooor für die Alemannia!

15:18 Uhr Die Schwarz-Gelben belagern weiter den Strafraum der Göttinger und versuchen es nun mit einem Eckball. Ferdinand schließt ab, ein Jubelschrei, aber die Latte rettet für den geschlagenen Keeper Dube.

18. Spielminute: Ecke für die Alemannia!

15:15 Uhr Aachens Ferdinand wird an der Strafraumgrenze gelegt, der anschließende Freistoß landet aber in den Zuschauerrängen.

13. Spielminute: Freistoß für die Alemannia!

15:13 Uhr Göttingen parkt hinten den Bus. Die 05er liegen seit der ersten Minute in Führung und versuchen seitdem auch gar nicht erst diese auszubauen. Stattdessen wird mit Mann und Maus im eigenen 16-Meter-Raum alles dircht gemacht. Nur Mürdter, der Torschütze, und Hoff bleiben in der Hälfte der Aachener. Alle anderen SC-Spieler versammeln sich vor ihrem Torwart. Jeder Maurer wäre stolz auf diese Arbeit, die bisher nicht den kleinsten Spalt aufweist. Die Aachener hingegen agieren nach dem Motto, dass jede Mauer zum Einsturz gebracht werden kann - man muss sie nur oft genug attackieren.

15:12 Uhr Die Alemannia lässt sich von dem Rückstand und dem nicht gegebenen Elfmeter nicht beirren. Die schwarz-gelbe Angriffswalze rollt unaufhaltsam weiter. Göttingens kleiner Schlussmann Dube muss sich ein ums andere Mal immer wieder mächtig strecken. Zum Leid der Aachener bisher erfolgreich. Hier versucht sich Glenski im Alleingang gegen Göttingens Roder (Nr. 5) und Dube. Ganz rechts wartet Ferdinand auf einen möglichen Abpraller.

Foto: Sepp Linckens

15:11 Uhr Immer noch beschäftigt die 28.000 Zuschauer auf dem Tivoli der ausgebliebene Elfmeterpfiff. In wenigen Jahren wird es wahrscheinlich möglich sein, dass Menschen auf dem Mond wandeln. Warum gibt es also noch keine Technik, um Spielszenen zu prüfen? Das könnte dann so aussehen:

Foto: Joel Marklund/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

15:10 Uhr Aachens Spieler und Fans fordern einen Elfmeter. Ferdinand wird im Strafraum gelegt, die Pfeife von Schiedsrichter Siebert aber bleibt stumm. Könnte man sich solche Szenen doch nur noch einmal in einem Kölner Keller erneut anschauen und dem Mann in Schwarz auf dem Platz ein Signal geben!

15:08 Uhr Die Alemannia drängt auf den Ausgleich, aber die Göttinger Abwehrreihe hält dagegen. Das Verteidigerpaar Degenhardt und Matz und der Stopper Roder gehen immer wieder dazwischen, oft an der Grenze des Erlaubten.

15:05 Uhr Im Gegensatz zu seinem Namensvetter sorgt Alemannias „Yogi-Bär“ ständig für Torgefahr und erzielt einen Treffer nach dem anderen. Der berühmte Bär mit Krawatte hingegen verschreckt höchstens Besucher des Jellystone Park - wenn sie Picknick-Körbe dabei haben.

15:04 Uhr Trotz Rückstand direkt mit dem Anpfiff ist für Trauer auf dem Tivoli kein Platz. Die Fans feuern ihre Alemannia an. Die Mannschaft von Trainer Michel Pfeiffer versucht, ihr Offensivspiel aufzuziehen. Martinelli und Hofmann bilden die Schaltstationen, Glenski ist der kluge Regisseur und Strippenzieher. Vorne drin wartet Ferdinand auf seine Chance, der von den schwarz-gelben Anhängern liebevoll „Yogi-Bär“ genannt.