10 Jahre Neuer Tivoli: Statistiken zu Alemannia Aachen und dem Stadion

Zahlen, Daten, Fakten : Statistiken rund um die Alemannia und den Neuen Tivoli

Seit August 2009 spielt die Alemannia im Neuen Tivoli. Wie haben die Schwarz-Gelben seitdem in ihrer neuen Heimat abgeschnitten? Wie oft wurde hinten die Null gehalten? Welche Trainer nahmen schon auf der Bank der Hausherren Platz? Und wie viele Zuschauer pilgern regelmäßig an die Krefelder Straße? Unsere Statistiken zum 10. Geburtstag des Stadions.

Mit dem Projekt „Neuer Tivoli“ wollte die Alemannia die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Doch das genaue Gegenteil trat ein. Der ausbleibende sportliche Erfolg und finanzielle Schieflagen ließen den damaligen Zweitligisten, der kurz zuvor ein Jahr lang Bundesligaluft schnupperte, bis in die Regionalliga abstürzen.

Zuschauerschnitt

Entsprechend nahm auch das Zuschauerinteresse ab. In der ersten Saison im Neuen Tivoli, der insgesamt 32.960 Zuschauern Platz bietet, lag der Zuschauerschnitt bei 22.255. 2009/2010 spielten die Aachener allerdings auch noch in der 2. Bundesliga. Allein beim ersten Pflichtspiel im neuen Wohnzimmer, das krachend 0:5 gegen den FC St. Pauli verloren ging, konnte ein ausverkauftes Stadion vermeldet werden. Allzu regelmäßig kam das in den Folgejahren nicht mehr vor. Einzig allein das DFB-Pokal-Viertelfinalspiel im Januar 2011 gegen die Bayern und das 1000 Zweitligaspiel am 6. November 2011 gegen Duisburg (abgesehen vom Gästeblock) konnten noch einmal über 30.000 Zuschauer ins Stadion locken. Anschließend dauerte es rund anderthalb Jahre ehe dieses Kunststück erneut gelang. Der Anlass war hingegen trauriger Natur: Die Bayern kamen (mal wieder) zu einem „Retterspiel“ am Tivoli vorbei, die Alemannia hatte wenige Monate zuvor erstmals Insolvenz anmelden müssen.

Zuletzt war der Neue Tivoli am 7. Februar 2015 ausverkauft. Die Aachener führten die Regionalliga West an, zum Spitzenspiel schaute Rot-Weiss Essen vorbei. 30.313 Zuschauer verfolgten den 1:0-Sieg der Hausherren, ein Regionalliga-Rekord, der noch lange bestehen dürfte. In der abgelaufenen Spielzeit waren im Durchschnitt 5.194 Zuschauer vor Ort. Es wird also mal wieder Zeit für einen ausverkauften Tivoli. Zum Beispiel in der ersten DFB-Pokal-Runde gegen Bayer Leverkusen.

Der Schnitt in den ersten zehn Jahren beträgt 11.259 Zuschauer.

Siege, Unentschieden und Niederlagen

Auf dem Alten Tivoli absolvierte die Alemannia 1223 Spiele. Davon gewannen die Aachener 740, nur 226 Mal mussten sie das Feld als Verlierer verlassen. 257 Mal wurden die Punkte geteilt. Dabei erzielten die Hausherren 2811 Tore bei 1407 Gegentreffern. Gar keine so schlechte Bilanz.

Der Neue Tivoli sollte neben aller Moderne viele Attribute des Alten Tivolis übernehmen. „Eng. Steil. Laut. Gelb.“ sollte es werden. Vor allem sollte die Heimstärke bewahrt werden. Doch vor allem die ging der Alemannia in den ersten fünf Jahren abhanden. Hier stehen 31 Siegen 35 Niederlagen gegenüber.

Nachdem sich die Aachener in der Regionalliga wieder gefangen hatte und zwischenzeitlich auch um den Aufstieg mitspielten, verbesserte sich auch die Heimbilanz wieder etwas. In den Spielzeiten 2014/2015 bis 2018/2019 gewannen die Schwarz-Gelben 46 Partien auf dem Neuen Tivoli, 20 Mal wurden die Punkte geteilt, ebenso viele Spiele wurden verloren.

Insgesamt ist die Heimbilanz in den ersten zehn Jahren positiv, rund 45 Prozent aller Spiele wurden gewonnen.

Torhüter und Zu-Null-Spiele

Bis zum Ende der Saison 2018/2019 setzte die Alemannia in zehn Jahren auf dem Neuen Tivoli 17 verschiedene Torhüter ein: Mit 44 Spielen weist Frederic Löhe mit Abstand die meisten Einsätze auf. Der Keeper war von 2013 bis Ende 2015 in Aachen tätig, ehe er Mitte Dezember 2015 gemeinsam mit Bastian Müller und, dem mittlerweile zurückgekehrten, Peter Hackenberg suspendiert wurde. Thorsten Stuckmann, der noch zu Zweitligazeiten die Handschuhe für die Alemannia überstreifte, liegt mit 17 Einsätzen auf dem Neuen Tivoli auf dem zweiten Platz, gefolgt von Boy Waterman (ebenfalls 2. Bundesliga) und Mark Depta (Regionalliga West) mit jeweils 14 Einsätze.

Insgesamt 18 Mal konnte Löhe seinen Kasten auf dem heimischen Grün sauber halten, dem Trio Stuckmann, Waterman und Depta gelang das jeweils vier Mal. Von den 174 Ligaspielen bis zum Saisonende 2018/2019 konnte die Alemannia 53 Spiele hinten die Null halten.

Schleudersitz Trainerstuhl

Alemannias aktueller Übungsleiter Fuat Kilic ist auf dem besten Wege Aachens dienstältester Coach zu werden. Mittlerweile ist er mehr als 1300 Tage im Amt. Die Fluktuation auf dem Trainerstuhl am Tivoli war immer schon recht hoch, im neuen Stadion nahmen in den ersten zehn Jahren 11 Trainer auf der Bank Platz, zwei von Ihnen gleich doppelt. Bekommen Sie noch alle Namen zusammen? Wir verraten sie Ihnen: Jürgen Seeberger, der als einziger den Alten und den neuen Tivoli als Alemannia-Trainer erlebte, Willi Kronhardt, Michael Krüger, Peter Hyballa, Ralf Aussem, Friedhelm Funkel, erneut Ralf Aussem, Peter Schubert, René van Eck, Peter Schubert zum zweiten Mal, Christian Benbennek, Sven Schaffrath und Fuat Kilic.

Mit weniger als einem Punkt pro Spiel sind Friedhelm Funkel und René van Eck die erfolglosesten Trainer, die am Neuen Tivoli das Sagen hatte. Es verwundert nicht, dass am Ende ihrer jeweiligen Spielzeiten bitte Abstiege zu Buche standen.

Jürgen Seeberger, Peter Schubert und aktuell Fuat Kilic nenne hingegen mehr als 1,6 Punkte pro Spiel ihr Eigen. Alle drei mischten zum Großteil ihrer Saisons im oberen Tabellendrittel mit, Seeberger und Schubert scheiterten sogar jeweils nur knapp an Aufstiegen in die Bundesliga beziehungsweise in die 3. Liga.

Mehr von Aachener Nachrichten