Aachen: Alemannia historisch: Ticker zum Aufstiegsspiel gegen Göttingen 1967

Aachen: Alemannia historisch: Ticker zum Aufstiegsspiel gegen Göttingen 1967

Wir schreiben den 25. Juni 1967. Auf dem Tivoli kommt es zum abschließenden Duell der Aufstiegsrunde zur Teilnahme an der Bundesliga zwischen Alemannia Aachen und Göttingen 05. Bei bestem Wetter und vor 28.000 Zuschauern wollen die Aachener nach bisher vergeblichen Anläufen endlich in Deutschlands Fußball-Eliteklasse aufsteigen. Unser Rückblick im „Liveticker“.

Bevor es losgeht ein kleiner Hinweis. Der folgende Artikel ist wie ein Liveticker aufgebaut. Scrollen Sie daher bis zum Ende des Artikels, reisen Sie mit uns ins Jahr 1967 und erleben Sie Minute für Minute das entscheidende Aufstiegsspiel in die Bundesliga der Alemannia am 25. Juni zuhause gegen Göttingen. Viel Spaß!

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Willkommen zurück im Jahr 2018, liebe Leser! Wir hoffen, dass Ihnen der kleine Ausflug in die schwarz-gelbe Vergangenheit gefallen hat und natürlich, dass Fuat Kilic über 50 Jahre später der vierte Aufstiegstrainer der alemannischen Nachkriegsgeschichte wird. Wer noch mehr Nostalgie-Feeling möchte, dem empfehlen wir einen Blick in die kurze Video-Reportage zum historischen Spiel, die von "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" dankenswerterweise für die Nachwelt hochgeladen wurde.

Genießen Sie die Fußball-WM und bis bald im neuen Tivoli!

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17:15 Uhr Wir machen uns jetzt auf in Richtung Innenstadt, um den Aufstieg der Alemannia zu feiern. Tun Sie es uns gleich. Die Mannschaft wird um 19:30 Uhr am Rathaus erwartet. Das wird eine laaaaaaange Nacht!

17:08 Uhr Auch der ehemalige Spieler der Schwarz-Gelben Reinhold Münzenberg freut sich für seinen Verein. Natürlich nicht ohne hilfreiche Tipps, damit die Bundesliga nicht nur ein Abenteuer sein wird: „Das war ein langer, langer Anlauf in die Bundesliga. Ich freue mich von Herzen, dass die traditionsreiche Alemannia jetzt endlich in der höchsten deutschen Spielklasse zu finden ist. Unsere Hoffnungen gehen dahin, dass Alemannia auch hier bestehen möge. Die Mannschaft wird sich steigern müssen. Noch was das Leistungsniveau von Spieltag zu Spieltag in den Punktespielen und in der Aufstiegsrunde zu unterschiedlich. In der Bundesliga aber kann man nur mit Beständigkeit seinen Platz behaupten.“

17:05 Uhr Trotz der zu erwartenden Mehrarbeit freut sich auch der Aachener Polizeipräsident Dr. Dundalek auf die Bundesliga: „Ich hatte fest mit einer Entscheidung zugunsten Alemannias bereits am Mittwoch in Saarbrücken gerechnet. Nun, die Entscheidung heute hat die Spannung noch erhöht. Der Aachener Polizei wird es jetzt eine freudig zu erfüllende Pflicht sein, die mit den Bundesliga-Heimspielen der Alemannia verbundenen, erweiterten Aufgaben in bewährter Weise zu übernehmen. Sicherlich werden dabei in der Verkehrsregelung einige Probleme auf uns zukommen.“

17:03 Uhr Aachen ist zwar auch eine Karnevalshochburg, aktuell regiert aber „König Fußball“ die Kaiserstadt. Der AKV-Präsident Jayques Königstein freut sich ebenfalls über den Aufstieg der Alemannia: „Neben dem Reitturnier, dem Orden wider den tierischen Ernst und Karl dem Großen hat jetzt die Stadt Aachen ein weiteres attraktives Aushängeschild: den Bundesligisten Alemannia. Das tut dem Image der Stadt gut.“

17:02 Uhr Uns erreichen die ersten Reaktionen zum Aufstieg der Alemannia in die Bundesliga. Landtagsabgeordneter Dr. Hofmann sagt: „Natürlich bin ich dafür, dass Aachen in die Bundesliga gekommen ist. Ich habe schon damals, als man am grünen Tisch bei Gründung der obersten deutschen Spielklasse vor vier Jahren gegen die Alemannia entschied, dafür plädiert, dass es in der größten westlichsten Großstadt der Bundesrepublik mit einem Einzugsgebiet von Holland und Belgien einen Bundesligaverein geben müsse. Nun haben es die Aachener aus eigener Kraft geschafft.“

16:57 Uhr Die Bundesliga-Saison startet am 19. August. Mit dabei: die Alemannia aus Aachen! Vorher geht es aber für die Mannschaft erst einmal in den wohlverdinten Urlaub. Lediglich ein Termin steht vorher noch an: Um 19:30 Uhr kommen die Aachener Aufstiegshelden zum Empfang am Rathaus. Auf dem Marktplatz wird die Hölle los sein, wenn tausende Anhänger ihre Mannschaft feiern werden. Wir werden auf jeden Fall mittendrin sein, das sollten Sie nicht verpassen! Alemannia Hipp-Hipp-hurra!

16:54 Uhr Der Wegbereiter des Erfolgs: Chef-Trainer Michel Pfeiffer. Mit seiner Alemannia hat er heute etwas Historisches geschafft. Er wird dürfte jetzt schon eine lebende Legende und auf ewig mit Aachen verbunden sein.

Foto: Archiv

16:51 Uhr Für Alemannia brechen goldene Zeiten an. Aber: Bundesliga-Fußball ist nichts für Versammlungen wochenendlicher Freizeitgestaltungen sondern für Wirtschaftsunternehmen, dessen Bilanzen stimmen müssen. Aber da werden wir uns bei den Schwarz-Gelben keine Sorgen machen müssen. Die Alemannia ist gut aufgestellt, das Stadion ist mehr als bundesligatauglich und stets prall gefüllt. Wenn die Mannschaft in den kommenden Jahren die Leistung bestätigen kann, dann wird Aachen ein fester Punkt auf der Karte der höchsten deutschen Spielklasse sein.

16:46 Uhr Der erste Gratulant bei Alemannias Jupp Martinelli war der Linienrichter, der heute nicht zu sehen war. Ein größeres Lob kann einem Unparteiischen nicht ausgesprochen werden. Mit Ausnahme eines nicht gegebenen Elfmeters für die Alemannia war das Mannheimer Schiedsrichtergespann um Schiedsrichter Heinz Siebert jederzeit Herr der Lage. Zahlreiche begeisterte Fans strömen auf das Spielfeld. Links kommt Verteidiger Rolf Pawellek zur Jubeltraube hinzu.

Foto: Sepp Linckens

16:45 Uhr AUS! AUS! AUS! Abpfiff am Tivoli! Die Alemannia schlägt Göttingen mit 3:1und steigt endlich in die Bundesliga auf! Der Jubel auf den Rängen, auf dem Rasen, in der ganzen Stadt kennt keine Grenzen mehr. Ganz Aachen liegt sich in den Armen. Zur Bundesligaeinführung wurden die Schwarz-Gelben übergangen und scheiterten in den vergangenen Jahren am Aufstieg. Im dritten Anlauf ist es nun endlich geschafft! Michel Pfeiffer hat mit seiner Truppe das Maximum erreicht. Verletzungen und zwischenzeitlichem Chaos am Tivoli zum Trotz. Die Vereine der Bundesliga dürfen sich auf Ausflüge in den „Wilden Westen“ freuen. Ob es am Tivoli aber viel zu holen geben wird? Nach dem Spiel heute ist die Antwort wohl ein klares nein! Fans und Mannschaft agierten als geschlossene Einheit und bejubeln nun den verdienten Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Ein wahrlich historischer Tag!

Foto: Call

90. Spielminute: Abpfiff auf dem Tivoli. Die Alemannia schlägt Göttingen 3:1!

16:43 Uhr Regionalliga, tschö wa! Die letzten Sekunden des Spiels laufen. Ab der kommenden Saison ist die Alemannia erstklassig. Michel Pfeiffer und seine Jungs werden in der Bundesliga auflaufen. Bayern München, Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln: Macht euch bereit, die Alemannen kommen!

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16:40 Uhr Im Stadion erfolgt eine wichtige Durchsage an alle: „Bierfässer anzapfen!“

16:38 Uhr Da ist das Ding! Die Entscheidung ist gefallen! Glenski trifft zum zweiten Mal am heutigen Tag, die Alemannia liegt 3:1 in Führung. Die Bundesliga ist nur noch ein paar Minuten entfernt!

83. Spielminute: Toooooooooor für die Alemannia!

16:31 Uhr „Ale“ Glenski versucht es aus allen Lagen. Aachens Torschütze zum 2:1 prüft Göttingens Keeper ein ums andere Mal, allein ein weiteres Tor gelingt ihm bisher nicht. Die Uhr zeigt noch rund eine Viertelstunde Restspielzeit an.

16:25 Uhr Die Alemannia hält Göttingen mit ihrem Angriffsspiel weiter vom eigenen Tor fern. Der dritte Treffer für die Hausherren liegt in der Luft. Es wäre die endgültige Entscheidung in diesem Spiel, in dieser Aufstiegsrelegation. Der Traum Bundesliga wird von Minute zu Minute realer.

16:18 Uhr Aachens Gronen liefert ein paar Tricks für die Galerie und spielt die Göttinger schwindelig. Allein der nächste Treffer bleibt aus, noch hat die Alemannia den Sack nicht zu gemacht. Sollten die 05er in diesem Spiel noch einmal so effektiv sein, wie in der ersten Minute, wäre das für alle Anhänger der Schwarz-Gelben mehr als ärgerlich.

16:11 Uhr Von unserem Platz aus können wir kein gutes Bild von Göttings Trainer Fritz Rebell einfangen. Da seine Mannschaft aber die gegnerische Hälfte quasi seit der ersten Minute nicht mehr gesehen hat und die in rot und weiß gekleideten Schwarz-Gelben den Druck konstant hochhalten, dürfte er ungefähr wie folgt an der Seitenlinie stehen. Die Sorge vor dem nächsten Gegentreffer wächst und wächst.

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16:05 Uhr Die Alemannia macht seit dem Wiederanpfiff wieder mächtig Dampf, die Göttinger Abwehr wird ununterbrochen auseinander gezogen. Jetzt wollen die Aachener mit Vollgas in die Bundesliga.

46. Spielminute: Anpfiff der zweiten Halbzeit auf dem Tivoli!

15:51 Uhr In wenigen Minuten geht es hier an der Krefelder Straße weiter. Michel Pfeiffer wird seinen Jungs nur mit auf den Weg geben, dass sie einfach so weitermachen sollen, wie in der ersten Halbzeit. Wenn die Schwarz-Gelben Göttingen weiter in der eigenen Hälfte einschnüren, wird die Führung nicht mehr in Gefahr geraten. Wahrscheinlicher ist ein dritter Treffer für die Alemannia

15:45 Uhr Halbzeitpfiff am Tivoli: Die Alemannia führt dank Treffer von Ferdinand und Glenski mit 2:1 gegen Göttingen, die bereits in der 1. Minute durch Mürdter in Führung gingen. Die Alemannia ist aber die deutlich bessere Mannschaft. Alle Zeichen stehen auf Bundesligaaufstieg.

45. Spielminute: Halbzeit auf dem Tivoli!

15:35 Uhr So langsam macht sich auf beiden Seiten die Hitze bemerkbar. Das Thermometer zeigt 30 Grad an, auf dem Platz ist aber sicherlich noch einmal um einiges heißer. Die Kräfte lassen nach, beide Mannschaften gönnen sich kleine Verschnaufpausen. Gerade bei der Alemannia ist das nach dem bisherigen Aufwand, der in diesem Spiel betrieben wurde, verständlich. Die Halbzeit ist zum Glück bereits in Sicht.

15:33 Uhr Die Alemannia führt im letzten Spiel der Aufstiegsrunde verdient mit 2:1 zuhause gegen den SC Göttingen 05. Mit dem 2:1 wollen sich die Schwarz-Gelben aber noch nicht zufrieden geben und versuchen auf das dritte Tor zu gehen. Die Angriffe werden momentan aber nicht mehr so klar zu Ende gespielt.

15:30 Uhr Was ein Bombenschuss von Alfred Glenski. Am heutigen Sonntag packt Aachens Mittelfeldmann den passenden Schuss aus. Den muss er sich einrahmen lassen! Ein Bilderbuchtor zum 2:1 für die Hausherren! Ferdinand (rechts) jubelt in Weltmeisterpose, er ahnt was hier heute möglich ist.

Foto: Sepp Linckens

30. Spielminute: Toooooooooor für die Alemannia!

15:25 Uhr Beflügelt vom Ausgleich spielt die Alemannia weiter nach vorne. Das Wort „Offensivspiel“ ist in Göttingen nicht geläufig, die 05er konzentrieren sich voll und ganz darauf nicht in Rückstand zu geraten. Selbst wenn sie wollten, Aachen agiert mit so viel Druck nach vorne, dass dem SC nichts anderes übrig bleibt, als sich hinten reinzustellen. Lange kann das aber eigentlich nicht mehr gut gehen.

15:23 Uhr Was für eine Kulisse hier an der Krefelder Straße. Sollte es heute mit dem Aufstieg für die Alemannia klappen, kann sich die Bundesliga auf einen echten Hexenkessel freuen!

Foto: Sepp Linckens

15:22 Uhr Glenski hebt den Ball mustergültig rüber zu Ferndinand, „Yogi-Bär“ lässt sich diese Chance nicht nehmen und köpft das Leder zum hochverdienten 1:1-Ausgleich ein. Riesiger Jubel auf den Rängen. Die Bundesliga ist in Reichweite!

22. Spielminute: Toooooooooor für die Alemannia!

15:18 Uhr Die Schwarz-Gelben belagern weiter den Strafraum der Göttinger und versuchen es nun mit einem Eckball. Ferdinand schließt ab, ein Jubelschrei, aber die Latte rettet für den geschlagenen Keeper Dube.

18. Spielminute: Ecke für die Alemannia!

15:15 Uhr Aachens Ferdinand wird an der Strafraumgrenze gelegt, der anschließende Freistoß landet aber in den Zuschauerrängen.

13. Spielminute: Freistoß für die Alemannia!

15:13 Uhr Göttingen parkt hinten den Bus. Die 05er liegen seit der ersten Minute in Führung und versuchen seitdem auch gar nicht erst diese auszubauen. Stattdessen wird mit Mann und Maus im eigenen 16-Meter-Raum alles dircht gemacht. Nur Mürdter, der Torschütze, und Hoff bleiben in der Hälfte der Aachener. Alle anderen SC-Spieler versammeln sich vor ihrem Torwart. Jeder Maurer wäre stolz auf diese Arbeit, die bisher nicht den kleinsten Spalt aufweist. Die Aachener hingegen agieren nach dem Motto, dass jede Mauer zum Einsturz gebracht werden kann - man muss sie nur oft genug attackieren.

15:12 Uhr Die Alemannia lässt sich von dem Rückstand und dem nicht gegebenen Elfmeter nicht beirren. Die schwarz-gelbe Angriffswalze rollt unaufhaltsam weiter. Göttingens kleiner Schlussmann Dube muss sich ein ums andere Mal immer wieder mächtig strecken. Zum Leid der Aachener bisher erfolgreich. Hier versucht sich Glenski im Alleingang gegen Göttingens Roder (Nr. 5) und Dube. Ganz rechts wartet Ferdinand auf einen möglichen Abpraller.

Foto: Sepp Linckens

15:11 Uhr Immer noch beschäftigt die 28.000 Zuschauer auf dem Tivoli der ausgebliebene Elfmeterpfiff. In wenigen Jahren wird es wahrscheinlich möglich sein, dass Menschen auf dem Mond wandeln. Warum gibt es also noch keine Technik, um Spielszenen zu prüfen? Das könnte dann so aussehen:

Foto: Joel Marklund/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

15:10 Uhr Aachens Spieler und Fans fordern einen Elfmeter. Ferdinand wird im Strafraum gelegt, die Pfeife von Schiedsrichter Siebert aber bleibt stumm. Könnte man sich solche Szenen doch nur noch einmal in einem Kölner Keller erneut anschauen und dem Mann in Schwarz auf dem Platz ein Signal geben!

15:08 Uhr Die Alemannia drängt auf den Ausgleich, aber die Göttinger Abwehrreihe hält dagegen. Das Verteidigerpaar Degenhardt und Matz und der Stopper Roder gehen immer wieder dazwischen, oft an der Grenze des Erlaubten.

15:05 Uhr Im Gegensatz zu seinem Namensvetter sorgt Alemannias „Yogi-Bär“ ständig für Torgefahr und erzielt einen Treffer nach dem anderen. Der berühmte Bär mit Krawatte hingegen verschreckt höchstens Besucher des Jellystone Park - wenn sie Picknick-Körbe dabei haben.

15:04 Uhr Trotz Rückstand direkt mit dem Anpfiff ist für Trauer auf dem Tivoli kein Platz. Die Fans feuern ihre Alemannia an. Die Mannschaft von Trainer Michel Pfeiffer versucht, ihr Offensivspiel aufzuziehen. Martinelli und Hofmann bilden die Schaltstationen, Glenski ist der kluge Regisseur und Strippenzieher. Vorne drin wartet Ferdinand auf seine Chance, der von den schwarz-gelben Anhängern liebevoll „Yogi-Bär“ genannt.

15:01 Uhr TOR auf dem Tivoli! Es ist noch keine Minute gespielt und die Alemannia liegt schon hinten, weil der 1. SC Göttingen 05 sich für den heutigen Samstag den Blitzstart auf die Fahne geschrieben hat. Göttingens Mittelstürmer Mürdter nimmt die erste Steilvorlage auf, lässt die Aachener Abwehr wie Schulbuben aussehen und verwandelt zum 1:0 für die 05er. So hatten sich das keiner bei der Alemannia vorgestellt. Da muss nun eine Reaktion folgen!

1. Spielminute: Tor für den 1. SC Göttingen 05!

15:00 Uhr Schiedsrichter Heinz Siebert startet die Partie zwischen der Alemannia und Göttingen pünktlich auf die Sekunde. Der Ball rollt, die Aachener wollen in die Bundesliga.

Anpfiff der ersten Halbzeit auf dem Tivoli!

14:58 Uhr Und da stehen sie, die elf Männer, die Trainer Michel Pfeiffer ins Rennen schickt, um den letzten Schritt in die Bundesliga zu machen: Gronen, Glenski, Walter, Sell, Martinelli, Nievelstein, Thelen, Hermandung, Hoffmann, Ferdinand und Prokop (von links).

Foto: Herbert Arnolds

14:56 Uhr GÄN-SE-HAUT pur! Der Tivoli lebt nicht nur, er bebt! Die Mannschaften betreten das Feld. Ein Blick in die Gesichter der Aachener Spieler und es ist klar: die Schwarz-Gelben, die heute in rot-weiß auflaufen, wollen Historisches leisten und den Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V. in die Bundesliga schießen.

14:52 Uhr Es ist angerichtet: Die Mannschaften sind bereit, die 28.000 Fans auf den Tribünen sowieso. In wenigen Minuten erfolgt hier auf dem Aachener Tivoli der Anpfiff zur Partie zwischen der Alemannia und Göttingen 05. Es geht um nicht weniger als den Aufstieg in die Bundesliga. Wir sind live für euch vor Ort und werden das Spielgeschehen tickern. Egal, wie viele Tastaturen es auch kosten wird!

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14:48 Uhr Die Stimmung auf den Rängen ist auf jeden Fall schon erstliga-tauglich. Genau wie das Stadion: Der Tivoli hat eine der modernsten Flutlichtanlagen Europas, die erst vor zehn Jahren in Betrieb genommen wurde. Die wird heute allerdings nicht gebraucht bei diesem strahlend schönen Wetter.

14:45 Uhr Liebe Tickerianer, nur noch 15 Minuten und dann geht es los! Legt noch einmal die letzten Getränke kalt, holt die Würstchen vom Grill, nehmt Haltung an. Die Alemannia spielt in einer Viertelstunde um den Aufstieg in die Bundesliga!

14:39 Uhr Alemannias Coach Michel Pfeiffer vertaut auf die folgend Elf:

Gerhard Prokop (T), Erwin Hermandung, Werner Nievelstein, Rolf Pawellek, Erwin Hoffmann, Josef Martinelli, Christoph Walter, Hans-Jürgen Ferdinand, Alfred Glenski, Herbert Gronen und Karl-Heinz Sell

14:38 Uhr Die Aufstellungen liegen vor! Die Tinte der Schreibmaschine ist noch nicht einmal trocken. Folgende Spieler schickt Göttings Trainer Fritz Rebell ins Rennen:

Rolf Dube (T), Dietmar Degenhardt, Peter Klepatz, Reinhard Roder, Kurt Krauß, Klaus-Dieter Matz, Rainer Engelhardt, Fred Hoff, Heiner Klose, Dietmar Mürdter und Günter Pape.

14:34 Uhr Und während wir auf die Aufstellungen des heutigen Tages warten, hier nochmal der große Hit aus den Vereinigten Staaten zum Anhören!

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14:27 Uhr Die Mannschaften sind auf dem Feld und machen sich warm. In rund einer halben Stunde wird Schiedsrichter Heinz Siebert aus Mannheim das Spiel anpfeiffen. Wenn alles nach Plan verläuft, trennen ab 15 Uhr nur noch 90 Minuten die Alemannia von der Bundesliga.

14:18 Uhr Und das hier sind die Mannen, die die rot-weißen Jerseys heute überstreifen, die Meister der Regionalliga-Saison, die möglichen Aufsteiger in die Bundesliga, die Alemannen 1966/1967:

Gerd Prokop (28): Torhüter und Mannschaftskapitän. Gebürtiger Gladbecker, der Inhaber einer Wäscherei in Aachen ist. Er war in vielen Spielen der „Turm in der Schlacht“.

Jupp Thelen (25): Kam aus Eschweiler nach Aachen. Er ist bei den Gegner wegen seiner Härte bekannt und gefürchtet. Für die Alemannia ist er der Ruhepol der Abwehr.

Werner Nievelstein (26): Er ist bislang der Pechvogel der Aufstiegsrunde, da er gleich zwei Eigentore schoss. Dabei war er jahrelang als „Mister Zuverlässig“ bekannt und wurde sogar einmal von Bundestrainer Schön eingesetzt.

Christoph Walter (23): Hatte am Anfang mit Startschwierigkeiten am Tivoli zu kämpfen. Wurde unter Michel Pfeiffer aber ein ganz großer Verteidiger und Läufer.

Erwin Hermandung (26): Er ist der Allrounder der Alemannia. Zu einer anderen Zeit würde an dieser Stelle das Wort „polyvalent“ verwendet werden. Er kann hinten und vorne spielen. Und das immer gut.

Jupp Martinelli (31): Er ist seit Jahren nicht wegzudenken bei der Alemannia. Was beim HSV Uwe Seeler ist, ist Jupp Martinelle in Aachen.

Jürgen Ferdinand (23): Ein Riese mit sanftem Gemüt, einem Mordsschuss und dem Spitznamen „Yogi-Bär“.

Erwin Hoffmann (27): Er betreibt eine Wäscherei und kann am Ball alles. Der Spielmacher der Aufstiegsrunde trainiert nebenbei auch noch die kleinsten Alemannen.

Herbert Gronen (23): Jung, verheiratet und wohnhaft in Venwegen. Er kam über Borussia Brand zur Alemannia und ist technisch perfekt und zudem schnell: ein Angriffsspieler wie gemalt.

Alfred Glenski (27): Wird von allen nur „Ale“ gerufen und hatte während der Saison viel Pech mit Verletzungen. Er wurde aber rechtzeitig zu den Aufstiegsspielen topfit.

Peter Schöngen (24): Hart, härter, Schöngen. Doch trotz eines unbändigen Ehrgeizes kam er in dieser Saison nur selten zum Einsatz.

Rolf Pawellek (28): Der kaufmännische Angestellte und Abwehrstratege kam vor der Saison nach Aachen und konnte auch offensiv Akzente setzen.

Gerd Klostermann (24): Gilt als schnellster Außenstürmer aller Regionalligen. Eine Verletzung im Meisterschaftsspiel gegen Köln brachte ihn allerdings außer Tritt.

Willi Krieger (27): Der Mann, der Aachens Pokalschlachten schlug. Eine Knieverletzung aus dem Hamburg-Spiel zwang ihn allerdings zu einer Pause.

Ella Nacken (27): Der Alsdorfer war lange Zeit nur zweite Wahl, spielte sich aber in den vergangenen Ligaspielen wieder in den Vordergrund.

Heiner Sell (26): Kommt aus Marl-Hüls und sorgt mit seiner Größe immer wieder für Kopfballtreffer. Einer der gefährlichsten Linksaußen im Westen.

Trainer Michel Pfeiffer (42): Er ist der gute Freund der Spieler, der Aachen wie seine Westentasche kennt. Er war Nationalspieler und ein Schüler Sepp Herbergers.

14:12 Uhr Kurios: Die Schwarz-Gelben laufen heute in rot-weißen Trikots auf. Wenn's hilft.

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14:07 Uhr Der Tivoli füllt und füllt sich. Freie Plätze sind kaum noch auszumachen. Für die heutige Partie hätte der Tivoli auch gut und gerne 32.960 Plätze haben können - sie wären besetzt gewesen. Aber das kann in Zukunft ja noch kommen. Vielleicht auch mit mehr gelb. Und eng. Und steil. Und laut. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Wenn wir schon einen Blick in die Glaskugel werfen wollen, dann bleiben wir in der nahen Zukunft und wünschen uns ein erfolgreiches Spiel gegen Göttingen.

14:05 Uhr Reinhold Münzenberg (rechts) begrüßt den Ehrengast Dr. Franz Meyers, ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Ehrenmitglied der Alemannia. Der überreichte ihm einst die Fußball-Ehrennadel in Gold. Eine große Auszeichnung für einen großen Alemannen!

Foto: Sepp Linckens

14:02 Uhr Siegessicher betreten der Ministerpräsident a.D. und Ehrenmitglied der Alemannia Dr. Franz Meyers (links) und Alemannia-Präsident Leo Führen mit erhobenen Siegeszeichen in den Innenraum des Tivolis. Die beiden glauben fest daran, dass es heute mit dem Aufstieg in die Bundesliga klappen wird.

Foto: Sepp Linckens

14:00 Uhr Nur noch eine Stunde bis zum Anpfiff. Im Stadion versammelt sich so langsam die gesamte Aachener Prominenz: Regierungspräsident Schmitt-Degenhardt, Bau-Dezernent Professor Fischer, Kultur-Dezernent Dr. Fries, NRW-Finanzminister, der frühere Stadtkämmerer von Aachen Wertz, Beigeordneter Dr. Fuchs und Oberstadtdirektor Dr. Kurze sind vor Ort und drücken die Daumen.

13:50 Uhr ... und die hatte es in sich: Kickers Offenbach, Tennis Borussia Berlin, der 1. FC Saarbrücken und Göttingen 05 hießen die Gegner. Zum Auftakt gab es zuhause einen 2:1-Sieg gegen Offenbach. Kurioserweise erzielte die Alemannia alle drei Treffer selbst. Jürgen Ferdinand und Heiner Sell netzten auf der richtigen Seite ein. Werner Nievelstein sorgte mit einem Eigentor für Spannung. Das zweite Spiel war nichts für schwache Nerven. In Berlin lag die Alemannia bis 15 Minuten vor Spielschluss mit 2:3 hinten. Doch dank Alfred Glenski und Ferdinand siegten die Aachener mit 4:3 bei Tennis Borussia. Das dritte Spiel war bereits nach 14 Minuten entschieden. Durch Treffer von Sell und Erwin Hoffmann lag die Alemannia schnell mit 2:0 zuhause gegen den 1. FC Saarbrücken vorne. Ferdinand legte in der zweiten Halbzeit noch einen Treffer drauf und sorgte für den 3:0-Endstand. In Göttingen glänze die Alemannia im folgenden Spiel mit einer genialen Kontertaktik. Trotz 3:15 Ecken siegte die Alemannia durch zwei Treffer von Glenski und Herbert Gronen nach schnellen Vorstößen mit 2:1. Beim Rückspiel gegen Offenbach gab es die erste Niederlage. Zwar hatten die Verantwortlichen damit gerechnet, nach dem Spielverlauf war der Frust aber groß. Bis zur 75 Minute führte die Alemannia noch mit 2:1. Doch in der Schlussphase drehten die Kickers die Partie noch. Den Frust darüber bekam Tennis Borussia Berlin auf dem Tivoli zu spüren. Mit 7:2 fegten die Aachener die Hauptstädter vom Platz. Zeitgleich unterlag Offenbach überraschend Saarbrücken - der Aufstieg war für die Alemannia in greifbarer Nähe. Und so ging es mit viel Hoffnung im Gepäch nach Saarbrücken. Ein Punkt und die Schwarz-Gelben wären am Ziel ihrer Träume gewesen. Doch schon zur Pause lagen die Mannen von Michel Pfeiffer mit 0:3 hinten. Die Abwehr hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Nun muss der Aufstieg heute zu Hause gegen Göttingen klar gemacht werden!

13:48 Uhr Noch etwas mehr als eine Stunde bis zum Anpfiff. Nutzen wir die Zeit für einen kleinen Rückblick auf die Saison. Was wäre die Alemannia ohne Chaos in der Saison? Auf der Trainerbank gab es den Wechsel von Hennes Hoffmann zu Michel Pfeiffer. Und der ehemalige Stürmer der Aachener brachte wieder frischen Wind in die Tivoli-Truppe und stärkte den Glauben an den Aufstieg. Denn trotz gutem Start warfen viele Verletzungen die Schwarz-Gelben zwischenzeitlich zurück. Gerade gegen die Neulinge SSV Hagen und den Bonner SC ließ die Alemannia Punkte liegen - und das zu Hause. Trotzdem schafften es die Aachener wieder die Meisterschaft in der Regionalliga zu erringen und die Aufstiegsrunde zu erreichen ...

13:45 Uhr Auch Präsident Leo Führen ist sich sicher: „Ja, meine Herren, wenn es auch jetzt nicht danach aussieht, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir diesmal den Einzug in die Bundesliga schaffen. Ich jedenfalls glaube daran …“ Sollte sich sein Glaube bestätigen, sollte die Ehrenpräsidentschaft sicher sein!

Foto: Archiv

13:44 Uhr Die Spiele der Aufstiegsrunde haben eine ganz besondere Dramatik. Letztlich entscheidet nicht nur das Können auf dem Platz, sie sind vor allem Kopfsache. Das sieht auch Alemannias Vize-Präsident Peters so: „Wer schon zweimal die nervenzerreißende Aufstiegsrunde durchgestanden hat, der weiß um die Kraft eines starken Willens.“ Genau dieser Wille ist heute wieder erforderlich!

13:39 Uhr „Laß' die Sonne wieder scheinen.“, schallt es aus dem Radio. Und Ronnys Wunsch wurde erhört. Der Fußballgott hat für bestes Wetter über dem Tivoli gesorgt: klarer Himmel, Sonnenschein, 30 Grad. Beste Voraussetzungen für ein tolles Spiel auf dem grünen Rasen.

13:37 Uhr Die Aufstiegsrunde war bisher nicht Alemannias Steckenpferd. Vor zwei Jahren gingen die Aachener als Meister in die entscheidenden Spielen, in der vergangenen Saison als Tabellendritter. In beiden Jahren scheiterten die Schwarz-Gelben denkbar knapp. Das soll heute nicht wieder passieren. Im dritten Anlauf soll der Aufstieg endlich klappen!

13:33 Uhr Aus allen Ecken der Stadt und Umgebung strömen die Fans in die Soers! Jeder will dabei sein, wenn die Alemannia endlich in die Bundesliga aufsteigt, in die sie von Anfang an gehört hätte. Doch zur Einführung in der Saison 1963/1964 wurden die Kartoffelkäfer übergangen. Ob der Präsident der Gründungskommission Franz Kremer, Präsident des 1. FC Köln, etwas damit zu tun hatte?

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Die Beantwortung dieser Frage überlassen wir Ihnen.

13:30 Uhr Hallo zusammen! Willkommen auf dem Aachener Tivoli. Um 15 Uhr empfängt die Alemannia Göttingen 05. Es ist das letzte Spiel in der Aufstiegsrunde um die Teilnahme an der Bundesliga. Die ganze Kaiserstadt drückt die Daumen, damit die Schwarz-Gelben endlich in Deutschlands Fußball-Eliteklasse aufsteigen. 28.000 Zuschauer werden im Stadion erwartet. Auch hier auf der Presse-Tribüne ist die Spannung kaum noch auszuhalten. Deswegen hauen wir ab jetzt für Sie in die Tasten und lassen Sie an diesem historischen Tag teilhaben!

(bph)