Aachen: Alemannia gewinnt Verfahren gegen Check2win

Aachen : Alemannia gewinnt Verfahren gegen Check2win

Das Ergebnis fiel eindeutig aus, es war ein klarer Erfolg für Alemannia. Die fristlose Kündigung des ehemaligen Hauptsponsors Check2win vor etwa einem Jahr war unbegründet. Das Unternehmen muss dem Verein beziehungsweise dessen Insolvenzverwalter Christoph Niering 42.787 Euro zahlen.

So urteilte am Freitag die 2. Kammer für Handelssachen am Aachener Landgericht in erster Instanz. Eine Berufung ist möglich. Alemannias Anwalt Torsten Peters hatte die Klage zunächst in abgeschwächter Form als „Versuchsballon" gestartet. Nach dem eindeutigen Votum der Kammer kündigte Peters am Freitag eine weitere Schadenersatzklage in Höhe von 122.570 Euro an.

Damit will Alemannias Sport GmbH auch Ansprüche aus der aktuellen Saison geltend machen, für die der Vertrag mit Goy ursprünglich noch gegolten hatte. Alemannia hatte erst vor ein paar Monaten für die Restsaison einen neuen Trikotsponsor (Gebrüder Kutsch) gewinnen können. In dem anhängigen Verfahren ging es erst einmal um die Restsaison 2016/17.

Die eingeklagte Summe war reduziert worden, nachdem Alemannia mit DocMorris einen neuen Hauptsponsor für die Rückrunde gefunden hatte. Ende letzten Jahres hatte Goy mit seiner Firma Check2win die finale Rate des Kooperationsvertrags von etwa 140.000 Euro nicht mehr gezahlt und bald danach den Vertrag „aus wichtigem Grund" fristlos gekündigt.

Als Grund hatte er unter anderem angeführt, dass Alemannia den Werbeschriftzug seiner Firma bei dem Spiel am 12. November 2016 ohne Rücksprache gegen die Botschaft „Stop Tihange" ausgetauscht hatte, was der Klub allerdings bestritt.

Richter Frank Meier hielt eine Kündigung erst zwei Monate später ohne vorherige Abmahnung für wenig stichfest. Auch die eingetretene Insolvenz sei kein Kündigungsgrund, „weil sich die Werbewirkung weiterhin unproblematisch erzielen ließ". Goy wurde vertreten von Anwalt Michael Gottschalk, mit dem er sich im Herbst noch gemeinsam für Alemannias Präsidium bewerben wollte.

Eine außergerichtliche Einigung war vor einem Jahr gescheitert, weil Alemannia etwa 100.000 Euro als Kompensationszahlung verlangt hatte. Goy hatte sein Engagement am Tivoli mit den Worten begonnen: „Die Alemannia ist für uns eine Herzensangelegenheit. Wir identifizieren uns zu 100 Prozent mit dem Verein und der Region." Ob Alemannias Insolvenzverwalter allerdings jemals Geld sehen wird vom ihm, bleibt fraglich. Die Firma Check2win soll gerade liquidiert werden.

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