Aachen: Alemannia geht auf „Löwenjagd”

Aachen: Alemannia geht auf „Löwenjagd”

Peter Hyballa ist auch nach der Länderspielpause noch da. Das ist schon einmal eine gute Nachricht für Alemannia am Ende von zwei turbulenten Wochen, die etliche Klubs genutzt haben, um einen neuen Trainer einzustellen.

Peter Hyballa ist noch da, auch wenn er bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag als „Erik” Hyballa begrüßt wurde, aber soweit geht „Erikisierung” des Vereins noch nicht.

1860 München läuft am Sonntag im Tivoli auf. „Ein Verein, bei dem noch mehr Chaos herrscht als bei uns”, sagt der Trainer, der dieser putzmunteren Versammlung stundenlang beiwohnte.

Den anderen Chaos-Klub zu überholen in der finalen Tabelle, ist das letzte große Ziel Alemannias in dieser Spielzeit. Süßen Lohn gäbe es dafür, sprich etwa 400.000 Euro mehr TV-Geld. Das ist ein zusätzlich Anreiz nach zuletzt zwei verlorenen Heimspielen. „Am Sonntagabend wollen wir in der Tabelle wieder vor den Löwen stehen.”

Laktattest mit „Top-Werten”

Die kleine Pause hat der Verein genutzt, um einen neuen Rasen auszurollen. Die Mannschaft hat dagegen die Pause für ein intensives Training genutzt. Zudem gab es die wissenschaftliche Bestätigung, dass eine Mannschaft auch ohne den Einsatz von Medizinbällen fit werden kann. „Wir haben einen Laktattest gemacht, der Top-Werte mit sich gebracht hat. Jeder Spieler hat sich verbessert”, sagt Hyballa. Mit den Ergebnissen fühlen sich die Trainer in ihrer Arbeitsweise, die Kondition primär über Spielformen fördert, bestätigt.

Die siegreiche Formation aus Osnabrück wird am Sonntag allenfalls punktuell geändert. Shervin Radjabali-Fardi hat nach seiner Zerrung erstmals am Freitag wieder mit dem Team trainiert. „Er kann spielen.” Unwahrscheinlich ist dagegen der Einsatz des erkrankten Kevin Kratz, der unter der Woche pausierte. Manuel Junglas könnte ihn ersetzen.

Die Wettkampfpause wurde auch genutzt, um Perspektivgespräche zu führen, mit Spielern, „die gehen müssen oder hier bleiben dürfen”. Die Themen sind besprochen, vertraglich sind damit nicht alle Probleme gelöst. Aimen Demai und Babacar Gueye haben einen Kontrakt, der nicht am Ende der Saison endet. Ihre Berater haben die Arbeit aufgenommen.

Auf die Idee, die Spieler ins Schaufenster zu stellen, um andere Vereine auf sie aufmerksam zu machen, kommt Hyballa auch in der Endphase der Saison nicht. „Ich mache hier keine Casting-Show. Alle Jungens hatten seit dem 28. Juni ausreichend Zeit und Gelegenheit, sich zu präsentieren.” Ergo: „Die Besten spielen.” Hyballa, ohnehin kein Anhänger von vielen personellen Rochaden, wird auch wieder Demai als Rechtsverteidiger aufbieten, der zuletzt in Osnabrück beim Auswärtssieg nicht nur als Torschütze überzeugte.

Die geklärten beruflichen Perspektiven haben sich im Alltag nicht ausgewirkt, sagt der Trainer. Dauerfrust wird vom Training ausgeschlossen. Es gilt schließlich die Verabredung: „Kein Mensch, der hier arbeitet, steht über Alemannia Aachen.”