Aachen: Alemannia gegen Wegberg-Beeck: Die Netzschau

Aachen : Alemannia gegen Wegberg-Beeck: Die Netzschau

Im Rahmen des 32. Spieltags der Regionalliga West empfing die Alemannia am Samstag den FC Wegberg-Beeck und lud zum großen Familienfest ein. Und wie bei allen Familienfeiern reisten Verwandte von nah und fern an, es gab Programm für die Kleinen, hier und da ein wenig Unzufriedenheit und Tränen der Freude und der Trauer: Unsere Netzschau zum Spiel.

In der Liga musste die Alemannia in den vergangenen zwei Spielen zuhause gegen Bonn und in Essen jeweils als zweiter Sieger vom Platz gehen. Unter der Woche erreichte die Mannschaft von Fuat Kilic aber das Finale des FVM-Pokals mit einem 2:0 über den TSC Euskirchen. Das große Ziel der Saison ist der Pokalsieg und damit verbunden das Startrecht in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals in der kommenden Saison. Aber auch in der Liga sollte mit einem Sieg im Derby gegen Wegberg-Beeck der dritte Platz in Angriff genommen werden.

Die Gäste hingegen holten unter der Woche wichtige Punkte gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln und wollten auch in Aachen punkten, um den direkten Wiederabstieg in die Mittelrheinliga zu vermeiden.

Rund um das Spiel lud die Alemannia zum großen Familienfest ein. Bereits ab 11 Uhr konnten kleine und große Fans auf dem Stadionvorplatz auf die Torwand schießen, einen Dribbel-Parcour absolvieren und weiteren Aktivitäten nachgehen.

Highlight des Spektakels war der Besuch des DFB-Pokals in Aachen. Vor dem Finale am Pfingstwochenende tourt der goldene Pott durch die Republik und auch die Alemannia ist ein fester Bestandteil der Historie des Pokals, standen die Schwarz-Gelben doch dreimal im Finale. Zuletzt 2004 gegen den SV Werder Bremen.

2019 könnte es wieder so weit sein, ist der TSV doch nur noch einen Sieg von der ersten Teilnahme am DFB-Pokal seit der Saison 2012/13 entfernt. Zumindest die Fans träumen schon ein wenig.

Gespielt wurde am Samstag dann aber auch noch. Aber auch hier sollte der Familientag fortgeführt werden, wie ein Blick auf die Aufstellungen aufzeigte:

Im Kader der Gäste standen mit Armand Drevina und Shpend Hasani gleich zwei ehemalige Mitglieder der Alemannia-Familie in der Startelf. Mit Sahin Dagistan saß ein dritter Ex-Schwarz-Gelber auf der Bank. Und auch zukünftiger Alemanne wollte sich seiner baldigen Familie zeigen: Auch Joshua Holtby stand in der Startelf des FC wegberg-Beeck. Der Mittelfeldakteur wird ab der kommenden Saison das Trikot mit dem Adler auf der Brust tragen. Besonders stolz darauf ist sein großer Bruder Lewis, der mit dem HSV um den Bundesliga-Verbleib kämpft - und seine Karriere einst in Aachen startete.

Und Joshua Holtby war dann auch maßgeblich an der besten Aktion der ersten Halbzeit beteiligt, er bereitete das 1:0 der Gäste mit einer Ecke vor. Aus Sicht der Aachener konnte zur Halbzeit auf der positiven Liste lediglich vermerkt werden, dass der Neuzugang durchaus eine weitere Option für ruhende Bälle in der Spielzeit 2018719 sein kann. Glücklich machte das die meisten der 5.000 Zuschauer auf dem Tivoli zu dem Zeitpunkt aber nicht.

Mit dem Seitenwechsel brachte Fuat Kilic zwei neue Gesichter auf den Platz. Mergim Fejzullahu, Aachens Top-Torjäger, und Tobias Mohr, seines Zeichens Flügelflitzer und Vorbereiter, kamen für Arda Nebi und Emre Yesilova. Und sorgten für mächtig Schwung in Alemannias Spiel. Für den Ausgleich musste dann aber doch erst einmal ein bisschen Glück her - oder Kilic ließ unter der Woche eine ganz besondere Standardvariante trainieren.

Sicher ein Tor der Kategorie "nicht schön, aber selten" oder sogar etwas für die Auszeichnung "Kacktor des Monats"?

Es folgten die Führung durch Fejzullahu und der Ausgleich für Wegberg-Beeck durch Drevina ehe Alemannias Kapitän Nils Winter mit seinem dritten Saisontor die Schwarz-Gelben erneut und endgültig auf die Siegerstraße brachte.

Das 4:2 für den Gastgeber und damit den Schlusspunkt der Partie setzte dann wieder Fejzullahu mit seinem 15. Saisontor und damit mindestens dem 15. Grund, um die Frage nach seinem Verbleib in der schwarz-gelben Familie zu stellen.

Mit dem Schlusspfiff stand fest, dass Wegberg-Beeck am Saisonende wieder den Gang in die Mittelrheinliga antreten muss. Trotz einiger Tränen kann der FC dies erhobenen Hauptes tun.

Die Alemannia-Familie hingegen durfte dank der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit jubeln. So wie die englischen Familienmitglieder. Scheiterte der Fan-Club von der Insel in der Halbzeit noch beim Torwandschießen, bei dem keiner der vier Schützen auch nur einen Treffer erzielen konnten, landeten sie nach dem Spiel den perfekten Schuss in Form eines Selfies mit Junior Torunarigha und Peter Hackenberg - die beide der schwarz-gelben Familie in der kommenden Saison erhalten bleiben.

(bph)
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